nVidia nimmt mit Tegra wieder Fahrt auf

Dienstag, 23. März 2010 13:01
Nvidia Unternehmenslogo

(IT-Times) - Der US-Grafikchiphersteller nVidia (Nasdaq: NVDA, WKN: 918422) sieht sich wieder im Aufwind. Seit November 2009 legte der nVidia-Aktienkurs um nahezu 50 Prozent zu. Analysten wie Raymond James Experte Hans Mosesmann erwarten eine weiterhin hohe Nachfrage im Chip-Bereich, die wohl das Angebot übersteigen wird. Der Analyst rechnet daher auch im laufenden Jahr mit einer angespannten Angebots-/Nachfragesituation.

nVidia untermauerte zuletzt nochmals den Optimismus in sein Geschäft und dehnte sein 2,7 Mrd. Dollar schweres Aktienrückkaufprogramm bis Mai 2013 aus. Bislang kaufte nVidia 90,9 Millionen eigene Aktien zum Gesamtwert von 1,46 Mrd. Dollar zurück. Das Unternehmen kann es sich leisten, schreibt man inzwischen wieder schwarze Zahlen und sitzt auf Barreserven von 1,7 Mrd. Dollar.

Viel bedeutender sind jedoch die Fortschritte im operativen Geschäftsbereich. Während sich das Unternehmen im vergangenen Jahrzehnt eher schwer tat, im Handheld-Bereich Fuß zu fassen, scheint dem Unternehmen mit der neuen Tegra-Plattform der große Wurf gelungen zu sein.

nVidia punktet im Markt für mobile Grafikprozessoren
Mitte 2008 brachte nVidia seine ersten Tegra-basierten System-on-Chip Lösungen auf den Markt, wobei schon die erste Tegra-Generation in einer ganzen Reihe von Smartphones zum Einsatz kam. Inzwischen konnte sich nVidia mit Tegra mehr als 50 Design-Wins sichern, nachdem immer mehr Smartphone-Hersteller auf die neue nVidia Handheld-Plattform setzen.

Um die Entwicklung weiter voranzutreiben, hat nVidia jüngst sein System-on-Chip Team und seine Core-Logic Entwicklergruppe zusammengeführt. Ein Team bestehend aus 650 Ingenieuren soll nun die Entwicklung der Tegra-Plattform weiter vorantreiben. Aktuell arbeitet nVidia gemeinsam mit Partnern an über 50 Tegra-Produkten, so nVidia-Sprecher Bruce Chan gegenüber dem Wall Street Journal.

Auch im Boommarkt Netbooks hat nVidia nochmal nachgelegt und Anfang März mit Ion 2 die zweite Generation seiner Grafikprozessor-Plattform für Netbooks ins Rennen geschickt, die um bis zu zehn mal leistungsfähiger sein soll, als bisherige Standard-Grafiken in Netbooks…

Kurzportrait

Die im kalifornischen Santa Clara ansässige nVidia gilt neben AMD/ATI als der weltweit führende Anbieter von Grafikchips. Das Unternehmen befasst sich seit seiner Gründung mit der Entwicklung und Fertigung von 2D- und 3D-Grafikchips, welche auf verschiedenen Plattformen zum Einsatz kommen. Neben PCs, finden die Chipsätze ebenso in Spielekonsolen, Workstations, Handhelds als auch in Macintosh-Computern, sowie in Notebooks/Netbooks und Handys Verwendung. Durch die Übernahme von 3dfx Interactive ist nVidia im Besitz der Marken- und Patentrechte der früheren Grafikkarten-Marke Voodoo gekommen. Als besonders aussichtsreich gilt inzwischen das Konsolengeschäft. NVidia liefert dabei unter anderem auch die Grafikchips für die PlayStation 3 (PS3). NVidia war darüber hinaus auch maßgeblich an dem PC-Grafikstandard DirectX 8.0 bzw. 9.0 beteiligt, welcher in Zusammenarbeit mit Microsoft entwickelt wurde.

Insgesamt operiert nVidia heute aus vier Kerngeschäftsbereichen heraus: Das GPU-Geschäft, sowie das Professional Solutions Business (PSB), das Media- und Communications Prozcessor (MCP) Geschäft und das Consumer Products Business(CPB). Das Geschäft mit Grafikprozessoren besteht mehrheitlich aus drei großen Produktfamilien: der GeForce-Reihe, der GeForce Go sowie aus der nVidia Quadro Reihe. Mit Quadro2 Go brachte das Unternehmen nach eigenen Angaben nach den weltweit ersten mobilen Workstation-Chipsatz auf den Markt, welcher insbesondere für den Einsatz bei professionellen Anwendern gedacht ist. Mit der GoForce-Produkfamilie deckt nVidia den Handheld-Bereich ab, während das Unternehmen mit seiner nVidia nForce-Produktfamilie neben dem PC- und Notebook-, auch den Markt für professionelle Workstations und Server abdeckt. Mit seiner neuen Tesla-Produktreihe ist nVidia nunmehr auch im Markt für Supercomputer-Grafikchips vertreten. Mit neuen Tegra-basierten System-on-Chip Lösungen adressiert nVidia den Smartphone-Markt. Mit der Ion 2-Produktreihe geht nVidia den Netbook-Markt an.

Darüber hinaus arbeitet das Unternehmen mit allen wichtigen Computerherstellern weltweit zusammen. Zu den Kunden und Lizenzpartnern zählen dabei Dell, Gateway, Hewlett Packard, Sony, Toshiba, aber auch Apple und Fujitsu Siemens. Durch Kooperationen mit Systemhäusern versucht nVidia seinen Absatz weiter zu steigern und so Marktanteile zu sichern. In diesem Bereich kooperiert der Konzern unter anderem mit AOpen, Asus und Aztech. Nachdem sich nVidia im Bereich mobile Grafiklösungen durch die Übernahme von MediaQ verstärkte, kaufte das Unternehmen Ende 2005 den taiwanschen Chipspezialisten ULi Electronics. Im Herbst 2006 folgte schließlich die Übernahme des Chipentwicklers PortalPlayer. Ende 2007 übernahm nVidia die Berliner mental images. Anfang 2008 verstärkte sich nVidia durch den Kauf des PhysX-Entwicklers AGEIA Technologies sowie durch den Kauf von RaScale (Ray-Tracing).

Zahlen

Für das vergangene vierte Fiskalquartal 2009 meldet nVidia einen Umsatzsprung auf 982 Mio. US-Dollar, nach Einnahmen von 481,1 Mio. Dollar in der Vorjahresperiode. Dabei verdiente nVidia 131,1 Mio. Dollar oder 23 US-Cent je Aktie, nachdem im Vorjahr noch ein Verlust von 147,7 Mio. Dollar oder 27 US-Cent je Aktie entstand. Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen konnte nVidia einen Nettogewinn von 23 US-Cent je Aktie einfahren und übertraf damit die Gewinnerwartungen der Analysten. Diese hatten im Vorfeld mit Einnahmen von 957,2 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 20 US-Cent je Aktie gerechnet.

Insbesondere das Geschäft mit Grafik-Prozessoren für Laptops lief im jüngsten Quartal besonders gut, wie es bei nVidia heißt. Für das somit abgeschlossene Geschäftsjahr 2010 meldet nVidia einen Umsatzrückgang auf 3,33 Mrd. Dollar, nach Einnahmen von 3,42 Mrd. Dollar in der Vorjahresperiode. Dabei verbuchte das Unternehmen einen Verlust von 68 Mio. Dollar oder zwölf US-Cent je Aktie, nach einem Minus von 30 Mio. Dollar oder fünf US-Cent je Aktie in 2009.

Meldung gespeichert unter: Nvidia

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