Solon vor Schlüsseljahr

Montag, 20. Juli 2009 13:34
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(IT-Times) - Die jüngste Umsatzwarnung des Branchenprimus Q-Cells hat die deutsche Solarbranche erneut aufgerüttelt. Zuvor hatte die Krise in der Branche schon kleinere Firmen wie die Berliner Solon SE (WKN: 747119) erfasst. Das Unternehmen musste im ersten Quartal 2009 bereits einen Verlust ausweisen. Auch das eben abgelaufene zweite Quartal 2009 dürfte kaum besser gelaufen sein, nachdem sich der Preisverfall bei Solarmodulen zuletzt weiter fortsetzte.

Hintergrund sind wie so oft aufgebaute Überkapazitäten. Hatten die Hersteller noch im Vorjahr auf einen anhaltenden Boom in der Solarindustrie gehofft, fand der Aufschwung spätestens im Herbst 2008 ein jähes Ende, nachdem Spanien seine üppigen Subventionen für die Branche zunächst gestoppt und die Förderung auf 500 Megawatt jährlich gedeckelt hat.

Solon sah sich als eines der Opfer dieser Maßnahme, erwirtschaftete das Berliner Unternehmen zuletzt noch große Umsatzanteile in Spanien. Die jüngsten Aufträge aus den USA und Norwegen erwecken zumindest die Hoffnung, dass Solon trotz angespannter Finanzlage weiter Aufträge generieren kann und das Geschäft wieder anzieht.

Keine Erholung bei den Margen in Sicht
Dennoch dürften die Gewinnmargen weiter dünn bleiben. Mit Margen von sieben bis acht Prozent im Modulgeschäft gehörte Solon bislang nicht zu den profitabelsten Firmen in der Branche. Zwar ist der Rohstoff Silizium inzwischen zu deutlich günstigeren Preisen zu haben, doch die zunehmende Konkurrenz aus Asien hält die Preise weiter am Boden. So gehen Experten wie Wolfgang Seeliger von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) davon aus, dass die Preise für Solarmodule auch in den nächsten Monaten weiter unter Druck bleiben werden. Im Rahmen der Münchner Solarmesse Intersolar 2010 boten chinesische Anbieter Module teilweise für zwei US-Dollar pro Watt an.

Sowohl die Analysten der LBBW wie auch andere Branchenexperten gehen davon aus, dass nur die stärksten Hersteller die jetzige Krise überleben werden. Dabei spielt eine solide Finanzierung und ein dickes Kapitalpolster eine große Rolle, um die Krise zu meistern - beides scheint Solon zumindest bislang zu fehlen.

Dennoch scheint der Zug für Solon noch nicht gänzlich abgefahren. Findige Investoren und Private Equity Firmen suchen in Zeiten der Krise nach günstigen Einstiegsmöglichkeiten. Die Solarbranche gilt trotz der Krise als langfristiger Wachstumsmarkt, so dass es Solon nach den jüngsten Aufträgen nicht allzu schwer fallen dürfte einen finanzstarken Partner zu finden, der dem Unternehmen über die schwierige Zeit hinweg hilf. Der Fall ersol und Bosch lässt grüßen…

Kurzportrait

Die im Jahre 1997 gegründete und in Berlin ansässige Solon SE gilt als einer der führenden Solartechnikanbieter in Deutschland. Das Unternehmen war mit seinem Börsengang im Jahre 1998 das erste an der Börse notierte Solarunternehmen.

Heute bietet das Unternehmen nicht nur Solarmodule, sondern auch Solarkraftwerke und Wechselrichter an. Solon ist mit entsprechenden Tochterfirmen in Deutschland, Österreich (Solon Hilber Technologie GmbH, Solon Mover), Italien (Solon S.p.A.), in den USA (Solon America Corporation) und in der Schweiz (asp AG) präsent. Gleichzeitig ist Solon an der französischen Silicium de Provence (SilPro) beteiligt. Die Produktion von Solarmodulen wird über die beiden Tochterfirmen Solon PV GmbH in Berlin und der Solon Nord GmbH abgewickelt.

Die Solon-Tochter HTC GmbH hat sich auf die Realisierung von Solarkraftwerken spezialisiert. Dazu zählen auch die Konzeption und die Entwicklung von solaren Großkraftwerken, wo das Unternehmen durch Solon Solar Investments vertreten ist. Im Bereich der Systemtechnologie ist das Unternehmen über die Schweizer Tochter asp AG am Markt präsent, die auch Wechselrichter herstellt.

Zuletzt expandierte Solon verstärkt im Ausland, wobei im Jahr 2007 19 Prozent an dem australischen Unternehmen CBD Energy Ltd erworben wurden. Nachdem sich Solon an der österreichischen Blue Chip Energy beteiligt hatte, erhöhte der deutsche Solarspezialist Ende 2007 seine Beteiligung an der Blue Chip Energy von 19 auf 47 Prozent.

Zuletzt beschäftigte die Solon AG mehr als 800 Mitarbeiter und kann dabei auf eine Jahresproduktion von über 120 MWp verweisen und gilt damit als einer der größten Hersteller von Solarmodulen in Deutschland.

Zahlen

In einem schwachen Marktumfeld hat Solon im ersten Quartal 2009 einen Konzernumsatz von 38,3 Mio. Euro erwirtschaftet. Im Vergleich zum Vorjahreswert von 161,6 Mio. Euro brach der Umsatz bei Solon somit um 76 Prozent ein. Die Gesamtleistung sank im selben Zeitraum um 64 Prozent von 195,5 Mio. Euro auf 70,2 Mio. Euro. Auf das Segment Komponenten entfielen dabei 61 Prozent des Umsatzes. 39 Prozent des Umsatzes wurden im Segment Systemtechnik erwirtschaftet. Zudem lag der Auslandsanteil bei insgesamt über 50 Prozent.

Meldung gespeichert unter: Solon

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