ProSiebenSat.1 plant zwei neue Sender - Offensive im Spielemarkt

Donnerstag, 8. Dezember 2011 13:51
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(IT-Times) - Der Privatsender ProSiebenSat.1 Media AG konnte zuletzt seine Marktanteile wieder leicht ausbauen. Im November kletterte der Marktanteil von Deutschlands größtem Free-TV-Sender auf 29,7 Prozent (Quelle: AGF/GfK-Fernsehforschung), ein Zuwachs von 1,4 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr.

ProSiebenSat.1 will in 2012 zwei neue Sender an den Start bringen
Auch im neuen Jahr sollen die Marktanteile weiter steigen. Hierfür plant die ProSiebenSat.1 Media AG (WKN: 777117) unter anderem zwei neue Sender. Zum einen wollen die Münchner mit "ProSieben Fun" einen neuen Jugendkanal an den Start bringen, um insbesondere jüngere Zuschauer anzusprechen, wie aus einer jüngsten Präsentation des Unternehmens hervorgeht.

Der neue Sender soll sich insbesondere auf Event- und Entertainment-Shows, Sitcoms und Comedy-Serien sowie Filme, Musik und Sport konzentrieren. Die Zielgruppe sollen dabei insbesondere Zuschauer im Alter zwischen 14 und 39 Jahren sein. Der Jugendkanal soll dabei im Pay-TV angeboten werden und damit die bestehenden Kanäle "Sat.1 Comedy" und "kabel eins classics" ergänzen.

Mit dem neuen Frauen-Sender "Sat.1 Emotions" will ProSiebenSat.1 insbesondere das weibliche Publikum im Alter zwischen 14 und 49 Jahren mit Telenovelas, Daily Soaps und Serienhits aber auch Hollywood-Filme vor die Bildschirme locken. Der neue Sender soll den bisherigen Comedy-Sender "Sat.1 Comedy" ersetzen. Zudem plant ProSiebenSat.1 auch HD-Versionen seiner Pay-TV-Sender in den kommenden Jahren.

ProSiebenSat.1 startet Offensive im Spielemarkt
Nachdem der Sender sein Spieleportal ProSiebenGames.de überarbeitet und einem Relaunch unterzogen hat, wollen die Münchner das Spieleangebot deutlich ausbauen. Neben den bestehenden Online-Spielen wie "Maestia", "Florensia", oder "Farmerama", sind pünktlich zum Relaunch mit dem Tanzspiel "Audition" und dem RPG "LOCO - Land of Chaos Online" weitere Neuheiten verfügbar. Zudem hat sich der Sender von Marvell die Lizenz für das Browser-Spiel "Super Hero Squad Online".

Am Mittwoch gab ProSiebenSat.1 dann eine Kooperation mit Electronic Arts (EA) bekannt. Durch eine 3-jährige Vertriebsvereinbarung erhält der Sender die Vertriebsrechte für die Spiele "Battlefield Heroes", "Battle Forge", "FIFA Superstars", "Lord of Ultima", "Need for Speed World" und ein noch nicht näher genanntes Spiel. ProSeibenSat.1 Games Leiter Markus Büchtmann freut sich daher, habe man durch das Abkommen direkten Zugriff auf AAA-Titel.

Free-to-play Spiele erleben derzeit einen regelrechten Boom, sind diese Spiele zunächst für alle Gamer kostenlos zugänglich und finanzieren sich über den Verkauf von virtuellen Gegenständen. Allein der US-Markt für virtuelle Güter dürfte in 2012 rund 2,9 Mrd. US-Dollar erreichen, nach 2,2 Mrd. Dollar in 2011, so die Marktforscher Inside Virtual Goods. ProSiebenSat.1 dürfte sich durch die jüngsten Maßnahmen Stück von diesem Wachstumskuchen abschneiden können.

Kurzportrait

Die in Unterföhring bei München ansässige ProSiebenSat.1 Media AG gilt als einer der führenden Medienkonzerne in Europa. Das Unternehmen ist zudem der größte Free-TV-Sender in Deutschland. Mehrheitlich gehört die in Unterföhring ansässige Sendergruppe den beiden Finanzinvestoren KKR (Kohlberg Kravis Roberts & Co.) und Permira.

Hierfür betreibt das Unternehmen die Sender-Marken Sat.1, ProSieben, Kabel 1 und 9Live in Deutschland. Die Sender finanzieren sich mehrheitlich über Werbeschaltung zwischen Serien und Spielfilmen. Das Werbefinanzierte Free-TV-Geschäft bildet daher auch das Kerngeschäft des Unternehmens. Insgesamt operiert ProSiebenSat.1 aus dem Geschäftsbereich Free-TV und Diversifikation heraus, der wiederum in drei Geschäftsbereiche Free-TV in Deutschland, Free-TV International und Diversifikation gegliedert ist.

Jedoch ist die Mediengruppe nicht nur in Deutschland aktiv. Auch in den Niederlanden betreibt ProSiebenSat.1 mit Veronica, Net 5 und SBS 6 eigene TV-Sender. In Belgien ist der Medienkonzern über die Sender Belgien VT 4 und Vijf TV vertreten, während das Unternehmen in Schweden die Sender Kanal 5 und Kanal 9 betreibt. In Norwegen ist ProSiebenSat.1 mit den Sendern TV Norge und FEM am Start, während man in Dänemark die Sender Kanal 4, Kanal 5 und SBS Net betreibt. Auch in Osteuropa ist man mit den TV2 (Ungarn) und mit Prima TV und Kiss TV (Rumänien) aktiv.

Der Sender sonnenklar.TV wurde hingegen im September 2005 an BigXtra verkauft. Mitte 2007 hatte sich ProSiebenSat.1 in Europa durch die Übernahme der SBS Broadcasting Group für 3,3 Mrd. Euro noch mal verstärkt. Ende 2008 hatte sich ProSiebenSat.1 von seinem Pay-TV-Sender C More getrennt. Mitte 2009 bündelte ProSiebenSat.1 seine TV- und Online-Vermarktungsaktivitäten in der SevenOne Media GmbH. Mitte 2010 trennte sich ProbSiebenSat.1 von seinem Nachrichtensender N24.

In den vergangenen Jahren expandierte ProSiebenSat.1 zunehmend ins World Wide Web. So betreibt das Unternehmen mit den Video-Portalen maxdome und MyVideo populäre Internet-Angebote im deutschsprachigen Raum. Bereits im Jahr 2006 kaufte die Sendergruppe die Solute GmbH, welche die Preissuchmaschine Billiger.de betreibt. Zudem übernahm ProSiebenSat.1 das Frauen-Portal Fem.com. Neben Fem.com betreibt ProSiebenSat.1 noch die Webseiten Wer-Weis-Was.de, Wetter.com und Oktoberfest.de. Im Frühjahr 2008 übernahm der Sender zudem die Mehrheit an dem Online-Netzwerk Lokalisten.de. Im Herbst 2008 folgte schließlich die Übernahme der Social-Newsseite Webnews.de. Gleichzeitig wurde die IT-Sparte an IBM verkauft. Ende 2009 startete ProSiebenSat.1 den Frauen-Sender "Fem TV". Im Mai 2010 ist zudem der Frauen-Sender Sixx an den Start gegangen. Über den Produktionsarm Red Arrow Entertainment kaufte ProSiebenSat.1 in 2011 die schwedische Produktionsfirma Hard Hat.

Zahlen

Im dritten Quartal 2011 legten die Umsatzerlöse der ProSiebenSat.1 Media AG aus fortgeführten Aktivitäten auf 594,5 Mio. Euro zu, was einem Anstieg um 8,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht. Das Nettoergebnis des dritten Quartals 2011 aus fortgeführten Aktivitäten (nach Anteilen anderer Gesellschafter) gab dabei von 19,7 Mio. auf 11,4 Mio. Euro nach.

Meldung gespeichert unter: Free-TV

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