LDK Solar will Produktion kräftig ausbauen - Analysten fürchten Überkapazitäten

Montag, 21. März 2011 13:31
LDK Solar Co.

(IT-Times) - Obwohl Chinas führender Solar-Waferhersteller LDK Solar (NYSE: LDK, WKN: A0MSNX) seinen Umsatz in 2010 mehr als verdreifachen und die Gewinnerwartungen des Marktes übertreffen konnte, präsentierten sich die Papiere an der New Yorker Börse zuletzt deutlich leichter und geben um mehr als acht Prozent nach.

Analysten und Marktbeobachter fürchten, dass der Umsatzausblick in Höhe von 3,5 bis 3,7 Mrd. US-Dollar für das laufende Gesamtjahr 2011 zu hoch gegriffen sein könnte. Hintergrund sind nicht nur Unsicherheiten in Japan, sondern insbesondere auch im italienischen Solarmarkt. Kunden würden neue Aufträge zurückhalten, nachdem zur Jahresmitte neue Tarife für Einspeisevergütungen in Kraft treten sollen, glauben Marktbeobachter.

Produktionskapazitäten sollen auf 4GW steigen
Zudem rechnen Analysten wie Collins Stewart Analyst Dan Ries mit Überkapazitäten bei Solar-Wafern im zweiten Halbjahr 2011. Hintergrund ist der weitere massive Ausbau der Produktionskapazitäten verschiedener Hersteller, gleichzeitig werde jedoch die Nachfrage sinken, glaubt Ries. Tatsächlich will auch LDK Solar seine Produktionskapazitäten bei Solar-Wafern bis Ende 2011 auf vier Gigawatt nach oben schrauben.

Mit dem Produktionsausbau sollen aber auch sinkende Produktionseinhergehen. Das Unternehmen will im Bereich Solar-Wafer seine Produktionskosten von 0,31 Dollar pro Watt im vierten Quartal 2010 auf 0,25 Dollar pro Watt bis Jahresende drücken. Insgesamt strebt LDK Solar im laufenden Jahr Kosteneinsparungen zwischen 15 bis 20 Prozent an.

Die geplanten Produktionserweiterungen im Bereich Solar-Wafer, Solarzellen und Module will sich LDK Solar im laufenden Jahr 450 bis 550 Mio. Dollar kosten lassen. LDK Solar will nämlich nicht nur die Produktion von Polysilizium-Wafern, sondern auch die Zell- und Modulproduktion weiter ausbauen. Die Produktion bei Solarzellen im eigenen Haus soll bis Jahresende ein Volumen von 500 bis 600 Megawatt erreichen.

Analysten erwarten Überkapazitäten bei Solar-Wafern
Durch den aggressiven Expansionsausbau sehen Analysten aber Gefahren für das Unternehmen. Collins Stewart Analyst Dan Ries weist daraufhin, dass LDK Solar vor allem von ausländischen Zellherstellern und Modulehersteller aus der zweiten und dritten Reihe abhängig sei. Diese Modulhersteller hätten bereits damit begonnen, ihre Produktion herunterzufahren, was sich demnächst auch im Spot-Markt für Solar-Wafer negativ niederschlagen werde, glaubt der Analyst.

Auch bei Soleil Securities stößt man ins gleiche Horn. Auch bei Soleil sieht man kommende Überkapazitäten im Solar-Wafermarkt, was zu einem signifikanten Einbruch bei den Margen im Solar-Wafergeschäft führen werde. Tatsächlich ist LDK Solar trotz der Expansion in den Zell- und Modulbereich nach wie vor vom Solar-Wafergeschäft abhängig, wo das Unternehmen den Großteil seines Umsatzes erwirtschaftet?

Kurzportrait

Die im Jahre 2006 gegründete LDK Solar, ansässig im High Tech Industry Park in Xinyu, gilt inzwischen als einer der größten Hersteller von Silizium-Wafer in China. Das Unternehmen stellt diese nicht nur in seinen eigenen Fabriken her, sondern vermarktet diese auch weltweit an Hersteller. Inzwischen stellt LDK Solar nicht nur Solar-Wafer her, sondern auch Solarmodule.

Silizium-Wafer sind ein wichtiger Kernbestandteil, um Solarzellen und Solarmodule zu produzieren. LDK Solar stellt insbesondere multi- und monokristalline Silizium-Wafer in drei gängigen Größen her: 125x125 Millimeter, sowie 150x150 Millimeter als auch in der Größe 156x156 Millimeter. Der Herstellungsprozess ist insbesondere in zwei Kernschritten unterteilt. Ingot-Produktion und Wafer-Produktion. Das Unternehmen fertigt auch Polysilizum-Ingots, die ebenfalls bei der Herstellung von Solarzellen auf Polysilizium-Basis zum Einsatz kommen.

Daneben bietet LDK Solar auch Prozessservices für Solarzellen- und Modulehersteller an. Das Unternehmen fertigt für Firmen entsprechende Wafer, wenn diese eigenes Material (Ingots, Silizium) anliefern. Nach der Verarbeitung werden fertige Silizium-Wafer wieder an die Firmen zurückgesandt.

Bei der Herstellung von Silizium-Wafer setzt das Unternehmen auf Anlagen und Equipment aus dem Hause GT Solar, HCT Shaping und Meyer Burger. Zuletzt unterzeichnete LDK Solar einen Vertrag mit der chinesischen JYT Corporation, um Produktionsanlagen zu erwerben.

Durch den Bau neuer Produktionsanlagen in der Jiangxi Provinz will LDK seinen Produktionsausstoß in den nächsten Jahren drastisch steigern. Von 420 Megawatt in 2007, soll die Produktionskapazität in den nächsten Jahren bis 2010 auf 3,2 Gigawatt steigen. Mitte 2009 verstärkte LDK Solar seine Präsenz in Italien und übernahm mehrheitlich die italienische Solar Green Technology SpA. Anfang 2010 übernahm LDK eine Fertigungsfabrik für Solarmodule von der chinesischen Best Solar, womit sich LDK vertikal im Markt aufstellt. Anfang 2011 verstärkte sich LDK im US-Solarmarkt und übernahm die Mehrheit am amerikanischen Solarspezialisten Solar Power Inc (SPI).

Zahlen

Für das Jahr 2010 meldet LDK Solar einen Umsatz von 920,9 Mio. US-Dollar, während das Unternehmen im Jahr zuvor 304,6 Mio. Dollar erwirtschaftete. Der Bruttogewinn lag zudem mit 251,4 Mio. Dollar weit über dem Wert des Vergleichszeitraums (2009: 30,2 Mio. Dollar). Die Brutto-Marge nahm im Zuge dessen von 9,9 Prozent auf 27,3 Prozent zu.

Das Ergebnis aus dem operativen Geschäft belief sich bei LDK Solar im angegebenen Zeitraum auf 202,5 Mio. Dollar und lag nach einem Verlust von minus 16,1 Mio. Dollar wieder deutlich im Plus. Auch die operative Marge kletterte von minus 5,3 Prozent auf plus 22 Prozent aus den roten Zahlen. Unterm Strich erzielte das Solarunternehmen ein Nettoergebnis in Höhe von plus 145,2 Mio. Dollar (2009: minus 24,3 Mio. Dollar).

Meldung gespeichert unter: LDK Solar Co.

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