Hewlett-Packard macht Tempo - weitere Tablets angekündigt

HP will Chance im Tablet-Markt nutzen

Freitag, 1. März 2013 12:17
Hewlett Packard (HP)

(IT-Times) - Für HP-Aktien ging es in den vergangenen Monaten kräftig aufwärts. Notierten HP-Papiere im November 2012 noch um die Marke von 12 US-Dollar, hat sich der Aktienkurs inzwischen nahezu verdoppelt. Anleger und Investoren hoffen auf einen erfolgreichen Turnaround des einstigen Computergiganten.

HPs neue Chefin Meg Whitman macht Tempo. Durch einen 5-Jahresplan soll die Wende gelingen. Schon im kommenden Fiskaljahr 2014, welches im November beginnt, will HP auf den Wachstumspfad zurückkehren und erstmals wieder ein Umsatzwachstum generieren.

HP präsentiert mit dem Slate 7 ersten Android-Tablet
Das Kernproblem des Unternehmens ist der Strukturwandel in der PC-Industrie. HP (NYSE: HPQ, WKN: 851301) hatte den Tablet-Boom verschlafen und versucht nunmehr im zweiten Anlauf im schnell wachsenden Tablet PC Markt Fuß zu fassen, nachdem das Unternehmen zuvor mit einem webOS-basierten Tablet grandios gescheitert war.

Jüngst stellte HP mit dem Slate 7 seinen ersten Android-basierten Tablet PC vor, der im April in den USA auf den Markt kommen soll. Der Slate 7 glänzt nicht nur mit einem Kampfpreis von 169 US-Dollar, sondern kann auch in Sachen technischer Ausstattung punkten. Ein 1,6GHz Dual-Core Prozessor von ARM sowie ein, 1GB-RAM Speicher, 8GB interner Speicher, WLAN und Bluetooth gehören zur Serienausstattung.

Daneben will sich HP mit einer Sound-Technik von Beats Electronics sowie mit einer eigenen ePrint-Druckersoftware von der Konkurrenz abheben. Der Slate 7 soll dann später im Jahresverlauf auch in Märkten in Übersee angeboten werden, bestätigt HP-Sprecherin Marlene Somsak.

HP kündigt weitere Tablets an
Der Slate 7 wird ferner nicht der einzige Tablet PC aus dem Hause HP bleiben. HP-Cheftechnologe Shane Wall bestätigte gegenüber IDG News, dass HP in Zukunft weitere Tablets auf den Markt bringen werde. So sei eine ganze Produktfamilie an Tablets zu erwarten.

Die Zeit drängt, denn der PC-Markt - das Kerngeschäft von HP - schrumpft schneller als dem Unternehmen lieb ist. Allein im vierten Quartal 2012 schrumpfte der weltweite PC-Markt um fünf Prozent, während die weltweiten Tablet-Auslieferungen um 75 Prozent zulegten (Quelle: IDC). 37 Prozent der PC-Nutzer wollen zu Tablets oder Smartphones wechseln, so eine Umfrage aus dem Hause NPD.

Um sich auf diesen Strukturwandel vorzubereiten, will HP weitere Ressourcen aus der PC-Sparte in die Tablet-Einheit verlagern, so HP-Chefin Whitman gegenüber The Verge. In anderen Worten: Neben einem 7- und 10-Zoll großen Android-Tablets dürften wohl noch weitere Windows-Tablets aus dem Hause HP folgen.

Ob HP damit die Vormachtstellung von Apple (iPad) und Samsung (Galaxy Tab) brechen kann, bleibt abzuwarten. Der aktuelle Anlauf dürfte wohl HPs letzte Chance sein, im Tablet PC Markt doch noch nachhaltig Fuß zu fassen.

Kurzportrait

Die im Jahre 1939 gegründete Hewlett-Packard, benannt nach den Gründern Dave Packard und Bill Hewlett, gelang vor allem in den modernen 80er Jahren der Aufstieg zu einem weltweit bedeutenden Technologiekonzern. Die HP LaserJet Druckerproduktreihe, welche im Jahre 1984 aus der Taufe gehoben wurde, begründete dann schließlich den endgültigen Durchbruch der Firma.

Heute entwickelt das Unternehmen nicht nur Drucker, sondern auch Software, Computer und andere Hardware, wie Speicher- sowie Windows- und Unix-basierte Serversysteme. Aber auch Netbooks/Ultrabooks, Scanner, Fax-Geräte, Digitalkameras und Kopiergeräte ergänzen das Hardwareangebot. Insgesamt operiert HP heute aus sieben Kerngeschäftsbereichen heraus: Enterprise Storage and Servers (ESS), HP Services (HPS), Personal Systems Group (PSG), Imaging and Printing Group (PG), HP Financial Services (HPFS) und HP Software sowie Corporate Investments.

Das Hardwaregeschäft trug zuletzt den Großteil der gesamten Umsätze der Gesellschaft, wobei das Servicegeschäft inzwischen etwa ein Drittel des Gesamtumsatzes trägt. Zuletzt wuchs HP nicht zuletzt durch Zukäufe.

Neben der Übernahme von Compaq im Jahr 2002 kaufte HP den Druckerspezialisten Indigo, welcher den Bereich Offset-Druck und digitale Druckprozesse für industrielle Großkunden ergänzen soll. Im Jahr 2004 schluckte HP die Softwarefirmen Novadigm und Consera Software, sowie die ThyssenKrupp-Tochter Triaton. Später folgten die Zukäufe des englischen IT-Spezialisten Synstar, sowie die Übernahme von ApplQ, RLX Technologies, Peregrine Systems und Scitex Vision. Mitte 2006 kaufte HP die Schweizer Silverwire Holdings AG, sowie den Softwarespezialisten Mercury Interactive.

Anfang 2008 setzte HP seine Einkaufstour fort und schluckte neben den Softwarespezialisten Tower Software und LeftHand, auch gleich den weltweit zweitgrößten IT-Servicespezialisten Electronic Data Systems (EDS) für knapp 13,2 Mrd. Dollar. In 2010 schloss HP die Übernahme von 3Com ab. Zudem wurden mit dem PDA-Pionier Palm, Motionbox, Fortify Software und Stratavia weitere Unternehmen übernommen.

Nachdem im Herbst der Speicherspezialist 3PAR übernommen wurde, kaufte HP im Oktober den Sicherheitssoftwareanbieter ArcSight. Mitte 2011 gab HP die Übernahme des britischen Softwarespezialisten Autonomy für über zehn Mrd. Dollar bekannt. Ende 2011 übernahm HP die Hiflex Software GmbH. Anfang 2013 trennte sich HP von seinem webOS-Geschäft und verkaufte dieses an LG.

Zahlen

Für das vergangene Januarquartal meldet HP einen Umsatzrückgang um sechs Prozent auf 28,4 Mrd. US-Dollar. Dabei konnte der Technologiekonzern einen Gewinn von 1,2 Mrd. US-Dollar oder 63 US-Cent je Aktie realisieren, ein Rückgang von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal (1,5 Mrd. Dollar). Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen konnte HP im jüngsten Quartal einen Nettogewinn von 82 US-Cent je Aktie einfahren und damit die Markterwartungen der Analysten spürbar übertreffen. An der Wall Street hatte man im Vorfeld mit Einnahmen von rund 27,8 Mrd. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 71 US-Cent je Aktie gerechnet.

Meldung gespeichert unter: Hewlett Packard (HP)

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