Software AGs Geheimwaffe heißt Terracotta - Big Data Markt im Visier

Freitag, 14. September 2012 14:20
Software AG

(IT-Times) - Die Aktien der Software AG zogen zuletzt wieder kräftig an, nachdem die Aussicht besteht, dass sich insbesondere das zweite Halbjahr 2012 wieder besser entwickelt. Die Übernahme der US-amerikanischen Terracotta im vergangenen Jahr könnte sich dabei als wahrer Glücksgriff für das zweitgrößte deutsche Softwarehaus erweisen.

In einen mutigen Schritt hatte die Software AG (WKN: 330400) im Frühjahr 2011 einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag in den Kauf der auf In-Memory-Technologie und Cloud-Lösungen spezialisierte Terracotta investiert. Diese Investitionen scheinen sich nunmehr auszuzahlen.

Terracotta-Lizenzgeschäft soll sich in 2012 mehr als verdoppeln
Das Lizenzgeschäft von Terracotta wuchs zuletzt kräftig und dürfte sich in 2012 mehr als verdoppeln, so Robin Gilthorpe, der neue CEO von Terracotta. Anfang September holte sich die Software AG den Mann, der vormals als Senior Vice President bei der US-amerikanischen Tibco Software tätig war. Gilthorpe hat zudem einen Sitz im Verwaltungsrat der Software AG erhalten, was die Bedeutung der US-Sparte zeigt.

Terracotta ist mit seinem Flagschiffprodukt "BigMemory" im sogenannten Markt für Big Data Lösungen aktiv. In einer Information Ökonomie sind Daten heute das neue Kapital, weiß DataWeek CEO Geoff Domoracki. Entsprechend optimistisch sind Marktforscher im Bezug auf die Zukunfts- und Wachstumsperspektiven was diesen Markt angeht.

Big Data Markt soll auf über 16 Mrd. US-Dollar klettern
Die Marktforscher aus dem Hause IDC schätzen, dass der Big Data Technik- und Servicemarkt in den nächsten Jahren im Schnitt um jährlich 40 Prozent zulegen wird und damit sieben Mal schneller wachsen wird, als der IT-Durchschnitt. Im Jahr 2015 dürfte dieser Markt dann ein Volumen von 16,9 Mrd. US-Dollar erreichen, nachdem in 2010 bereits 3,2 Mrd. Dollar in diesen Marktbereich umgesetzt wurden.

Die Software AG ist durch die Übernahme von Terracotta mit an Bord, wenn es in den nächsten Jahren darum geht, riesige Datenmengen aufzubereiten und zu analysieren. Unternehmen haben gerade erst damit begonnen, das riesige Datenmaterial, welches in den Archiven und auf den Rechnern schlummert zu analysieren und für Geschäftszwecke zu nutzen.

Terracotta BigMemory als innovativste Lösung ausgezeichnet
Terracottas Flagschiffprodukt "BigMemory" wurde jüngst als die innovativste In-Memory Big Data Management-Lösung am Markt von DataWeek ausgezeichnet.

Bei Terracottas BigMemory Produkt handelt es sich um eine Lösung, die sehr einfach und schnell in bestehende IT-Umgebungen integriert werden und damit sofort einen Mehrwert liefern kann. Die Lösung nutzt kostengünstige RAM-Speichertechniken, um einen Echtzeitzugang zu Terabytes an Datenmaterial zu gewährleisten und das bis zu 1.000 Mal schneller als andere Techniken - ideale Voraussetzungen also, um vom künftigen Big Data Boom zu profitieren.

Kurzportrait

Die in Darmstadt ansässige Software AG ist ein weltweit agierender Anbieter von Produkten und Dienstleistungen für IT-Infrastrukturen mit serviceorientierten Architekturen (SOA). Das Unternehmen ist auf zwei Geschäftsfeldern tätig und hat Produktentwicklung sowie Vertrieb in zwei Geschäftsbereiche ausgerichtet: Enterprise Transaction Systems (ETS) und Crossvision.

ETS besetzt das Feld Datenbanken und basiert vor allem auf dem Datenbankmanagementsystem Adabas sowie der Entwicklungsumgebung Natural. Crossvision ist eine SOA-Suite, die XML (Extended Markup Language) ist eine universale Datenbeschreibungssprache; Tamino XML Server ist eines der Hauptprodukte in diesem Bereich) und Prozessintegrationstechnologien (EntireX, ApplinX) miteinander kombiniert. Hierdurch können Nutzer neue Geschäftsprozesse in ihre bestehende IT-Infrastruktur integrieren. Operativ agiert das Unternehmen in den drei Regionen Zentral- und Osteuropa/Asien, Nordamerika/Nordeuropa und Süd- und Westeuropa/ Lateinamerika. Zu den wichtigsten Produkten der Software AG zählen das Datenbankmanagementsystem Adabas, die SOA-Registry und -Repository Centrasite, die Entwicklungsumgebung Natural, das SOA-Paket webmethods und Analyseplattform Aris. Die Software AG bietet Wartung, Lizenzierung und weitere Dienstleistungen an. Inzwischen wird ein Drittel des Umsatzes über Lizenzen erwirtschaftet.

Im Frühjahr 2007 verstärkte sich das Unternehmen im Bereich Web Services und SOA-Lösungen durch die Übernahme der amerikanischen webMethods. Bereits zuvor übernahm das Softwarehaus mehrheitlich die israelische SPL Software. Ende 2007 schluckte die Software AG die Softwaresparte von Jacada. Mitte 2009 übernahm die Software AG den Schweizer IT-Spezialisten Teconomic AG. Gleichzeitig übernahm die Software AG im Jahr 2009 Deutschlands drittgrößtes Softwarehaus IDS Scheer. Im Frühjahr 2010 wurde der CEP-Spezialist RTM Realtime Monitoring GmbH übernommen. In 2011 verstärkte sich die Software AG durch die Übernahme von Metismo und Terracotta. Anfang 2012 übernahm die Software AG den britischen Technologieanbieter my-Channels.

Sechs Mitarbeiter des Beratungshauses AIV (Institut für Angewandte Informationsverarbeitung) gründeten das Unternehmen 1969 in Darmstadt. Adabas ist eines der ersten Produkte, schnell folgte die Internationalisierung mit dem Markteintritt in den USA. Seit 2008 vermarktet die Software AG seine Produkte direkt in Brasilien. Am 26. April 1999 ging die Software AG an die Börse und notiert heute im TecDAX. Die Software beschäftigte zuletzt mehr als 5.600 Mitarbeiter und betreut weltweit mehr als 5.000 Kunden in über 70 Ländern. Die Software AG gehört zu 29 Prozent der Software AG Stiftung.

Zahlen

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