Solon kämpft weiter gegen den Niedergang - Nettoverschuldung soll in 2011 sinken

Montag, 4. April 2011 13:39
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(IT-Times) - Der Berliner Solarkonzern Solon SE (WKN: 747119) konnte zwar seinen Umsatz im vergangenen Jahr um 76 Prozent auf 619,9 Mio. Euro steigern, über den Berg ist das Unternehmen aber noch lange nicht. Unter dem Strich blieb ein mageres EBIT von 387.000 Euro. Zugleich war der Cashflow aus der operativen Geschäftstätigkeit mit 9,7 Mio. Euro negativ.

Zugleich erhöhte sich die Nettoverschuldung trotz des Umsatzanstiegs um gut 20 Mio. Euro auf 369,1 Mio. Euro. Das Schuldenproblem zu lösen, dürfte in diesem Jahr eines der Hauptaufgabe des Unternehmens sein. Solon hat bereits angekündigt, die Nettoverschuldung weiter senken zu wollen.

Analysten erwarten weitere Beteiligungsverkäufe
Marktbeobachter rechnen damit, dass Solon seine Schulden vor allem durch den Verkauf weiterer Beteiligungen weiter senken wird. Ein entsprechender Kurs deutete sich bereits im Vorjahr an. So hat sich Solon in 2010 bereits von der SOLON Hilber Technologie GmbH sowie von der Wechselrichter-Tochter SOLON Inverters AG in der Schweiz getrennt.

Im laufenden Jahr dürfte sich der Konsolidierungskurs weiter fortsetzen. Analysten aus dem Hause SRH Alster Research halten einen Verkauf der Beteiligung am US-Solarzellenhersteller Blue Chip für möglich. Auch ein teilweiser Verkauf der Vermögenswerte an der Solar-Tochter Global Solar könnte die Schuldensituation entspannen. Daneben könnte auch die 16%ige Beteiligung am US-Unternehmen SpectraWatt zur Debatte stehen.

Insgesamt rechnen die SRH Alster Research Analysten damit, dass Solon seine Nettoverschuldung bis Jahresende durch Beteiligungsverkäufe um rund 100 Mio. Euro reduzieren kann. Solon steht unter Druck, wird im Dezember 2012 eine Wandelanleihe fällig. Ist es dem Unternehmen bis dahin nicht gelungen, operativ nachhaltig schwarze Zahlen zu schreiben, droht dem Unternehmen die Zahlungsunfähigkeit, wenn Gläubiger ihr Geld zurückfordern.

Solon in der Zwickmühle - Wachstum vs Schuldenabbau
Solon steht daher ein schwieriger Spagat bevor. Verkauft das Unternehmen werthaltige Beteiligungen in den USA, verzichtet das Unternehmen auf Wachstumschancen in einem wichtigen Zukunftsmarkt. Bleibt Solon aber untätig, droht dem Unternehmen das Aus durch Überschuldung.

Dennoch gibt es Hoffnung. Ein Lichtblick in den jüngsten Geschäftszahlen war das wieder anziehende Kraftwerksgeschäft, welches zuletzt etwa 39 Prozent zum Gesamtumsatz beisteuerte. Im Kraftwerksbau liegen nach Meinung von Marktbeobachtern die eigentlichen Stärken von Solon.

Hier seien insbesondere Qualitätsaspekte von entscheidender Bedeutung bei der Auftragsvergabe, womit Solon insbesondere bei Stromversorgern punkten könnte. Mit Hilfe der aktuellen Stimmung gegen Kernkraftwerke und die Atom-Energie könnte Solon doch noch die Wende schaffen und den Makel als größter Kapitalvernichter der vergangenen Jahre (Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz) wettmachen...

Kurzportrait

Die im Jahre 1997 gegründete und in Berlin ansässige Solon SE gilt als einer der führenden Solartechnikanbieter in Deutschland. Das Unternehmen war mit seinem Börsengang im Jahre 1998 das erste an der Börse notierte Solarunternehmen.

Heute bietet das Unternehmen nicht nur Solarmodule und Wechselrichter an, sondern ist auch beim Bau von Solarkraftwerken engagiert. Solon ist mit entsprechenden Tochterfirmen in Deutschland, Italien (Solon S.p.A.), in den USA (Solon Corporation) präsent. Gleichzeitig ist Solon an der französischen Silicium de Provence (SilPro) beteiligt. Die Produktion von Solarmodulen wird über die beiden Tochterfirmen Solon PV GmbH in Berlin und der Solon Nord GmbH abgewickelt. Die Projektierung von Solargroßkraftwerken erfolgt über die Tochter Solon Solar Investments GmbH.

Die Solon-Tochter HTC GmbH hat sich auf die Realisierung von Solarkraftwerken spezialisiert. Dazu zählen auch die Konzeption und die Entwicklung von solaren Großkraftwerken, wo das Unternehmen durch Solon Solar Investments vertreten ist. Im Bereich der Systemtechnologie ist das Unternehmen über die Schweizer Tochter asp AG am Markt präsent, die auch Wechselrichter herstellt.

Zuletzt expandierte Solon verstärkt im Ausland, wobei im Jahr 2006 der US-Spezialist Global Solar Energy übernommen wurde. In 2007 kaufte Solon 19 Prozent der Anteile an dem australischen Unternehmen CBD Energy Ltd. Nachdem sich Solon an der österreichischen Blue Chip Energy beteiligt hatte, erhöhte der deutsche Solarspezialist Ende 2007 seine Beteiligung an der Blue Chip Energy von 19 auf 47 Prozent. Mit 16 Prozent der Anteile kaufte sich Solon im Jahr 2008 bei dem US-Solarzulieferer SpectraWatt ein. Ende Dezember 2008 übernahm Solon die italienische Estelux s.r.l. Nachdem sich Solon Mitte 2010 aus Österreich zurückzog, gründete das Unternehmen eine Tochter in Frankreich. Ende 2010 zog sich Solon aus dem Geschäft mit Wechselrichtern zurück - die entsprechende Einheit Solon Inverters AG wurde verkauft.

Zuletzt beschäftigte die Solon AG mehr als 900 Mitarbeiter und kann dabei auf eine Jahresproduktionskapazität von über 400 MWp verweisen und gilt damit als einer der größten Hersteller von Solarmodulen in Deutschland.

Meldung gespeichert unter: Solon

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