Perfect World macht Bekanntschaft mit der realen Welt

Dienstag, 20. Mai 2008 13:17
Perfect World

(IT-Times) Trotz dreistelliger Wachstumsraten gaben die Aktien des chinesischen Online-Spielentwicklers Perfect World (Nasdaq: PWRD, WKN: A0MWMP) zuletzt kräftig nach. Der schwächere Ausblick im Hinblick auf das laufende Quartal haben Investoren zu Gewinnmitnahmen veranlasst.

Da die Game-Server drei Tage vom 19. bis zum 22. Mai abgeschaltet bleiben, werden die Umsätze im laufenden Quartal bestenfalls stagnieren, teilt das Unternehmen mit. Am Sonntag hatte die chinesische Regierung eine dreitägige Staatstrauer angeordnet, um der vielen Erdbebenopfer in der Vorwoche zu Gedenken.

Mehr Geld für Entwickler und US-Niederlassung
Zudem kündigte Perfect World weitere Investitionen in seine Forschungs- und Entwicklungsstandorte in Beijing und Shanghai an, um die Entwicklung neuer Spiele voranzutreiben. Daneben hat das Unternehmen mit der Perfect World Entertainment Inc bzw. PW USA eine neue Tochter in den USA gegründet, um das US-Geschäft zu forcieren. Auch in die US-Einheit soll im laufenden Quartal mehr Geld fließen, was letztendlich zu niedrigeren operativen Gewinnmargen führen wird, teilt das Unternehmen mit.

Die Investitionen mögen die Ergebnisse kurzfristig belasten, doch langfristig gibt es zur US-Präsenz keine Alternative, gelten die USA neben Japan und China als eine der größten Spielemärkte weltweit.

Beteiligung an Chendgu Seasky
Daneben hat sich Perfect World an einem interessanten Entwicklerstudio in Chengdu beteiligt. Für nur 3,0 Mio. US-Dollar hat sich die Gesellschaft 20 Prozent der Anteile an dem chinesischen Spielentwickler Chengdu Seasky Digital Entertainment gesichert. Die im Jahre 2002 gegründete Chengdu Seasky zeichnet unter anderem für das populäre 2D MMORPG „Heavenly Sword and Dragon Sabre“ verantwortlich. Auf der chinesischen Novelle basieren zahlreiche TV-Serien und Filme, was recht gut in das bestehende Konzept von Perfect World passt.

Mit „Chi Bi“ hat das Unternehmen erst im Januar sein neuestes Online-Rollenspiel auf den Markt gebracht, welches ebenfalls auf einer populären chinesischen Novelle basiert. Der entsprechende Kinofilm mit dem Namen „Red Cliff“ soll noch vor den Olympischen Spielen in die Kinos kommen, wobei sich hier Perfect World durchaus berechtigte Hoffnungen auf einen zusätzlichen Marketingschub machen kann, schließlich gilt der von John Woo inszenierte Streifen als einer der teuersten Filme in Asien...

Kurzportrait

Die in Beijing ansässige Perfect World gilt als eines der jüngsten, aber erfolgreichsten Entwicklerstudios in China. Das Unternehmen wurde erst im Juni 2006 gegründet, gehört aber inzwischen zu den Top-10 Entwicklerstudios im Reich der Mitte.

Das Unternehmen hat sich dabei auf die Entwicklung so genannter Massiver Online-Rollenspiele konzentriert und hat derzeit insgesamt fünf Online-Rollenspiele am Start: "Perfect World," "Legend of Martial Arts," "Perfect World II" und "Zhu Xian" und „Chi Bi“. “Chi Bi” ist ein MMORPG, welches zusammen mit dem von John Woo inszenierten Film „Red Cliff“ in 2008 vermarktet werden soll. „Chi Bi“ ist die chinesische Bezeichnung für „Red Cliff“.

Bei der Entwicklung seiner Spiele vertraut das Unternehmen auf seine innovative Angelica 3D Engine. Durch diese Entwicklungsplattform ist das Unternehmen in der Lage binnen sehr kurzer Zeit neue Instanzen und Erweiterungen für seine bestehenden Online-Spiele zu generieren und gänzlich neue Titel zu schaffen. Nach eigenen Angaben nach ist Perfect World binnen sechs Monaten in der Lage, größere Erweiterungen für seine Online-Spiele auf den Markt zu bringen.

Während Perfect World für sein erstes Online-Rollenspiel „Perfect World“ ein pay-to-play Geschäftsmodell anwendet, basieren die jüngsten Spiele „Legend of Material Arts“, „Perfect World II“, „Zhu Xian“ und „Chi Bi“ auf dem free-to-play Geschäftsmodell. Dies bedeutet, dass Basisfunktionen des Spiels grundsätzlich kostenlos zur Verfügung stehen, Spieler können sich jedoch zusätzliche Waffen und andere virtuelle Gegenstände hinzukaufen. Zu diesem Zweck vermarktet das Unternehmen entsprechende Game-Karten über ein Netz von mehr als 27 Vertriebspartnern. Darüber hinaus vertreibt das Unternehmen Spielepunkte über seine Webseite und sein E-Commerce System. Im Frühjahr 2008 beteiligte sich Perfect World mit 20 Prozent an dem chinesischen Entwicklerstudio Chengdu Seasky Digital Entertainment.

Eine weitere Einnahmequelle stellt das Lizenzgeschäft dar. Perfect World hat im Zusammenhang mit seinen Online-Spielen verschiedene Lizenzverträge mit Drittanbietern im Ausland geschlossen, so dass die Spiele heute nicht nur in China, sondern auch in Japan, Taiwan und in Malaysia auf den Markt sind.

Zahlen

Im jüngsten Quartal konnte Perfect World den Umsatz um 247,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 303,2 Mio. Renminbi (RMB) bzw. 43,2 Mio. US-Dollar. Der Bereich Online-Spiele steuerte den Großteil zum Gesamtumsatz bei, wobei Perfect World hier Einnahmen von 37,7 Mio. Dollar verbuchen konnte. Perfect World führt den rasanten Umsatzsprung auf das erfolgreiche Marktdebüt des neuen Online-Rollenspiels „Chi Bi“ zurück. Auch die Marketingkampagne „Perfect Festival“ habe zum guten Abschneiden im jüngsten Quartal beigetragen, hieß es.

Insgesamt waren im jüngsten Quartal im Schnitt 660.000 Online-Spieler in den virtuellen Welten von Perfect World unterwegs, ein Zuwachs von 177,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Durchschnittsumsatz pro Spieler kletterte auf 151 RMB, ein Zuwachs von 58,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch im Ausland konnte Perfect World zulegen und seine Lizenzerlöse auf 38,7 Mio. RMB bzw. 5,5 Mio. Dollar steigern, ein Zuwachs von 265 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Meldung gespeichert unter: Perfect World

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