Software AG bleibt auf Expansionskurs - größerer Zukauf in 2012 geplant

Mittwoch, 1. Juni 2011 13:55
Software AG

(IT-Times) - Die Software AG setzt seine eingeschlagene Strategie der gezielten Zukäufe auch im laufenden Jahr 2011 weiter fort. Mit Metismo und Terracotta kaufte das deutsche Softwarehaus zuletzt gleich zwei Softwarefirmen, die in Wachstumsbereichen tätig sind - es dürften nicht die beiden letzten Zukäufe in diesem Jahr gewesen sein.

Software AG forciert Cloud-Strategie
Zwar setzte der in San Francisco ansässige Cloud-Spezialist Terracotta zuletzt nur rund zehn Mio. Euro um, dennoch ist die Übernahme aus strategischer Sicht sinnvoll. Mit der von Terracotta entwickelten In-Memory-Technik lassen sich Datenanalysen um ein vielfaches beschleunigen. Schon im vierten Quartal sollen erste Produkte der Software AG mit integrierter Terracotta-Technik auf den Markt kommen, heißt es bei der Software AG. Zudem soll die Technik ab 2012 dann auch die Grundlage für skalierbare Cloud-Anwendungen aus dem Hause der Software AG bilden.

Im Interview mit Handelsblatt Online kündigte Software AG Vorstandsmitglied Wolfram Jost an, dass die Software AG auch weiterhin viel Geld in die Cloud investieren will. Erste Produkte sollen im dritten Quartal 2011 auf den Markt kommen. Dabei stehen vor allem Cloud Readiness Check, Cloud Integration und Cloud-Gouvernance im Vordergrund.

Größerer Zukauf in 2012 geplant
Gleichzeitig ließ man bei der Software AG durchblicken, dass man im kommenden Jahr 2012 wieder einen größeren Zukauf wagen will. Entsprechendes kündigte Finanzvorstand Arnd Zinnhardt jüngst in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung an.

Über konkrete Übernahmeziele schweigt sich die Software AG noch aus, dennoch dürfte klar sein, dass der nächste große Zukauf in Richtung Cloud Computing gehen wird, will die Software AG hier nicht den Anschluss verlieren. Die Zeit drängt, denn auch andere große Technologiekonzerne haben inzwischen das Potential Cloud Computing erkannt. So hat sich beispielsweise IBM im Vorjahr den Cloud Integrationsspezialisten Cast Iron Systems einverleibt. Auch EMC und Hewlett-Packard (HP) verstärkten sich zuletzt durch Zukäufe.

Auch für die Software AG bietet der Cloud Computing Markt große Chancen. Laut den Marktforschern aus dem Hause Gartner dürfte der Cloud Computing Markt auch im nächsten Jahr kräftig zulegen und ein Volumen von 126 Mrd. Dollar erreichen. Um diese Wachstumschancen zu nutzen muss die Software AG allerdings schnell reagieren und mit einem großen Zukauf ein Ausrufezeichen setzen...

Kurzportrait

Die in Darmstadt ansässige Software AG ist ein weltweit agierender Anbieter von Produkten und Dienstleistungen für IT-Infrastrukturen mit serviceorientierten Architekturen (SOA). Das Unternehmen ist auf zwei Geschäftsfeldern tätig und hat Produktentwicklung sowie Vertrieb in zwei Geschäftsbereiche ausgerichtet: Enterprise Transaction Systems (ETS) und Crossvision.

ETS besetzt das Feld Datenbanken und basiert vor allem auf dem Datenbankmanagementsystem Adabas sowie der Entwicklungsumgebung Natural. Crossvision ist eine SOA-Suite, die XML (Extended Markup Language ist eine universale Datenbeschreibungssprache; Tamino XML Server ist eines der Hauptprodukte in diesem Bereich) und Prozessintegrationstechnologien (EntireX, ApplinX) miteinander kombiniert. Hierdurch können Nutzer neue Geschäftsprozesse in ihre bestehende IT-Infrastruktur integrieren. Operativ agiert das Unternehmen in den drei Regionen Zentral- und Osteuropa/Asien, Nordamerika/Nordeuropa und Süd- und Westeuropa/ Lateinamerika. Zu den wichtigsten Produkten der Software AG zählen das Datenbankmanagementsystem Adabas, die SOA-Registry und -Repository Centrasite, die Entwicklungsumgebung Natural, das SOA-Paket webmethods und Analyseplattform Aris. Die Software AG bietet Wartung, Lizenzierung und weitere Dienstleistungen an. Inzwischen wird ein Drittel des Umsatzes über Lizenzen erwirtschaftet.

Im Frühjahr 2007 verstärkte sich das Unternehmen im Bereich Web Services und SOA-Lösungen durch die Übernahme der amerikanischen webMethods. Bereits zuvor übernahm das Softwarehaus mehrheitlich die israelische SPL Software. Ende 2007 schluckte die Software AG die Softwaresparte von Jacada. Mitte 2009 übernahm die Software AG den Schweizer IT-Spezialisten Teconomic AG. Gleichzeitig übernahm die Software AG im Jahr 2009 Deutschlands drittgrößtes Softwarehaus IDS Scheer. Im Frühjahr 2010 wurde der CEP-Spezialist RTM Realtime Monitoring GmbH übernommen. In 2011 verstärkte sich die Software AG durch die Übernahme von Metismo und Terracotta.

Sechs Mitarbeiter des Beratungshauses AIV (Institut für Angewandte Informationsverarbeitung) gründeten das Unternehmen 1969 in Darmstadt. Adabas ist eines der ersten Produkte, schnell folgte die Internationalisierung mit dem Markteintritt in den USA. Seit 2008 vermarktet die Software AG seine Produkte direkt in Brasilien. Am 26. April 1999 ging die Software AG an die Börse und notiert heute im TecDAX. Die Software beschäftigte zuletzt mehr als 5.600 Mitarbeiter und betreut weltweit mehr als 5.000 Kunden in über 70 Ländern. Die Software AG gehört zu 29 Prozent der Software AG Stiftung.

Zahlen

Die Software AG erhöhte im ersten Quartal 2011 den Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal um neun Prozent auf 272,6 Mio. Euro. Der Bereich Lizenzen trug mit einem Umsatz von 71,2 Mio. Euro zum Gesamtumsatz bei. Zum ersten Quartal des Jahres 2010 macht dies einen Anstieg um 16 Prozent aus. Das Segment Wartung stieg indes um neun Prozent auf 93,0 Mio. Euro. Im Bereich Professional Services wurde ein Umsatzplus von vier Prozent auf 106,4 Mio. Euro verzeichnet.

In den übrigen Bereichen stieg der Umsatz um 58 Prozent auf 1,9 Mio. Euro. Der Unternehmensentwicklung entsprechend kletterte das operative Ergebnis der Software AG zum Ende des Geschäftsjahres 2010 um 36 Prozent auf 61,5 Mio. Euro. So konnte sich auch das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 29 Prozent von 46,6 Mio. auf 60,2 Mio. Euro erhöhen. Die positive Entwicklung war ebenfalls am Ergebnis vor Steuern (EBT) ablesbar, welches sich von 41,9 Mio. Euro im ersten Quartal 2010 um 40 Prozent auf 58,7 Mio. Euro erhöhte. Insgesamt konnte die Software AG einen Anstieg des Nettoergebnisses von 43 Prozent auf 40,0 Mio. Euro verbuchen. Schließlich kletterte das (verwässerte) Ergebnis je Aktie um 42 Prozent auf 1,39 Euro. Der operative Cash-Flow ging von 62,5 Mio. auf 51,0 Mio. Euro zurück. Auch der Free Cash-Flow sank von 59,8 Mio. auf 49,1 Mio. Euro.

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