Manz Automation zwischen Licht und Schatten

Donnerstag, 21. Januar 2010 12:51
Manz Automation Unternehmenslogo

(IT-Times) - Nach einem äußerst schwierigen Jahr 2009 rechnet der Reutlinger Anlagenbauer Manz Automation AG (WKN: A0JQ5U) wieder mit einer deutlichen Belebung des Geschäfts im laufenden Jahr.

Allein im Dezember konnte sich Manz Automation über Auftragseingänge von 15 Mio. Euro freuen. Die Krise im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen intensiv für Forschung und Entwicklung genutzt, um neue Innovationen hervorzubringen, wie Manz-Vorstand Dieter Manz in einem Interview gegenüber a|m verkündet.

LCD-Boom beflügelt das Geschäft der Maschinenbauer
Vor allem der LCD-Bereich entwickelte sich zuletzt wieder besonders positiv, nachdem immer mehr Konsumenten auf Flachbildfernseher umsteigen. Entsprechend groß ist die Nachfrage aus Asien nach entsprechenden Fertigungsanlagen. Die Marktforscher aus dem Hause DisplaySearch gehen davon aus, dass der weltweite LCD-TV-Absatz in diesem Jahr auf 171 Mio. Einheiten klettern wird. Allein 36 bis 37 Mio. LCD-TV-Geräte dürften in 2010 nach China gehen, während voraussichtlich rund zehn Mio. Geräte nach Brasilien und 18 Mio. LCD-Fernseher nach Indien verschifft werden dürften.

Während dem LCD-Bereich ein Boomjahr bevorsteht, könnte dem Solargeschäft zumindest in Deutschland in diesem Jahr ein jähes Ende der Boomjahre drohen. Zwar erholte sich das Geschäft in den vergangenen zwei Monaten wieder, allerdings will der Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) die Einspeisevergütung für Solarstrom einmalig um 15 Prozent kürzen. Demnach soll ein entsprechender Gesetzesvorschlag schon am 1. April für Dachanlagen in Kraft treten, während die Änderung für Freiflächen dann ab dem 1. Juli wirksam werden soll.

Bundesverband Solarwirtschaft rechnet mit Pleitewelle
Der Bundesverband der Solarwirtschaft bangt derweil schon um die Wettbewerbsfähigkeit der Solarindustrie und sieht durch die Gesetzesänderung schon mehrere zehntausend Arbeitsplätze bedroht. Die nunmehr vorgeschlagenen Änderungen würden die deutsche Solarindustrie in ihren Grundfesten bedrohen, meint etwa Verbandspräsident Dietmar Schütz. Branchenvertreter und Marktbeobachter rechnen mit einer Pleitewelle unter den deutschen Solarunternehmen, sollte das Gesetz in der Form in Kraft treten.

Eine solche Entwicklung dürfte zwar auch Manz Automation als Solarausrüster negativ tangieren, allerdings kommt heute schon der Großteil der Manz-Kunden aus Asien, insbesondere aus China, Taiwan und Südkorea. Um die sinkenden Einspeisevergütungen aufzufangen, dürfte ein weiterer Preisverfall bei Solarprodukten einsetzen, wodurch die Hersteller unter Druck geraten, ihre Produktionslinien zu modernisieren, um die Kosten zu senken - davon dürfte wiederum Manz Automation als Ausrüster profitieren…

Kurzportrait

Die im Jahre 1987 von Dieter Manz gegründete und in Reutlingen ansässige Manz Automation AG ist heute ein führender Hersteller von Automatisierungsanlagen, die sowohl in der Photovoltaik-, der LCD-Fertigungsindustrie, sowie bei der Herstellung von Hartmetallwerkzeugen zum Einsatz kommen. Gleichzeitig stellt Manz Automation auch Systemlösungen für Labor- und Pharmaunternehmen sowie Komponenten (aico) für den Einsatz in der Automationstechnik bereit.

Zu den von Manz Automation vertriebenen Produkte gehören unter anderem Handlingsysteme für LCD-Substrate, sowie Photovoltaik-Automatisierungssysteme, die bei Be- und Entladen von Prozessanlagen für die Herstellung von Solarzellen zum Einsatz kommen. Ferner werden Systeme für die Laborautomation angeboten, die in der Pharmaforschung und der Herstellung von Pharma-Produkten zum Einsatz kommt. Dazu gehören auch standardisierte Laborroboter, sowie Systeme zur Kommissionierung und Verpackung. Ergänzt werden die oben genannten Geschäftsbereiche durch Produkte für die automatisierte Handhabung von Kleinteilen.

Die Produkte werden über vier strategischen Geschäftsbereich systems.solar (Photovoltaik), systems.lcd (LCD-Technik), systems.aico (Komponenten für OEM-Systeme) und systems.lab (Labortechnik für den Wissenschaftsbereich) vermarktet.

Insgesamt ist Manz Automation nicht nur mit Niederlassungen in Deutschland, sondern auch in den USA, Taiwan, Südkorea, China, Spanien, Spanien, Ungarn und in der Slowakei vertreten. Daneben unterhält Manz Automation auch eine Servicepartnerschaft in Indien. Zuletzt beschäftigte die Manz Automation mehr als 300 Mitarbeiter, davon mehr als die Hälfte Ingenieure und Techniker. Die Mehrheit der von Manz Automation produzierten Produkte geht derzeit in den Export.

Nachdem sich Manz Automation Ende 2007 durch die Übernahme der Tübinger Maschinenbauer Christian Majer GmbH & Co. KG. verstärkt hat, schlug das Unternehmen Anfang 2008 erneut zu und übernahm den taiwanschen Anlagenbauer Intech Machines Co. Ltd. Im Herbst 2009 gab Manz bekannt, Intech vollständig übernehmen zu wollen. Zudem wurde Böhm Electronic Systems Slowakei s.r.o. in der Slowakei sowie die deutsche Majer übernommen. Ende 2008 beteiligte sich Manz an dem Spezialisten CyBio. Daneben erschloss sich Manz zuletzt einen dritten Geschäftsbereich mit der industriellen Fertigung von Litihium-Ionen-Akkus.

Zahlen

Im dritten Quartal 2009 wurde ein Umsatz von 18,46 Mio. Euro verbucht (Vorjahr: 57,5 Mio. Euro). Das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) summierte sich auf minus 3,53 Mio. Euro. Damit sei, so Manz Automation, ein positiver Trend erkennbar, hatte das EBIT im zweiten Quartal 2009 noch bei minus 7,6 Mio. Euro gelegen.

Der Umsatz der ersten neun Monaten 2009 betrug bei Manz Automation 46,7 Mio. Euro nach 159,1 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Nach einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern von plus 18,8 Mio. Euro in 2009 lag der Wert nun bei minus 16,1 Mio. Euro. Vorsteuerlich wies Manz Automation ein Ergebnis von minus 14,39 Mio. Euro aus (2008: plus 18,53 Mio. Euro). Das Periodenergebnis lag somit bei minus 11,53 Mio. Euro, in den ersten drei Quartalen 2008 war ein Überschuss von 14,09 Mio. Euro verzeichnet worden. Je Aktie kam so ein Ergebnis von minus 2,45 Euro zusammen (Vorjahr: plus 3,52 Euro). Der operative Cash-Flow belief sich auf minus 4,41 Mio. Euro nach minus 4,6 Mio. Euro in 2008.

Meldung gespeichert unter: Manz

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