Software AG: Stark durch die Krise

Montag, 22. Dezember 2008 11:56
Software AG

(IT-Times) Alle reden in den letzen Tagen und Wochen von der Krise. Auch die Software AG. Das Unternehmen, das hinter SAP das zweitgrößte deutsche Softwarehaus ist, bleibt weiterhin optimistisch. Die Software AG sieht in der aktuellen Situation nicht nur die Risiken, sondern auch Wachstumschancen. Wie auch die SAP AG, die aktuell allerdings vor einer großen Umstrukturierung steht, sieht man sich bei der Software AG für die aktuellen Marktanforderungen gut gerüstet. 

Der Anbieter von Softwareanwendungen zur Prozessoptimierung sieht aktuell zum einen in günstigen Unternehmensbewertungen die Chance, Akquisitionen durchzuführen. Zum anderen stehen viele Unternehmen aktuell durchaus unter einem Anpassungsdruck im IT-Bereich. Dabei stellt sich auch die Frage nach prozessoptimierender Software. Auf genau diese Frage möchte die Software AG die Antwort geben. Nachdem vor einem Jahr das US-Unternehmen webMethods gekauft worden war, wurde die Gesellschaft mittlerweile gut unter das Dach der Software AG integriert. Hierdurch gelang es, dass sich die Software AG im Bereich Infrastruktursoftware für Geschäftsprozesse als Spitzenanbieter positionieren konnte. Zudem erweiterte sich mit der Akquisition auch der Markt in den USA für die Software AG. Das Unternehmen ist inzwischen der größte unabhängige Anbieter in den Märkten für Business Process Management (BPM) und serviceorientierte Architektur (SOA).

Die Zukunft ist international

Aktuell hat man bei der Software AG keinen direkten Übernahmekandidaten ins Auge gefasst, aber alle öffentlichen Äußerungen der vergangenen Monate lassen keinen Zweifel: Bietet sich eine attraktive Möglichkeit, dann wird die Software AG zuschlagen. Ziel ist es weiterhin, durch gezielte Übernahmen international zu wachsen und besonders das Service- und Beratungsgeschäft auszubauen. Allerdings will das Unternehmen auch nicht blind drauflos kaufen. Man sei sich darüber im Klaren, dass der Kauf und die reibungslose Eingliederung von webMethods ein Glücksgriff gewesen sei. webMethods gilt zumindest nach Unternehmensangaben mittlerweile als gut auf dem europäischen Mark positioniert. Aufgrund dieser positiven Erfahrung soll auch weiter an dem bisherigen Kurs der Internationalisierung der Software AG festgehalten werden.  Internationale Präsenz gilt als eine wesentliche Säule des Erfolges der Software AG in der Vergangenheit. Daran will man weiterhin anknüpfen und sich gegebenfalls auf neuen Märkten präsentieren. Ein Beispiel für eine mögliche internationale Strategie sei Brasilien: Dort übernahm die Software AG den regionalen Vertriebspartner und ist somit nun selbst auf dem Markt aktiv. Neben Märkten in Südamerika fokussiert die Software AG ihre internationalen Expansionsbestrebungen auch auf die Regionen Osteuropa und Nordamerika.

Die Software AG plant nicht nur den Ausbau der internationalen Tätigkeiten. Auch der Ausbau des Service- und Beratungsgeschäftes ist ein Thema. Entsprechende Expansionspläne schlagen sich auch auf die Personalstruktur nieder:  Im Herbst wurde der McKinsey-Partner Holger Friedrich in den Vorstand geholt, um die angestrebten Ziele mit zu tragen. Ziel ist es allerdings nicht, ein allgemeines Beratungsgeschäft aufbauen. Vielmehr soll die Kompetenz im Umfeld des Integrationsgeschäftes erweitert werden. Die Software AG wertet diese Vorgehensweise als sehr produktnah und ermögliche damit auch das Erreichen akzeptabler Margen.

Kurzportrait


Die in Darmstadt ansässige Software AG ist ein international agierender Anbieter von Produkten und Dienstleistungen für IT-Infrastrukturen mit serviceorientierten Architekturen (SOA). Das Unternehmen ist auf zwei Geschäftsfeldern tätig und hat Produktentwicklung sowie Vertrieb in zwei Geschäftsbereiche ausgerichtet: Enterprise Transaction Systems (ETS) und Crossvision.

ETS besetzt das Feld Datenbanken und basiert vor allem auf dem Datenbankmanagementsystem Adabas sowie der Entwicklungsumgebung Natural. Crossvision ist hingegen eine SOA-Suite, die XML (Extended Markup Language ist eine universale Datenbeschreibungssprache; Tamino XML Server ist eines der Hauptprodukte in diesem Bereich) und Prozessintegrationstechnologien (EntireX, ApplinX) miteinander kombiniert. Hierdurch können Nutzer neue Geschäftsprozesse in ihre bestehende IT-Infrastruktur integrieren. Operativ agiert die Software AG in den drei Regionen Zentral- und Osteuropa/Asien, Nordamerika/Nordeuropa sowie Süd- und Westeuropa/ Lateinamerika. Die Software AG bietet neben der Lizenzierung auch Wartungs- und weitere Dienstleistungen an. Inzwischen wird ein Drittel des Umsatzes über Lizenzen erwirtschaftet. Im Frühjahr 2007 verstärkte sich die Software AG im Bereich Web Services und SOA-Lösungen durch die Übernahme der US-amerikanischen webMethods. Bereits zuvor übernahm das Softwarehaus mehrheitlich die israelische SPL Software. Ende 2007 schluckte die Software AG zudem die Softwaresparte von Jacada.

Sechs Mitarbeiter des Beratungshauses AIV (Institut für Angewandte Informationsverarbeitung) gründeten das Unternehmen 1969 in Darmstadt. Adabas ist eines der ersten Produkte, schnell folgte die Internationalisierung mit dem Markteintritt in den USA. Seit 2008 vermarktet die Software AG ihre Produkte direkt in Brasilien. Am 26. April 1999 erfolgte der Börsengang der Software AG, die Papiere notieren heute im TecDAX. Das Unternehmen hat mehr als 2.700 Mitarbeiter und betreut mehr als 4.000 Kunden in über 70 Ländern.

Zahlen

Die Software AG konnte im dritten Quartal 2008 sowohl den Umsatz als auch den Gewinn steigern. Der Umsatz der Software AG im dritten Quartal 2008 lag bei 180,1 Mio. Euro, während es im entsprechenden Zeitraum 2007 rund 157,8 Mio. Euro gewesen waren. Gesteigert werden konnte auch das EBITDA, das mit 52,3 Mio. Euro im dritten Quartal 2008 über dem Vorjahresergebnis von 35,3 Mio. Euro lag. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) legte um 50 Prozent zu: im dritten Quartal 2008 konnten damit 48,7 Mio. Euro ausgewiesen werden. Die Software AG verbesserte dabei die EBIT-Marge von 20,5 Prozent auf 27,0 Prozent. Das Nettoergebnis lag im aktuell abgelaufenen Quartal bei 31 Mio. Euro, während es in 2007 rund 19,2 Mio. Euro gewesen waren. Das entspricht einem Gewinn pro Aktie von 1,08 Euro. In 2007 waren dies 0,67 Euro gewesen. Die beiden Geschäftsbereiche ETS (Software für Großrechner) und webMethods (Integrationssoftware) konnten beide zum Umsatzwachstum beitragen. ETS erwirtschaftete 101,1 Mio. Euro im dritten Quartal 2008, eine Steigerung um 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und webMethods wuchs um 13 Prozent auf 79,0 Mio. Euro.

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