Oracle weiter im Aufwind

Freitag, 21. Dezember 2007 13:08
Oracle

(IT-Times) Der US-Softwarespezialist Oracle (Nasdaq: ORCL, WKN: 871460) hat mit seinen Zukäufen in den vergangenen Jahren den Grundstein für weiteres Wachstum gelegt. Nachdem Oracle bereits in den letzten Quartalen überzeugen konnte, verstetigte sich auch im dritten Quartal der jüngste Trend: Oracle ist wieder im Aufwind.

Die Zahlen geben der aggressiven Akquisitionsstrategie des Oracle-Gründers Larry Ellison Recht. Oracle-Finanzchefin Safra Catz erklärt das gute Abschneiden mit einfachen Worten: „Wir verkaufen mehr Produkte an mehr Kunden in mehr Industrien“. Jeder abgeschlossene Deal sei etwas höher als in der Vergangenheit, so die einflussreiche Oracle-Managerin.

Oracle will neue Industrien erobern
Oracle-Gründer Larry Ellison will sich nach der Einkaufstour in den letzten Jahren keinesfalls zurücklehnen. Vielmehr kündigt der Manager an, in weitere Industrien expandieren zu wollen. „Das ist unsere Strategie für weiteres Wachstum“, stellt der Oracle-CEO im Rahmen einer Pressekonferenz mit Analysten klar. Dies klingt fast wie eine Kampfansage an andere Softwarespezialisten, die bislang nicht in direkte Konkurrenz zu Oracle standen.

Nachdem sich Oracle bislang hauptsächlich mit IBM und SAP um Kunden für Geschäftssoftware stritt, legt sich der Datenbankspezialist zunehmend auch mit Marktführern aus anderen Branchen an. Dazu gehören zum Beispiel auch Red Hat. Oracle hat eine eigene Linux-Initiative gestartet und will künftig mit entsprechendem Linux-Support weitere Kunden vom weltweit größten Linux-Distributor weglocken. Mit „Oracle VM“ stellte Oracle jüngst seine eigene Virtualisierungsplattform vor und zielt damit auf einen Markt, der zuletzt von VMware dominiert wurde.

Oracle gewinnt weiter Marktanteile
Trotz der Expansionsvorhaben in andere Marktbereiche dürfte es für die angestammten Wettbewerber wie SAP, IBM oder auch BEA Systems kaum leichter werden. Vor allem im Bereich Middleware konnte Oracle offenbar deutlich gegen IBM und BEA Boden gut machen. Das Oracle-Geschäft wuchs hier um 80 Prozent.

Auch gegen den Erzrivalen SAP konnte Oracle eigenen Angaben zufolge Marktanteile gewinnen. Im Bereich Software-Applikationen zählt Oracle 365 Fälle, in denen man vor SAP den Vorzug erhielt. Als Beispiele nennt Oracle hier CellGen, sowie eine der größten chinesischen Banken und die Korean Airlines.

Im Hinblick auf das anstehende Jahr 2008 scheint derzeit Nichts und niemand Oracle auf seinem Siegeszug aufhalten zu können. Selbst die schwächelnde US-Konjunktur samt US-Hypothekenkrise dürfte Oracle aufgrund seiner inzwischen breiten Aufstellung im Markt besser überstehen, als manch anderer Wettbewerber…

Kurzportrait

Die im Jahre 1977 gegründete und in Redwood City/Kalifornien ansässige Oracle galt in der Vergangenheit als klassischer Datenbankspezialist. Inzwischen operiert Oracle von zwei wesentlichen Geschäftsbereichen heraus: Software und Services. Diese zwei Geschäftsbereiche sind wiederum in fünf operative Segmente unterteilt. Über das Softwaregeschäft erwirtschaftet Oracle nach wie vor den Großteil seiner Umsatzerlöse.

Mit dem neuen Datenbank- und Anwendungsserver 10g will Oracle verstärkt auf verteiltes Rechnen setzen. Darüber hinaus expandierte Oracle auch in die Bereiche elektronische Beschaffungssysteme, Customer Relationship Management (CRM) und Business Intelligence (BI). Der Bereich Supply Chain Management bildet eine Ergänzung zu den bisherigen Datenbank- und Anwendungslösungen aus dem Hause Oracle.

Neben dem Datenbankgeschäft bietet Oracle weitere Systemsoftware in Form von Serversoftware an. Der Visionäre Oracle-Chef Larry Ellison hält nach wie vor eine Minderheitsbeteiligung an dem Softwarehaus, welches nach Microsoft und IBM als drittgrößter Softwarehersteller der Welt gilt.

Nach einer 18-monatigen Übernahmeschlacht übernahm Oracle den US-Softwarespezialisten PeopleSoft im Januar 2005 für rund 10,3 Mrd. Dollar. Wenige Monate später folgte die Übernahme des kleineren Rivalen Retek. Gleichzeitig übernahm Oracle den Sicherheitsspezialisten Oblix und den Daten-Management-Anbieter TimesTen. Später kaufte Oracle den finnischen Open Source Spezialisten Innobase OY, sowie den Logistikspezialisten G-Log. Ende 2005 folgte der Zukauf der beiden Sicherheitsspezialisten Thor Technologies, OctetString sowie die Übernahme des führenden Kunden-Management-Softwarehersteller Siebel Systems. Anfang 2006 übernahm Oracle den Softwarenanbieter 360Commerce und den Open Source Spezialisten Sleeypcat. Mitte 2006 schloss Oracle die Übernahme von Portal Software ab. Gleichzeitig erhöhte Oracle seine Beteiligung an der indischen i-flex auf inzwischen über 80 Prozent. Anfang 2007 kaufte Oracle dann den Business Intelligence Spezialisten Hyperion Solutions. Wenige Monate später folgte dann die Übernahme von Agile Software. Anschließend wurden mit Bharosa, Netsure Telecom, Bridgestream, LogicalApps, Interlace Systems und Moniforce weitere Firmen hinzugekauft. Insgesamt wurden in den letzten Jahren mehr als 40 Firmen für rund 25 Mrd. Dollar aufgekauft.

Mit der Einheit OracleMobile.com will der Datenbankspezialist insbesondere den Mobilfunkbereich erschließen. Mobile Geschäftslösungen und Services rund um das Handy sollen das bestehende Oracle-Angebot ergänzen. In 2007 stieg Oracle mit Oracle VM auch in den Virtualisierungsmarkt ein.

Zahlen
Für das zurückliegende zweite Fiskalquartal 2008 meldet Oracle einen Umsatzsprung auf 5,31 Mrd. US-Dollar, was einem Zuwachs von 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dabei half dem Unternehmen nicht zuletzt die jüngste Einkaufstour im Softwaresektor. Der Gewinn kletterte um 35 Prozent auf 1,3 Mrd. US-Dollar oder 25 US-Cent je Aktie, nach einem Plus von 967 Mio. Dollar oder 18 US-Cent je Aktie im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen konnte Oracle im jüngsten Quartal einen Nettogewinn von 31 US-Cent je Aktie erwirtschaften und damit die Markterwartungen übertreffen. Analysten hatten im Vorfeld nur mit Einnahmen von 5,04 Mrd. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 27 US-Cent je Aktie gerechnet.

Meldung gespeichert unter: Oracle

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