Intel gibt der Branche Hoffnung

Donnerstag, 17. April 2008 12:38
Intel

(IT-Times) Der US-Chiphersteller Intel (Nasdaq: INTC, WKN: 855681) scheint weiterhin immun gegen die schleichende Konjunkturabkühlung in den USA. Abermals konnte Intel die Markterwartungen mehr als erfüllen und mit einem positiven Ausblick überraschen.

Hintergrund ist nicht nur der hohe Auslandsanteil des Unternehmens - inzwischen kommen rund 75 Prozent der Intel-Umsätze außerhalb der USA - auch profitierte der Chipkonzern offenbar von der aktuellen Schwäche des Rivalen AMD. „Wir denken, dass Intel signifikant Marktanteile von AMD gewonnen hat“, meint etwa CRT Capital Analyst Ashok Kumar. Der Intel-Rivale litt zuletzt unter Verzögerungen, seine Neuentwicklungen rechtzeitig auf den Markt zu bringen. Erst Anfang April konnte AMD seine ersten Quad-Core Opterons zur Auslieferung bringen.

Neben dem schwachen US-Dollar, der das Exportgeschäft begünstigt, ist es Intel offenbar gelungen, fallende Preise durch die Einführung neuer Produktionstechniken zu dämpfen, so dass man letztendlich die Gewinnmargen vergleichsweise stabil halten konnte. Gleichzeitig hielt Intel an seinem Margenziel von 57 Prozent für das laufende Jahr fest, was angesichts einer drohenden US-Rezession überrascht.

Risikofaktor Flashspeicher
Dennoch bleiben nicht wenige Analysten skeptisch. Mitte April warnte Intel-Finanzchefin Stacy Smith nochmals vor Überkapazitäten im NAND-Flashspeichermarkt. Auch für das verbleibende Jahr rechne man mit einem schwachen Preisumfeld. Intel war erst im Jahr 2006 durch ein Joint Venture mit Micron im großen Stil in das Flashspeichergeschäft eingestiegen. Der Zeitpunkt gilt mittlerweile als ungünstig, zumal sich die Preise in den letzten beiden Jahren stark rückläufig entwickelten, obwohl NAND Flashspeicher sehr gefragt sind und in Handys, Digitalkameras und anderen Elektronikgeräten zum Einsatz kommen.

Zwar konnte Intel im jüngsten Quartal mehr Flash-Speicherchips ausliefern, unter dem Strich blieb allerdings wenig übrig, nachdem der starke Preisverfall das Plus beim Absatz mehr als wett machte. Ein Teil des NOR Flashspeichergeschäfts wurde inzwischen in ein Joint Venture mit STMicroelectronics ausgegliedert, um Synergieeffekte zu heben und das Risiko zu minimieren.

Intel hält sich weiterhin alle Optionen in Sachen Flashspeicher offen. Investoren wären aber nicht unglücklich, wenn Intel auch den Rest der Sparte ausgliedert, denn viele Flashspeicher werden derzeit mit Verlust verkauft…

Kurzportrait

Der Halbleitergigant Intel, ansässig in der kalifornischen Technologieschmiede Santa Clara, stieg in den 80er und 90er durch sein Bündnis mit dem Softwarehersteller Microsoft zum weltweit führenden Prozessorhersteller auf. Das Unternehmen rüstet dabei mehr Personalcomputer mit Prozessoren aus, als jeder andere Hersteller auf der Welt. Insgesamt wird Intel ein Marktanteil von mehr als 75 Prozent im Bereich PC-Chips zugeschrieben.

Neben Prozessoren entwickelt das Unternehmen aber auch Flashspeicher, in welchem Intel ebenfalls als marktführend gilt. Ferner bietet der Halbleiterhersteller auch weitere Mikrochips an, welche im Zusammenhang mit Netzwerken und industriellen Anwendungen eingesetzt werden. Insgesamt operiert Intel aus sechs Geschäftssegmenten heraus: Digital Enteprise Group (DEG), Mobility Group, Flash Memory Group, Digital Home Group, sowie den Bereichen Digital Health Group und Channel Platforms Group.

Der US-Computerhersteller Dell gehört mit zu den größten Kunden des Halbleitergiganten und steuerte in der Vergangenheit mehr als zehn Prozent zum Gesamtumsatz bei. Neben dem Kerngeschäft hält das Unternehmen auch zahlreiche Beteiligungen an anderen Technologieunternehmen. Im Jahr 2001 übernahm Intel den Modemspezialisten Xircom. Das Unternehmen ist inzwischen ein Teil von Intels Netzwerkaktivitäten und entwickelt neben Modemkarten für PCs auch Schnittstellen für drahtlose Übertragungstechniken.

Im Oktober 2000 kaufte Intel den US-Spezialisten Ziatech auf. Ziatech gilt als Spezialist im Bereich Telekomausrüstung und soll Intels neuen Vorstoß in Richtung Telekommunikationsindustrie unterstützen. Im Jahr 2003 beteiligte sich Intel an Japans DRAM-Hersteller Elpida. Gleichzeitig übernahm Intel den Spezialisten für optische Netzwerke West Bay Semiconductor. Im Jahr 2006 verkaufte Intel sein Media- und Signaling-Geschäft an Eicon Networks, gleichzeitig trennte man sich vom Mobilfunk- und Anwendungsprozessorgeschäft und gab diesen Bereich an Marvel ab. Über seinen Kapitalarm Intel Capital investierte der Chiphersteller zuletzt in eine Reihe von Startup-Firmen wie Gteko, Synacor und Zinio Systems. Gemeinsam mit STMicrelectronics gründete Intel zuletzt das Flashspeicher-Venture Numonyx.

Zahlen

Für das vergangene erste Quartal 2008 meldet Intel einen Umsatzanstieg um neun Prozent auf 9,67 Mrd. US-Dollar. Der Nettogewinn schrumpfte zwar um 12 Prozent auf 1,44 Mrd. US-Dollar oder 25 US-Cent je Aktie, nach einem Plus von 1,64 Mrd. Dollar oder 28 US-Cent je Aktie im Jahr vorher. Trotz des Gewinnrückgangs konnte Intel die Markterwartungen erfüllen. Analysten hatten im Vorfeld nur mit Einnahmen von 9,63 Mrd. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 25 US-Cent je Aktie gerechnet.

Intel-Finanzchefin Stacy Smith sah in den jüngsten Zahlen den Beleg dafür, dass Intel in der Lage sei, sinkende Preise in verschiedenen Segmenten im Halbeiterbereich durch die Einführung neuer Produktionstechniken zu trotzen.

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