Micron kämpft gegen Überkapazitäten und Preisverfall

Freitag, 13. Juli 2007 12:47
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(IT-Times) - Zwar konnte der amerikanische DRAM-Hersteller Micron Technology (NYSE: MU, WKN: 860209) im jüngsten Quartal 30 Prozent mehr DRAM-Einheiten ausliefern als im Vorquartal, allerdings leidet die Industrie nach wie vor an hohen Überkapazitäten, so dass die durchschnittlichen DRAM-Verkaufspreise um 35 Prozent einbrachen. Dies hatte zur Folge, dass Micron letztendlich noch tiefer in die roten Zahlen rutschte.

Stellen- und Ausgabenkürzungen im Vordergrund
Um wieder in die Gewinnzone zurückzufinden, hat das Unternehmen bereits Maßnahmen ergriffen. Wie Micron vor wenigen Tagen mitteilte, sollen am Hauptsitz in Idaho weniger als zehn Prozent der Belegschaft entlassen werden. Gleichzeitig deutete Micron-Chef Steve Appleton an, dass weitere Stellenkürzungen möglich sind, sollte sich die Preislage weiter verschlechtern.

Darüber hinaus will Micron seine Kapitalausgaben im nächsten Jahr erheblich zurückfahren. Nach 4,0 Mrd. Dollar im laufenden Fiskaljahr will der DRAM- und Flashspeicher-Hersteller im nächsten Jahr nur 2,5 Mrd. Dollar investieren. Zugleich bekräftigte Appleton nochmals seine Pläne, die Produktion insgesamt mehr in Richtung Asien verlagern zu wollen, um näher am Kunden zu sein. Micron generierte zuletzt mehr als 70 Prozent seiner Einnahmen in Asien. Daneben zieht Micron weitere Partnerschaften nachdem Vorbild von Intel (Joint Venture IM Technologies) in Erwägung.

Hoffnungen macht sich das Unternehmen auch auf eine steigende Nachfrage nach DRAM- und NAND-Flashspeichern im zweiten Halbjahr. Der Schulbeginn sowie das näher rückende Weihnachtsgeschäft könnten für eine steigende Nachfrage sorgen. Marktbeobachter rechnen damit, dass auch Intel und AMD ihre Prozessorpreise weiter senken werden, um der Nachfrage auf die Sprünge zu helfen. Die Investmentbanker bei Jefferies & Co sehen bereits eine Stabilisierung an der Preisfront und rechnen mit einer Verbesserung der Preissituation am DRAM- und NAND-Flashspeichermarkt.

Kurzportrait

Micron Technology, ansässig in Boise/Idaho, wurde ursprünglich im Jahre 1978 gegründet. Das Unternehmen beschäftigte sich seinerzeit mit der Entwicklung von Halbleitern und bot entsprechende Beratungsleistungen an. Später entschied sich die Firma Speicherbausteine für Computer in Eigenregie zu fertigen. So entstand im Dezember 1981 der erste Dynamic Random Access Memory (DRAM) Chip von Micron, mit einer Speicherkapazität von 64 KB. Heute stellt Micron nicht nur DRAM-Chips her, sondern fertigt auch NAND-Flashspeicher und CMOS Image-Sensoren.

In den Jahren 1993 bis 1996 gelang dem Unternehmen dann der endgültige Durchbruch. Vor allem die vorausschauende Kapazitätsausweitung und steigende DRAM-Preise bescherten der Gesellschaft ein Rekordquartal nach dem anderen. So folgte im Jahre 1996 die Gründung der Einheit Crucial Technology, womit das Unternehmen seine Vertriebs- und Supportleistungen entscheidend optimieren wollte. Doch bereits 1996 folgte das Ende des Chip-Booms. Nachdem die Preise pro DRAM/MB um 45 Prozent einbrachen, setzte sich der Preisverfall auch in den Jahren 1997 und 1998 weiter fort. Im Jahre 1997 fielen die Preise um weitere 75 Prozent, während 1998 die Branche nochmals einen Preisrückgang von 60 Prozent hinnehmen musste. Diese Schwächephase nutzte Micron, um das DRAM-Geschäft von Texas Instruments zu übernehmen.

Aber auch der weltweit führende Halbleiterhersteller Intel nutzte die Konsolidierungsphase für einen Einstieg beim führenden Speicherchiphersteller. Der Halbleitergigant investierte 500 Mio. Dollar in Micron, um die Entwicklung von PC-Speicherbausteinen weiter zu forcieren. Bereits im Jahre 2000 erholten sich die Umsätze und Gewinne des Chipspezialisten wieder spürbar. Nachdem Überkapazitäten und Preiskämpfe erneut auf die Preise drückten, entschloss sich Toshiba dazu, seine Einheit Dominion Semiconductor LLC an Micron Technology zu verkaufen. Daneben veräußerte Micron sein SRAM-Geschäft an Cypress Semiconductor, um sich mehr auf sein Kerngeschäft mit Massenspeichern zu konzentrieren. Ende 2005 gründete Micron gemeinsam mit Intel das Joint Venture IM Technologies, an welchem Micron mit 51 Prozent die Mehrheit hält. Im Frühjahr 2006 folgte die Übernahme des Mitbewerbers Lexar Media für rund 850 Mio. Dollar.

Zahlen

Für das vergangene dritte Fiskalquartal 2007 meldet Micron einen Umsatzrückgang auf 1,29 Mrd. Dollar, ein Minus von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Nettoverlust summierte sich im jüngsten Quartal auf 225 Mio. Dollar oder 29 US-Cent je Aktie, nachdem im Jahr vorher noch ein Gewinn von 88 Mio. Dollar oder 12 US-Cent je Aktie zu Buche stand. Im Vorquartal verlor das Unternehmen bereits 52 Mio. Dollar.

Analysten hatten im Vorfeld nur mit Einnahmen von 1,26 Mrd. Dollar, aber auch nur mit einem Nettoverlust von 24 US-Cent je Aktie gerechnet.

Grund für die anhaltenden Verluste sind vor allem sinkende Preise bei DRAM- und NAND-Flash-Speichern. Aufgrund dessen will Micron stärker auf die Kostenbremse drücken. Die Kapitalausgaben sollen von 4,0 Mrd. Dollar im laufenden Jahr, auf 2,5 Mrd. Dollar im nächsten Jahr sinken, erklärt Micron-Sprecher Francisco.

Markt und Wettbewerb

Meldung gespeichert unter: Dynamic Random Access Memory (DRAM)

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