SanDisk sieht Licht am Ende des Tunnels

Dienstag, 22. April 2008 13:11
SanDisk

(IT-Times) Die Aktionäre des US-Flashspeicherherstellers SanDisk (Nasdaq: SNDK, WKN: 897826) hatten zuletzt wenig Freude an ihrem Investment. Trotz der stetig steigenden Nachfrage nach Flashspeichern entwickelten sich die SanDisk-Gewinne in den letzten Quartalen stetig rückläufig. Hintergrund war der rasante Preisverfall bei Flashspeichern, der die Hersteller zusetzte.

So fielen die Durchschnittspreise gegenüber dem Vorjahr um 61 Prozent. Gegenüber dem Vorquartal ergibt sich ein Preisminus von 29 Prozent. Den Speicherherstellern gelingt es kaum mehr Speicher ohne Verluste loszuschlagen. SanDisk CEO Eli Harari geht davon aus, dass die Preise bzw. die Gewinnmargen zumindest im zweiten Quartal weiter unter Druck bleiben werden. Dennoch war es SanDisk zuletzt gelungen, seine Bruttomargen von 14,2 Prozent im Vorjahr, auf 18,4 Prozent im ersten Quartal zu steigern.

Dennoch gibt es auch erste Lichtblicke am Ende des Tunnels. SanDisk-Chef Harari geht davon aus, dass sich das aktuelle Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage in den nächsten Quartalen wieder von selbst ausgleichen wird. Hintergrund ist nicht nur die üblicherweise steigende Nachfrage im zweiten Halbjahr, sondern auch die Zurückhaltung der Konkurrenz beim Ausbau ihrer Flashspeicher-Produktion.

Samsung und Kuba könnten für steigende Preise sorgen
Daneben gibt es jetzt schon erste Anzeichen dafür, dass die Preise wieder anziehen werden. Samsung suche derzeit aggressiv nach neuen Zulieferern, so Lazard Capital Markets Analyst Daniel Amir. Hintergrund ist ein neues 8GB Handy-Modell aus dem Hause Samsung, welches Mitte 2008 auf den Markt kommen soll. Samsung trete daher derzeit als Aufkäufer für NAND Flashspeicher auf, was sich positiv für Flashspeicherhersteller wie Samsung auswirken könne, so Amir.

Weitere Nachfrage zeichnet sich aus Kuba ab. Nachdem die Regierung des kleinen Inselstaats Ende März das Handy-Verbot aufgehoben hat, kann sich jeder Einwohner künftig ein Mobiltelefon zulegen. Der einzige Telefonanbieter Kubas ETECSA meldet bereits reges Interesse der Kubaner, obwohl sich trotz der vergleichsweise hohen Preise bereits lange Schlangen vor den Läden bilden. Insgesamt erschließt sich für Handy-Hersteller dadurch ein neuer Markt mit mehr als elf Mio. potentiellen Kunden, was sich nicht nur positiv für Handy-Spezialisten, sondern auch für die Flashspeicherhersteller auswirken dürfte...

Kurzportrait

Die im Jahre 1998 gegründete im kalifornischen Sunnyvale ansässige SanDisk gilt als einer der weltgrößten Hersteller von Flash-Speicherkarten, welche in einer Reihe von Elektronikprodukten wie in Digitalkameras, PDAs und Multimedia-Handys zum Einsatz kommen.

Das SanDisk-Produktprogramm umfasst dabei nicht nur ComactFlash-Karten, sondern auch auch SD-Karten und Memory-Sticks. Die Flash-Drive Produktlinie umfasst daneben Multimedia-Karten, Flash-Chipsets, sowie TriFlash- und T-Flash-Module (seit Februar 2004). Die von SanDisk entwickelten portablen Speicher sind zu nahezu allen Computersystemen und Industriestandards kompatibel. Das Unternehmen verkauft seine Produkte überwiegend direkt an OEM-Hersteller wie Eastman Kodak, Ericsson, Matsushita und Siemens, aber auch an Händler, wie Best Buy und Office Depot. SanDisk hält rund 250 Patente im Zusammenhang mit der Flash-Speichertechnik und lizenziert seine Technologie an Kunden wie Intel, Sharp, Sony oder Toshiba.

SanDisk bietet aber nicht nur Speicherkomponenten an, sondern auch ganze Produkte im Bereich der Unterhaltungselektronik. So ist der Speicherspezialist inzwischen mit einem eigenen Flash-basierten MP3-Musikplayern (Sansa) im Markt vertreten und hat mit dem SanDisk Photo Album ein Gerät auf den Markt gebracht, das digitale Fotos speichern und auf dem Fernseher wiedergeben kann, ohne das hierfür ein PC benötigt wird. Anfang 2006 schloss SanDisk die Übernahme des 3D-Chipentwicklers Matrix Semiconductor ab. Ende 2006 wurde dann die israelische Msystems Ltd. übernommen und in das Unternehmen integriert.

Mit dem japanischen Partner Toshiba betreibt SanDisk das Joint Venture FlashVision, um die Flash-Speichertechnik weiter zu entwickeln. Gemeinsam mit Toshiba will SanDisk eine neue Flash-Speicherfabrik in Japan erreichten, welche im vierten Quartal 2007 seine Produktion aufnehmen soll. Gleichzeitig betreibt SanDisk zwei hochmoderne Chipfabriken in Japan. Darüber hinaus ist SanDisk mit einer Minderheitsbeteiligung an seinem Lieferanten, dem israelischen Halbleiterspezialisten Tower Semiconductor, beteiligt.

Zahlen

Für das vergangene Märzquartal meldet SanDisk einen Umsatzsprung auf 850 Mio. US-Dollar, nach Einnahmen von 786 Mio. Dollar im Jahr vorher. Während die Produkterlöse um fünf Prozent auf 724 Mio. Dollar wuchsen, zogen die Lizenzerlöse um 30 Prozent auf 126 Mio. Dollar an. Der Gewinn legte dabei auf 18 Mio. Dollar oder acht US-Cent je Aktie zu, nachdem im Jahr vorher sogar noch ein leichter Verlust von 575.000 Dollar entstand.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen konnte SanDisk zuletzt einen Nettogewinn von 48 Mio. Dollar oder 21 US-Cent je Aktie realisieren und blieb damit hinter den Markterwartungen zurück. Analysten hatten zwar nur mit Einnahmen von 810 Mio. Dollar, aber mit einem Nettogewinn von 26 US-Cent je Aktie gerechnet.

Meldung gespeichert unter: SanDisk

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