IBM tritt die Flucht nach vorn an - neue Sicherheitsprodukte vorgestellt

IT-Services

Donnerstag, 18. Oktober 2012 13:20
IBM Unternehmenslogo

(IT-Times) - Der weltgrößte IT-Servicekonzern IBM enttäuschte am Dienstagabend mit einem leichten Umsatz- und Gewinnrückgang für das vergangene Septemberquartal. Für die verwöhnten IBM-Aktionäre eine Enttäuschung, hatte IBM in den vergangenen Quartalen stets die Gewinnerwartungen spürbar übertreffen können.

Hardware- und Softwaregeschäft enttäuschen
IBM (NYSE: IBM, WKN: 851399) macht für die verhaltenen Zahlen insbesondere das schwächere Nordamerika-Geschäft sowie rückläufige Hardware-Erlöse verantwortlich. In der Hardware-Sparte Systems and Technology ging das Geschäft um 13 Prozent zurück. Damit schrumpften die Erlöse im vierten Quartal in Folge im Vergleich zum Vorjahr.

Auch der Softwarebereich, der bisher Wachstumsmotor war, stottert. Die Softwareumsätze gingen um 0,9 Prozent zurück. Will IBM sein langfristiges Ziel, einen Nettogewinn von 20 Dollar je Aktie in 2015 erreichen, muss das Unternehmen nochmals nachlegen.

Gezielte Zukäufe und die Konzentration auf Software und Services mit höheren Gewinnmargen sollen IBM dabei helfen, dieses Ziel zu erreichen. Passend hierzu hat IBM eine ganze Reihe neuer Sicherheitsprodukte vorgestellt, die das Wachstum wieder beflügeln sollen.

IBM startet Produktoffensive im Sicherheitsbereich
Insgesamt stellte IBM zehn neue Sicherheitsprodukte vor, die größte Produktoffensive in diesem Bereich seit langem. Mit der Offensive will IBM im Geschäft für Firmensicherheitssoftware stärker Fuß fassen. Ein lukrativer Markt, der im nächsten Jahr 2013 ein Volumen von rund 21 Mrd. US-Dollar erreichen soll, so die Marktforscher aus dem Hause Gartner.

Die Produktneuheiten sind ein signifikanter Schritt in Richtung Fokussierung auf den gesamten Sicherheitsbereich, so Brendan Hannigan, IBM General-Manager im Bereich Security Systems gegenüber der BloombergBusinessWeek.

Man habe inzwischen eine große Vertriebsmannschaft in diesem Bereich aufgebaut, so der Manager. Die von IBM vorgestellten Produkte sollen insbesondere Firmen dabei helfen, mobile Endgeräte wie Smartphones und Tablets sicher zu verwalten und vor fremden Zugriff zu schützen. Das Sicherheits-Management soll dadurch insgesamt automatisiert werden. Durch das breitere Produktportfolio erhofft sich IBM weitere Marktanteilsgewinne von Nischenanbietern.

Kurzportrait

Der New Yorker Computer- und Softwaregigant International Business Machines (IBM) zählt zu den weltweit größten Technologiekonzernen weltweit. Das Unternehmen ist nicht nur der weltweit größte IT-Servicedienstleister, sondern auch einer der führenden Softwarekonzerne weltweit. IBM beschränkt sich dabei nicht nur auf die Entwicklung von Hard- und Software für einfache Computersysteme, sondern bietet daneben auch Netzwerkrechner an.

Insgesamt operiert IBM von fünf Kerngeschäftsbereichen heraus. Die Einheit IBM Global Technology Services (GTS) bildet dabei die größte Einheit. Weitere Einheiten sind die Global Business Services (GBS), sowie das Softwaresegment, Systems and Technology, als auch die Einheit Global Financing.

Über seinen Servicearm (IBM Global Services) bietet IBM eine Reihe von IT-Dienstleistungen an, darunter E-Commerce Dienste, sowie ERP- und CRM-Services. Das Geschäft mit elektronischen Beschaffungssystemen gehört ebenfalls zum Aufgabenbereich der IT-Serviceeinheit. Diesen Bereich verstärkte der Computerkonzern im Jahr 2002 mit der Übernahme der Serviceeinheit von PricewaterhouseCoopers. Später kaufte IBM die IT-Einheit des Ölkonzerns Schlumberger. In den Jahren 2004 bis 2006 kaufte IBM eine ganze Reihe von Software- und IT-Firmen auf. Auch in 2007 blieb IBM auf Einkaufstour und schluckte die Spezialisten Telelogic AB, Softek Storage Solutions Corp, DataMirror, WatchFire, WegDialogs und das kanadische Softwarehaus Cognos. In 2008 folgten mit AptSoft, FilesX, Infodyne, Platform Solutions, ILOG und Transitive Corporation weitere Übernahmen. Zuletzt verstärkte sich IBM mit einer Reihe kleinerer Zukäufe. So wurden unter anderem SPSS, RedPill Solutions sowie Big Fix, Coremetrics, Sterling Commerce, Cast Iron Systems, National Interest Security Company, Initiate und Intelliden übernommen. Im Gegenzug trennte sich IBM von seinem Sales- und Client-Support-Geschäft. Ende 2010 kaufte IBM mit Clarity Systems, Blade Network Technologies und mit Netezza Corp weiter Firmen hinzu. In 2011 setzte IBM seine Einkaufstour weiter fort und kaufte unter anderem den Spezialisten TRIRIGA. In 2012 wurde der Softwarespezialist Butterfly Software und der Halbleiterspezialist Texas Memory Systems aufgekauft.

Mit seinem Datenbanksystem DB2, sowie durch sein Serverangebot WebSphere ist IBM auch im Server- und Softwaregeschäft eine feste Größe. Über seine 100%ige Tochter Lotus Development bietet das Unternehmen eine Reihe weiterer Softwarewerkzeuge für Desktopsysteme an. Über die Tochter Tivoli Systems vertreibt IBM Netzwerk- und Management Software.

Zahlen

Für das vergangene Septemberquartal meldet IBM einen Umsatzrückgang um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 24,7 Mrd. US-Dollar. Dabei verbuchte der Outsourcing-Spezialist und IT-Berater einen Nettogewinn von 3,8 Mrd. US-Dollar oder 3,33 Dollar je Aktie, womit sich der Gewinn auf Vorjahreshöhe bewegte.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen konnte IBM einen Nettogewinn von 3,62 Dollar je Aktie realisieren, womit Big Blue die Gewinnerwartungen der Analysten erfüllen konnte. An der Wall Street hatte man im Vorfeld allerdings mit Einnahmen von 25,4 Mrd. US-Dollar gerechnet.

Meldung gespeichert unter: International Business Machines (IBM)

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