Priceline.com setzt auf Booking.com

Donnerstag, 15. Februar 2007 00:00
Priceline.com

(IT-Times) Der amerikanische Online-Touristikspezialist Priceline.com (Nasdaq: PCLN, WKN: 766054) bleibt weiter auf der Gewinnerstraße. Umsatz und Gewinne legten auch im vergangenen Dezemberquartal über den Erwartungen zu. Die positive Entwicklung der letzten Quartale spiegelt sich auch im Aktienkurs wieder, der sich in den vergangenen sechs Monaten nahezu verdoppelte.

Ein Grund für den riesigen Erfolg des Unternehmens ist nicht zuletzt das boomende Geschäft in Europa. Die Übernahme des niederländischen Buchungsspezialisten Bookings B.V. im Juli 2005 stellt sich als Glücksgriff heraus. Über die Plattform Booking.com schickt sich Priceline.com an, die Märkte Europas zu erobern. Günstige Preise, eine Auswahl aus mehr als 29.000 Hotels und der Wegfall von Buchungsgebühren sorgen für einen kräftigen Schub in Europa. Priceline Europe konnte im jüngsten Quartal Buchungen im Volumen von 319 Mio. US-Dollar entgegen nehmen - ein Zuwachs von stolzen 101 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Priceline will die Nummer eins in Europa werden

Damit ist das Unternehmen drauf und dran seinem langfristigen Ziel einen großen Schritt näher zu kommen. In Europa wolle man zum führenden Online-Hotelreservierungsdienst aufsteigen und auch bleiben, heißt es aus dem Priceline-Management. Um dieses Ziel zu erreichen soll die europäische Marke Booking.com weiter gestärkt werden.

Dabei will Priceline.com spezielle Maßnahmen ergreifen, um den aktuellen Aufwärtstrend auch in das Jahr 2007 hinein mitzunehmen. Neben einer geografischen Expansion will man auch Integrationsmöglichkeiten zwischen Europa und den USA wahrnehmen. Dementsprechend optimistisch gibt man sich dann auch für das laufende Jahr 2007. Die Buchungen bei Priceline Europe sollen im ersten Quartal um 75 bis 80 Prozent gegenüber dem Vorjahr zulegen. Auf Jahressicht strebt Priceline.com einen Nettogewinn von 2,60 bis 2,90 Dollar je Aktie an.

Kurzportrait

Die Internet-Plattform Priceline.com, die im Jahre 1998 mit seinem Internet-Service online ging, gilt als eines der populärsten Namen und zugleich als eines der größten E-Commerce Seiten im weltweiten Datennetz. Durch sein patentiertes System (US-Patent Nr. 5.794.207) können Interessenten einen Preis für Flugtickets, Hotelzimmer, Kreuzfahrten, und Mietautos nennen, während sich das Softwaresystem in der angeschlossenen Datenbank auf die Suche nach übereinstimmenden Angeboten begibt. Der Nutzer erklärt sich dabei gleichzeitig bereit, seine Anfrage über einen gewissen Zeitraum offen zu halten. Findet Priceline.com ein Angebot, welches zum vorgegebenen Preis passt, kommt ein Kaufvertrag zwischen dem Interessenten und Priceline.com zu Stande.

Insgesamt bietet Priceline.com seinen Service in weit mehr als 1.200 Großstädten der USA an und verfügt über eine Datenbank, an welcher über 20.000 Hotels in Europa, Kanada, Mexiko und der Karibik angeschlossen sind. Im Bereich der Vermittlung von Flugtickets kooperiert das Unternehmen mit mehr als 30 nationalen und internationalen Fluglinien. Die funktionale Online-Plattform wird dabei von einem kostenlosen Newsletter-Service ergänzt, der den Interessenten über aktuelle Angebote informiert. Der Online-Service wird zudem durch einen Last-Minute-Service abgerundet. Gemeinsam mit dem Unternehmen LastMinuteTravel Network bietet das Unternehmen auch Angebote auch für kurzentschlossene Kunden an.

Auch einen entsprechenden Finanzierungsservice stellt Priceline.com ergänzend bereit. Über den Service PricelineMortgage können Interessenten entsprechende Möglichkeiten zur Refinanzierung bestimmter Ausgaben, wie zum Eigenheimbau in Anspruch nehmen. Dieser Service zeichnet sich nach Angaben der Gesellschaft durch einen besonders niedrigen und über Jahre hinweg stabilen Zinssatz aus, verspricht der Online-Anbieter aus Norwalk/Connecticut. Im Jahr 2002 kaufte das Unternehmen die Domain, sowie die Rechte an der rivalisierenden Online-Plattform Lowestfare.com, welche zuvor ebenfalls Flugtickets über das Internet anbot. Mit der Akquisition von Rentalcars.com stieg Priceline.com auch in das Mietwagengeschäft ein. Im Jahr 2004 übernahm Priceline.com schließlich das Reise-Portal Travelweb.com und Active Hotels. Mitte 2005 übernahm Priceline.com den holländischen Buchungs- und Reservierungsspezialisten Bookings B.V. (Booking.com).

Zahlen

Für das vergangene Dezemberquartal meldet Priceline.com einen Umsatzanstieg auf 260,1 Mio. US-Dollar, ein Zuwachs von 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Gewinn schnellte dabei auf 13,2 Mio. Dollar oder 33 US-Cent je Aktie nach oben, nach einem Plus von 3,8 Mio. Dollar oder neun US-Cent je Aktie im Vorjahresquartal.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen ergibt sich für das jüngste Quartal ein operativer Gewinn von 40 US-Cent je Aktie, womit Priceline.com die Umsatzerwartungen übertreffen konnte. An der Wall Street hatte man im Vorfeld nur mit Einnahmen von 235,9 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 40 US-Cent je Aktie kalkuliert.

Priceline.com führt den positiven Geschäftsverlauf unter anderem auf sein europäisches Geschäft Booking.com zurück, wo sich die Buchungen verdoppelt hätten. Für das somit abgeschlossene Gesamtjahr 2006 meldet Priceline.com einen Umsatzanstieg auf 1,12 Mrd. Dollar, ein Plus von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Gewinn sank dabei zunächst auf 72,5 Mio. Dollar oder 1,68 Dollar, nach einem Plus von 190,9 Mio. Dollar oder 4,21 Dollar je Aktie im Jahr vorher. Insgesamt beendete Priceline.com das Jahr 2006 mit liquiden Mitteln von 434 Mio. Dollar.

Markt und Wettbewerb

Priceline.com steht nicht nur in direkter Konkurrenz zu anderen etablierten Online-Reiseanbietern wie Expedia und Sabre Holdings (Travelocity.com) ausgesetzt. Auch der klassische Hotelreservist Cendant verfügt nicht nur über ein umfangreiches Hotelnetz, sondern kontrolliert auch über die Avis Group einen größeren Markanteil im Mietwagengeschäft. Daneben kaufte sich Cendant durch den Erwerb von CheapTickets.com in den Eintrittskarten-Handel ein.

Gleichzeitig bieten inzwischen verschiedene Fluggesellschaften ebenfalls entsprechende Online-Services auf ihren hauseigenen Internet-Angeboten an. Diese wollen ihre freien Flugsitze zunehmend auch über eigene Internet-Plattformen an den Verbraucher bringen.

Zu den weiteren Mitbewerbern zählen daneben auch Hotels.com und Hotwire, sowie die Nummer drei der Branche Orbitz.com, wobei Orbitz.com inzwischen von Cendant übernommen wurde. Daneben konkurriert Priceline.com auch mit eBookers.com und Travelzoo sowie mit Hotel.de.

Meldung gespeichert unter: Booking.com

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