Nintendo macht sich Fit für die Zukunft

Montag, 16. Juli 2007 13:17
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(IT-Times) Der Aktienkurs des japanischen Konsolen- und Videospieleherstellers Nintendo Co Ltd (WKN: 864009) hat sich seit Anfang 2006 in etwa verdreifacht. Vor allem mit der neuen Spielkonsole Wii ist dem Unternehmen ein Überraschungserfolg gelungen, den zuvor niemand so recht erwartet hatte.

Nintendo ist aber nicht nur im Heimatmarkt Japan höchst erfolgreich, wo das Unternehmen zuletzt ein Wachstum von 110 Prozent verzeichnete, sondern auch in Überseemärkten wie in den USA. Allein in Amerika konnte Nintendo eigenen Angaben nach bereits 2,8 Mio. Wii-Systeme absetzen. Mitkonkurrent Sony sah sich aufgrund der schwachen Verkaufszahlen zuletzt sogar gezwungen den Preis für seine PlayStation 3 (PS3) um 100 Dollar in den USA zu senken, womit der Erzrivale noch höhere Verluste in Kauf nimmt, um weiter wettbewerbsfähig zu bleiben. Auch bei Microsoft denkt man offenbar über einen solchen Schritt nach, wenn auch die Amerikaner auf den Reiz ihres kommenden Spieleportfolios (Halo 3 etc.) vertrauen.

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Doch auch Nintendo lässt nicht locker und kündigt bis Ende des Jahres weitere 100 Spieletitel für die Nintendo Wii an. Zudem sollen 140 neue Spiele für die Handheld-Konsole Nintendo DS auf den Markt kommen. Das Unternehmen hat offenbar in jeder Hinsicht die richtige Strategie eingeschlagen. Die Wii ist mit 250 US-Dollar die preisgünstigste Konsole der neuen Generation. Zudem spricht Nintendo mit familienfreundlichen Spielen eine breitere Nutzerschicht an, als die Konkurrenz. Allein ein Drittel der neuen Nintendo-Systeme werden von weiblichen Nutzern gekauft, heißt es bei den Japanern.

Mit der Wii Fit stellte Nintendo im Rahmen der Spielemesse E3 in Santa Monica ein neues Konzept vor, mit dem die Japaner sich neue Märkte erschließen und die Konkurrenz weiter auf Abstand halten wollen. Wii Fit versteht sich als eine Art Fitness-Board, das die Bewegungen des Spielers registriert und auf den Bildschirm umsetzt. Mit dem Gerät lässt sich zum Beispiel auch der BMI (Body Mass Index) berechnen und in ein Fitness-Programm mit einbinden. Mit dem neuen Produkt will Nintendo zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Fitness und Spielspaß. Zudem lässt sich das Gerät möglicherweise auch zu therapeutischen Zwecken bzw. in der Krankengymnastik einsetzen, womit Nintendo als einer der ersten Spielehersteller in ganz neue Bereiche vorstoßen würde. Wii Fit wird allerdings erst Anfang 2008 auf den Markt kommen und dann dürfte sich schnell zeigen, ob Nintendo wieder einmal den Trend der Zeit erkannt hat.

Kurzportrait

Die im japanischen Kyoto ansässige Nintendo Co Ltd. gilt nicht nur als eine der ältesten, sondern auch als eine der erfolgreichsten Unternehmen im Bereich Konsolenspiele. Nintendo zeichnet für so bekannte Marken wie dem Game Boy, sowie die Charaktere Super Mario, Donkey Kong und Pokémon verantwortlich. Insgesamt verkaufte Nintendo bis Mitte 2007 mehr als 453 Mio. Hardware-Systeme und 2,2 Mrd. Softwaretitel weltweit.

Erstmals tauchte der Name Nintendo im Jahre 1933 auf, als die Yamauchi Nintendo & Co gegründet wurde. Die Umbenennung in Nintendo erfolgte dann im Jahr 1963 als das Unternehmen nicht nur Spielekarten, sondern auch ganze Spiele zu produzieren begann. Der Durchbruch gelang dem Unternehmen im Jahr 1989 als Nintendo mit dem Game Boy den erfolgreichsten Taschenspiel-Computer auf den Markt brachte. Der Game Boy schlug so gewaltig am Markt ein, dass Nintendo im Jahr 2000 bereits mehr als 100 Mio. verkaufte Einheiten melden.

Die Einführung der Nintendo 64 im Jahre 1996 und des Nintendo GameCube im Jahr 2004 waren anschließend die weiteren Meilensteine in der Firmengeschichte der Japaner. Mit der Einführung der portablen Konsole Nintendo DS gelang den Japanern im Jahr 2004 erneut ein Überraschungserfolg. Ebenso überraschend schlug auch die aktuelle Konsole der Japaner, die Nintendo Wii, am Markt ein. Nachdem die Wii im Herbst 2006 auf den Markt kam, setzte sich Nintendo damit innerhalb weniger Monate an die Spitze der Verkaufscharts.

Insgesamt operiert Nintendo heute aus zwei Geschäftsbereichen heraus. Der Freizeit-Equipment-Bereich umfasst das Segment mit der Entwicklung, der Herstellung und dem Vertrieb von portablen und nicht portablen Konsolen sowie Spiele für diese Konsolen-Systeme. Der zweite Geschäftsbereich beschäftigt sich vornehmlich mit dem Verkauf von Poker- und Karuta-Karten sowie der Vermarktung von Pokèmon-Produkten und dem damit verbundenen geistigem Eigentum. Nintendo unterhält weltweit 21 Tochterfirmen, darunter auch Nintendo of America.

Zahlen

Für das vergangene Fiskaljahr 2007 meldete Nintendo einen Umsatzanstieg auf 966,53 Mrd. Yen, ein Zuwachs von 89,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der operative Gewinn schnellte um 150 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 226 Mrd. Yen nach oben. Der Nettogewinn kletterte nach Firmenangaben um 72,2 Prozent gegenüber 2006 auf 174,29 Mrd. Yen.

Insgesamt konnte Nintendo aus der operativen Geschäftstätigkeit einen positiven Cashflow von 274,6 Mrd. Yen erwirtschaften, nach 46,38 Mrd. Yen im Jahr zuvor. Die Barreserven summierten sich zum Ende des Fiskaljahres (31. März 2007) auf 688,7 Mrd. Yen, nach 617,1 Mrd. Yen im Jahr vorher.

Meldung gespeichert unter: Nintendo

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