Nokia weiter chancenlos? Lumia-Telefone bleiben Ladenhüter

Smartphones

Montag, 22. Oktober 2012 13:46
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(IT-Times) - Der angeschlagene finnische Mobiltelefonhersteller Nokia konnte mit seinem Zahlenwerk für das vergangene dritte Quartal 2012 nur kurzzeitig überzeugen. Mit einem Umsatzrückgang von 19 Prozent auf 7,24 Mrd. Euro und einem Nettoverlust von 0,03 Euro je Aktie fiel der Verlust zwar weniger stark aus als befürchtet, den Abwärtstrend konnte Nokia damit aber nicht stoppen.

Zwar verkauft sich die Asha-Produktlinie in Asien gut und auch die Netzwerksparte Nokia Siemens Networks hat einen operativen Gewinn ausweisen können, die Probleme im Smartphone-Bereich bekommt Nokia (NYSE: NOK, WKN: 870737) allerdings nach wie vor nicht in den Griff.

Nokia verkauft immer weniger Telefone
Insgesamt verkaufte Nokia im jüngsten Quartal 82,9 Millionen Handys, ein Rückgang von 63 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Smartphone-Absatz brach um 38 Prozent gegenüber dem Vorquartal auf 6,3 Millionen Einheiten ein. Weniger als Hälfte des Smartphone-Absatzes machten dabei Lumia-Telefone aus.

In den USA fielen die Lumia-Verkaufszahlen sogar von 600.000 Einheiten im zweiten Quartal 2012 auf rund 300.000 Geräte im dritten Quartal - ein Rückgang von 50 Prozent. Besonders enttäuschend ist, dass sich die obsolete Symbian-Plattform nach wie vor besser verkauft, als die neuen Lumia-Smartphones.

Die durchschnittlichen Verkaufspreise im Smartphone-Segment entwickelten sich dank des niedrigeren Absatzes von high-end Lumia-Geräten (Lumia 800 und Lumia 900) rückläufig. Mit ein Grund dürfte sein, dass sich die Lumia-Geräte der ersten Generation nicht auf Windows 8 updaten lassen.

Desaster in China
Nokia hatte bislang große Hoffnungen darauf gesetzt, mit kostengünstigen Telefonen in China weiter an der Spitze zu bleiben. Doch die Bemühungen zahlten sich bislang nicht aus. Ganz im Gegenteil: In China brach der Geräteabsatz zuletzt um 64 Prozent auf 5,8 Millionen Einheiten ein, wie die Financial Times anmerkt. Die Nettoerlöse brachen in China auf 278 Mio. Euro ein, ein Rückgang von 74 Prozent gegenüber dem Vorjahr und ein Einbruch um 49 Prozent gegenüber dem Vorquartal.

Auch in anderen Schwellenmärkten sieht es nicht sehr viel besser aus. In der Region Mittlerer Osten und Afrika brach der Geräteabsatz um 27 Prozent ein, in Asien-Pazifik ergibt sich ein Absatzminus von sieben Prozent

Neue Windows 8-basierte Smartphones sollen nunmehr die Wende bringen. Die neuen Modelle Lumia 920 und Lumia 820 können für den angeschlagenen finnischen Hersteller nicht schnell genug kommen. Nokia braucht dringend einen Verkaufshit, will das Unternehmen noch eine Chance im weltweiten Smartphone-Markt haben.

Kurzportrait

Die im Jahre 1865 gegründete und im finnischen Espoo ansässige Nokia stellte nach seiner Gründung ursprünglich Papier her. In den späteren Jahren machte sich Nokia als Hersteller von Gummistiefeln einen Namen. Erst im Jahre 1960 wandte sich Nokia den modernen Kommunikationstechniken zu. In den 80er Jahren stellte das Unternehmen dann elektronische Komponenten und ganze Computer her. Im Jahre 1987 folgte schließlich mit der Entwicklung von Mobilfunktelefonen der Durchbruch und der Beginn einer neuen Ära. Heute besitzt das Unternehmen mehr als 30.000 Patente im Mobilfunkbereich.

Das Unternehmen ist heute in drei wesentliche Kerngeschäftsbereiche unterteilt: Devices and Services, Navteq und der Netzwerksparte (Nokia Siemens Networks).

Nokia erregte in den vergangenen Jahren auch Aufmerksamkeit durch seine Expansion im Netzwerkbereich und entsprechende Firmenzukäufe. So kaufte Nokia unter anderem den GPS- und Kartenspezialisten Navteq im Rahmen einer Milliardentransaktion. Ende 2007 schloss man die Übernahme der Internettauschbörse Avvenu ab. Mitte 2008 kaufte Nokia auch die restlichen Anteile an dem britischen Mobile-Softwarehersteller Symbian. Daneben wurde auch die Übernahme des Softwarespezialisten Trolltech erfolgreich abgeschlossen. Mitte 2010 übernahm NSN die Netzwerkausrüstungssparte von Motorola. Mitte 2010 wurde zudem die Modemsparte (Wireless Modem) für 200 Mio. Dollar veräußert. Mitte 2011 trennte sich Nokia von seiner Operator Branded Messaging-Sparte (OBM). Gemeinsam mit der Siemens AG betreibt Nokia das 50:50 Joint Venture Nokia Siemens Networks (NSN).

Gleichzeitig verkaufte NSN seine Breitband-Festnetzsparte. Mitte 2012 trennte sich Nokia von seiner Luxus-Marke Vertu. Gleichzeitig wurde der Imaging-Spezialisten Scalado übernommen. Im Herbst 2012 kaufte Nokia ein Patentportfolio bestehend aus 500 Patenten und Patentanträgen an Vringo.

Gemeinsam mit Texas Instruments und STMicroelectronics will Nokia in Konkurrenz zu Qualcomm treten und den neuentwickelten CDMA-Standard CDMA 2000 1X am Markt etablieren. Mit seiner eigenen Internet-Plattform Ovi will Nokia im weltweiten Datennetz stärker Fuß fassen. Zudem besteht eine Kooperation mit Intel, um mit MeeGo eine neue Linux-basierte Softwareplattform für Mobiltelefone, Tablet PCs und Netbooks zu entwickeln. Anfang 2011 schloss Nokia eine Kooperation mit Microsoft, womit Windows Phone zur Hauptplattform im Smartphone-Bereich aufsteigen soll. In diesem Bereich hofft Nokia mit seinen Windows Phone-basierten Lumia-Modellen auf einen Durchbruch.

Zahlen

Meldung gespeichert unter: Nokia

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