ProSiebenSat.1: Finanzinvestoren machen Kasse

KKR und Permira werfen Milliarden-Aktienpaket auf den Markt

Mittwoch, 13. November 2013 14:29
ProSiebenSat.1 Media

(IT-Times) - ProSiebenSat.1-Aktien stand zuletzt deutlich unter Druck, nachdem bekannt wurde, dass sich die beiden Finanzinvestoren KKR und Permira weiter aus dem Unternehmen zurückziehen. Die Investmentbanken J.P. Morgan und Bank of America Merrill Lynch sollen bis zu 35 Millionen ProSiebenSat.1-Aktien zwischen 31,53 und 32,10 Euro am Markt platzieren. Damit wollen KKR und Permira ihre gemeinsame Beteiligung am Free-TV-Konzern auf 17 Prozent reduzieren, wie die Schweizer Handelszeitung berichtet.

Am Markt wurde die Verkaufsabsicht der beiden Finanzinvestoren mit deutlichen Kursabschlägen quittiert. ProSiebenSat.1-Aktien (WKN: 777117) brachen zuletzt um mehr als 4,8 Prozent auf unter 32 Euro ein. Doch warum steigen die Finanzinvestoren gerade jetzt aus, fragen sich viele Kleinanleger. Der Grund könnte der rasante Kursanstieg sein. Seit Anfang 2012 hat sich der ProSiebenSat.1-Aktienkurs in etwa verdoppelt - Zeit Gewinne mitzunehmen.

ProSiebenSat.1 hebt Umsatzausblick an
Die Aussichten für den Fee-TV-Anbieter sind dagegen weiter positiv. ProSiebenSat.1 erwartet für das laufende Jahr 2013 ein Rekordergebnis im operativen Geschäft, zudem hat das Unternehmen seine Umsatzprognose jüngst angehoben und erwartet bis 2015 einen Umsatz von rund 2,851 Mrd. Euro. Bis zum Jahr 2018 will ProSiebenSat.1 sogar eine Mrd. Euro mehr umsetzen als im Jahr 2012.

Erfolg in der digitalen Welt
Der Grund für den Optimismus ist nicht zuletzt der Erfolg in der digitalen Welt. Allein im jüngsten Quartal kletterte das Geschäft (Digital & Adjacent) um 52,9 Prozent auf 124,1 Mio. Euro. Die digitalen Aktivitäten steuern inzwischen mehr als 20 Prozent zum konsolidierten Gesamtumsatz bei, schwärmt ProSiebenSat.1 CEO Thomas Ebeling. Auch in den nächsten Jahren will der Free-TV-Sender seine Position als digitales Entertainment- und E-Commerce-Powerhouse weiter ausbauen.

Marktanteil von Maxdome bei 35 Prozent
Mit Maxdome hat ProSiebenSat.1 ein heißes Eisen im Feuer, um seine Ziele zu realisieren. Der Streaming-Videoservice Maxdome (über 50.000 Filme und TV-Serien) hat sich inzwischen einen Marktanteil von 35 Prozent im Video-On-Demand-Bereich sichern können. Doch in der digitalen Welt ist die ProSiebenSat.1-Tochter nicht allein. Neben der Amazon-Tochter Lovefilm tummeln sich noch Anbieter wie Watchever.

Richtig ungemütlich könnte es für Maxdome werden, wenn der amerikanische Streaming-Spezialist Netflix doch noch in den deutschen Markt einsteigt. Doch noch ist es nicht soweit und so scheinen die ehrgeizigen Ziele des Pay-TV-Senders für die kommenden fünf Jahre realistisch.

Kurzportrait

Die in Unterföhring bei München ansässige ProSiebenSat.1 Media AG gilt als einer der führenden Medienkonzerne in Europa. Das im Jahr 2000 gegründete Unternehmen ist zudem der größte Free-TV-Sender in Deutschland. Die beiden Finanzinvestoren KKR (Kohlberg Kravis Roberts & Co.) und Permira fuhren zuletzt ihre Beteiligung an dem deutschen TV-Sender auf 17 Prozent zurück.

Hierfür betreibt das Unternehmen die Sender-Marken Sat.1, Sat.1 Gold, ProSieben, Kabel Eins, Sat.1 und Sixx mit denen das Unternehmen mehr als 41 Millionen TV-Haushalte in Deutschland, Österreich und der Schweiz erreicht. Die Sender finanzieren sich mehrheitlich über Werbeschaltung zwischen Serien und Spielfilmen. Das Werbefinanzierte Free-TV-Geschäft bildet daher auch das Kerngeschäft des Unternehmens.

ProSiebenSat.1 ist nicht nur in Deutschland aktiv. Auch in den Niederlanden betreibt ProSiebenSat.1 mit Veronica, Net 5 und SBS 6 eigene TV-Sender. In Belgien ist der Medienkonzern über die Sender Belgien VT 4 und Vijf TV vertreten. In Norwegen ist ProSiebenSat.1 mit den Sendern TV Norge und FEM am Start, während man in Dänemark die Sender Kanal 4, Kanal 5 und SBS Net betreibt. Auch in Osteuropa ist man mit den TV2 (Ungarn) und mit Prima TV und Kiss TV (Rumänien) aktiv.

Mitte 2007 hatte sich ProSiebenSat.1 in Europa durch die Übernahme der SBS Broadcasting Group für 3,3 Mrd. Euro noch mal verstärkt. Mitte 2009 bündelte ProSiebenSat.1 seine TV- und Online-Vermarktungsaktivitäten in der SevenOne Media GmbH. Mitte 2010 trennte sich ProbSiebenSat.1 von seinem Nachrichtensender N24.

In den vergangenen Jahren expandierte ProSiebenSat.1 zunehmend ins Internet. So betreibt das Unternehmen mit den Video-Portalen maxdome und MyVideo populäre Internet-Angebote im deutschsprachigen Raum. Bereits im Jahr 2006 kaufte die Sendergruppe die Solute GmbH, welche die Preissuchmaschine Billiger.de betreibt. Zudem übernahm ProSiebenSat.1 das Frauen-Portal Fem.com.

Neben Fem.com betreibt ProSiebenSat.1 noch die Webseiten Wer-Weis-Was.de, Wetter.com und Oktoberfest.de. Im Frühjahr 2008 übernahm der Sender zudem die Mehrheit an dem Online-Netzwerk Lokalisten.de. Im Herbst 2008 folgte schließlich die Übernahme der Social-Newsseite Webnews.de. Ende 2009 startete ProSiebenSat.1 den Frauen-Sender „Fem TV“. Im Mai 2010 ist zudem der Frauen-Sender Sixx an den Start gegangen. Über den Produktionsarm Red Arrow Entertainment kaufte ProSiebenSat.1 in 2011 die schwedische Produktionsfirma Hard Hat. Im Frühjahr 2013 verkaufte der Free-TV-Anbieter seine TV- und Radio-Aktivitäten in Nordeuropa. Mitte 2013 rief ProSiebenSat.1 den Musik-Streaming-Service Ampya ins Leben. Der Musik-Dienst wird von der Berliner Tochter Magic Internet Musik GmbH betrieben.

Zahlen

Meldung gespeichert unter: Free-TV

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