Nintendo - Höhenflug beendet?

Mittwoch, 25. März 2009 13:31
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(IT-Times) In den vergangenen Jahren gingen die Umsatz- und Gewinnzahlen des japanischen Konsolenherstellers Nintendo Co Ltd (WKN: 864009) steil nach oben. Hintergrund war der fulminante Erfolg der Nintendo Wii und der Nintendo DS.

Doch die glorreichen Zeiten könnten sich bald dem Ende neigen, glaubt zumindest Deutsche Bank Analyst Satoru Kikuchi, der in einer aktuellen Studie als einer der wenigen Analysten zum Verkauf von Nintendo-Papieren rät. Der Grund: Die Anzeichen mehren sich, dass die Wachstumsphase der Wii und der DS ihren Höhepunkt überschritten hat. In nächsten beiden Jahren rechnet der Analyst daher mit sinkenden Gewinnen bei Nintendo, nachdem sich insbesondere in Japan eine Marktsättigung abzeichnet.

DSi soll die Nachfolge der DS antreten
Um den Ball weiter am Rollen zu halten, hat Nintendo den Nachfolger für seine sehr erfolgreiche Nintendo DS, die Nintendo DSi ins Rennen geschickt. Seit 1. November ist die neue portable Spielekonsole auf dem japanischen Markt und verkaufte sich bis dato bereits zwei Mio. Mal, so die Marktforscher aus dem Hause Enterbrain. In den USA, wo die neue Nintendo DSi am 5. April ihr Marktdebüt feiern soll, verzeichnen Händler wie GameStop Rekordbestellungen für die Nintendo. In Europa soll das Marktdebüt bereits am 3. April erfolgen. Die Erwartungen liegen hoch - zum Vergleich: Die Nintendo DS verkaufte sich weltweit inzwischen mehr als 100 Mio. Mal.

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Doch inzwischen hat Nintendo im Bereich portabler Spielkonsolen ernsthafte Konkurrenz bekommen. Ngmoco-Gründer Neil Young schwärmte im Rahmen der GDC 09 in San Francisco von den Möglichkeiten, die das Apple-Handy iPhone 3G biete. Das Touchscreen-Handy biete mit seinem Accelerometer, integriertem GPS-Chip, Netzwerkfähigkeiten und der ständig verfügbaren Internetanbindung viel mehr Möglichkeiten, neuartige Spiele zu realisieren, so Young. Auch die Grafik kann sich durchaus mit den aktuellen Konsolen-Generationen messen, was auch ein Grund dafür ist, warum auch Branchengrößen wie Electronic Arts (EA) verstärkt Spiele für das iPhone auf den Markt bringen wollen.

Wird Apple der neue Platzhirsch bei mobilen Konsolen?
Mit mehr als zehn Mio. verkauften Einheiten hat sich das iPhone bereits eine breite Nutzerbasis geschaffen, die insbesondere auch für Drittentwickler interessant ist. Apple erlaubt durch sein SDK auch die Entwicklung neuer Anwendungen für sein Handy. So überrascht es wenig, dass etwa 40 Prozent der inzwischen über 25.000 verfügbaren Anwendungen im App Store Spiele sind. Mit der neuen Firmware iPhone 3.0 hat Apple zudem die Latte noch etwas höher gelegt und die Funktionen seines Verkaufsschlagers noch etwas erweitert.

Nintendo hat inzwischen die Gefahr erkannt und ließ verlauten, dass man auch Entwickler dazu bewegen wolle, neben Spiele auch Anwendungen für die DSi zu entwickeln. Wenngleich die Nintendo DSi mit erweiterten Multimedia-Features daherkommt, hat die neue Nintendo-Konsole zwei womöglich entscheidende Nachteile gegenüber dem iPhone. Zum einen müssen Drittentwickler keine direkte Konkurrenz bei Spielen vom Hersteller fürchten, zum anderen kann man mit dem iPhone natürlich auch telefonieren...

Kurzportrait

Die im japanischen Kyoto ansässige Nintendo Co Ltd. gilt nicht nur als eine der ältesten, sondern auch als eine der erfolgreichsten Unternehmen im Bereich Konsolenspiele. Nintendo zeichnet für so bekannte Marken wie dem Game Boy, sowie die Charaktere Super Mario, Donkey Kong und Pokémon verantwortlich. Insgesamt verkaufte Nintendo inzwischen mehr 460 Mio. Hardware-Systeme und über 2,2 Mrd. Softwaretitel weltweit.

Erstmals tauchte der Name Nintendo im Jahre 1933 auf, als die Yamauchi Nintendo & Co gegründet wurde. Die Umbenennung in Nintendo erfolgte dann im Jahr 1963 als das Unternehmen nicht nur Spielekarten, sondern auch ganze Spiele zu produzieren begann. Der Durchbruch gelang dem Unternehmen im Jahr 1989 als Nintendo mit dem Game Boy den erfolgreichsten Taschenspiel-Computer auf den Markt brachte. Der Game Boy schlug so gewaltig am Markt ein, so dass Nintendo im Jahr 2000 bereits mehr als 100 Mio. verkaufte Einheiten melden konnte.

Die Einführung der Nintendo 64 im Jahre 1996 und des Nintendo GameCube im Jahr 2004 waren anschließend die weiteren Meilensteine in der Firmengeschichte der Japaner. Mit der Einführung der portablen Konsole Nintendo DS gelang den Japanern im Jahr 2004 erneut ein Überraschungserfolg. Ebenso überraschend schlug auch die aktuelle Konsole der Japaner, die Nintendo Wii, am Markt ein. Nachdem die Wii im Herbst 2006 auf den Markt kam, setzte sich Nintendo damit innerhalb weniger Monate an die Spitze der Verkaufscharts. Inzwischen steht mit der Nintendo DSi der Nachfolger der portablen Spielekonsole in den Startlöchern. Die Nintendo DS verkaufte sich inzwischen mehr als 100 Mio. Mal weltweit.

Insgesamt operiert Nintendo heute aus zwei Geschäftsbereichen heraus. Der Freizeit-Equipment-Bereich umfasst das Segment mit der Entwicklung, der Herstellung und dem Vertrieb von portablen und nicht portablen Konsolen sowie Spiele für diese Konsolen-Systeme. Der zweite Geschäftsbereich beschäftigt sich vornehmlich mit dem Verkauf von Poker- und Karuta-Karten sowie der Vermarktung von Pokèmon-Produkten und dem damit verbundenen geistigem Eigentum. Nintendo unterhält weltweit 21 Tochterfirmen, darunter auch Nintendo of America.

Zahlen

In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2008/2009 erwirtschaftete Nintendo einen Umsatz von 1,53 Billionen Yen. Das ist ein Anstieg um rund 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahreswert. Zuvor waren 1,31 Billionen Yen ausgewiesen worden. Das operative Ergebnis belief sich in den ersten neun Monaten 2008/2009 auf rund 501,33 Mrd. Yen. Im Vergleichszeitraum 2007/2008 waren dies 394,03 Mrd. Yen. Demgegenüber musste Nintendo einen Rückgang des Gewinns vor Steuern hinnehmen: Statt 430,83 Mrd. Yen, die in den ersten drei Quartalen des Jahres 2007/2008 erwirtschaftet wurden, konnte das Unternehmen aktuell nur 352,48 Mrd. Yen ausweisen.

Das Nettoergebnis belief sich in den ersten drei Quartalen 2008/2009 auf 212,52 Mrd. Yen im Vergleich zu 258,92 Mrd. Yen im Vorjahr. Das entspricht einem verwässerten Gewinn pro Aktie von 1,66 Yen in den ersten neun Monaten 2008/2009 und 2,02 Yen im Vorjahr.

Meldung gespeichert unter: Nintendo

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