Nokia und Co.: Wie geht es eigentlich den großen Mobiltelefon-Herstellern?

Freitag, 22. Januar 2010 15:35
Deutsche Telekom - T-Mobile Telefonieren

MÜNSTER (IT-TIMES) - Denkt man an den Mobilfunkmarkt der Zukunft, dann fallen einem sofort das mobile Internet, schnelle Datenverfügbarkeit oder Mobile Marketing ein. Als Akteure sind dabei stets Apple und Google sowie HTC als Hersteller von Google-Phones im Gespräch. Nur noch am Rand der Mobilfunkmärkte der Zukunft finden scheinbar die bisherigen Größen der Branche statt. Schaut man sich die Hersteller-Seite an, dann fallen einem natürlich Riesen wie Nokia, Sony Ericsson, Samsung, Motorola oder Research in Motion (Blackberry) ein. Ist für diese Unternehmen der Zug bereits abgefahren? Strampeln Sie zwar wie wild, bewegen sich aber dennoch Richtung Abgrund? Oder aber sind Apple und Google allenfalls Trendsetter, die die breite Masse aber noch nicht abschöpfen, da sich hier nach wie vor die ehemaligen Platzhirsche tummeln?

Beispiel: Nokia

Nokia muss etwas tun. Das Unternehmen sucht nach neuen Absatz- und Umsatzmärkten und so steigt man in den Ring mit Herstellern von Soft- und Hardware im Bereich der Navigation. Erst in dieser Woche verkündete das Unternehmen, man wolle Navigationsangebote der eigenen Mobiltelefone kostenfrei zur Verfügung stellen. Diese können Kunden sowohl zur Navigation im Auto als auch bei einem Spaziergang nutzen. Das Kartenmaterial, welches Nokia anbietet, kann entsprechend angepasst werden. So erhalten etwa Fußgänger andere Zusatzinformationen als Autofahrer, zum Teil werden auch alternative Routen angezeigt. Der Start des neuen kostenfreien Kartenmaterials erfolgt dabei über einen Relaunch von Ovi Maps. Entsprechende Anwendungen können dabei in Zukunft über das Internet auf das Smartphone herunter geladen werden. Man geht davon aus, den Marktanteil im Bereich der mobilen Navigation deutlich erweitern zu können, gleichzeitig wolle man auch das Angebot an Mehrwertdiensten vergrößern und so neue Maßstäbe setzen.

  Im Bereich der Hardware wiederum spricht man bei Nokia davon, ein klareres Produktangebot entwickeln zu wollen. Oder, anders gesagt: Der Laden wird entrümpelt. Grund für die Reduktion des Produktangebotes sei der starke Wettbewerb im Mobilfunkmarkt. Daher will Nokia im kommenden Jahr weniger Smartphones anbieten. In 2009 hatte das Unternehmen rund 20 Modelle auf den Markt gebracht. Nun sollen unnötige Besonderheiten der verschiedenen mobilen Endgeräte reduziert werden, um sich gezielter auf spezielle Modelle zu konzentrieren. Zudem heißt es immer, dass Nokia langfristig eine Trennung von der Mobiltelefon-Fertigung erwägen könnte, um sich als reiner Anbieter von Internet-Services zu positionieren. Bislang hält Nokia allerdings an der Smartphone-Sparte fest.

Beispiel: Sony Ericsson

Sony Ericsson ringt nach Luft. Das belegen auch die Zahlen für das abgelaufene vierte Quartal 2009, die das Unternehmen erst heute veröffentlichte. Gegenüber dem Vorjahr konnten mit 14,6 verkauften Mobiltelefonen zwar mehr Einheiten an den Mann gebracht werden, gegenüber 2008 war der Rückgang der Absatzzahlen jedoch noch immer immens. Das schlägt sich nahezu linear auf den Umsatz nieder, so dass Sony Ericsson einen Verlust in Höhe von 167 Mio. Euro verbuchen muss. Dieser fällt damit  zwar geringer aus als im Vorjahr, ein wirklicher Trost ist das indes nicht. Für das gerade angelaufene Geschäftsjahr 2010 meldet Sony Ericsson die Aussicht auf ein leichtes Wachstum des weltweiten Mobiltelefonmarkts. Das Unternehmen geht von einem Marktanteil von fünf Prozent im Jahr 2009 aus. Sony Ericsson unternahm bisher keinen gelungenen Versuch, das Fehlen eines prestigeträchtigen Smartphones durch das Angebot von mobilen Mehrwertdiensten wenigstens ansatzweise zu kompensieren.

Meldung gespeichert unter: Nokia

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