Expedia gibt sich als Vorreiter - Buchungsgebühren gestrichen

Donnerstag, 4. Juni 2009 13:02
Expedia

(IT-Times) - Die Urlaubszeit steht vor der Tür und Online-Reiseanbieter wie Expedia (Nasdaq: EXPE, WKN: A0F41M) freuen sich auf die lukrativste Saison des Jahres. Doch die ungeklärte Absturzursache der Air-France-Maschine, die von ihrem Flug über Rio de Janeiro nach Paris über den Atlantik ins Meer stürzte, liegt wie ein dunkler Schatten über der Branche.

Ein gewaltiges Unwetter soll die Katastrophe ausgelöst haben, bei der aller Voraussicht nach 228 Menschen getötet wurden. Das Unglück gilt als die größte Flugzeugkatastrophe seit 2001 und dürfte erneut Diskussionen über die Sicherheit von Flugzeugen entfachen, was insbesondere Reiseveranstalter und Fluggesellschaften treffen könnte.

Katastrophe trifft Branche zur Unzeit
Die Branche beginnt sich gerade erst von der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise zu erholen und sieht sich nunmehr erneut im Mittelpunkt einer Diskussion, die nur wenig Licht ins Dunkel bringen dürfte. Flugzeuge werden zwar immer sicherer, doch trotz aller Kontrollen und Wartungsvorschriften geschehen immer wieder Unglücke.

In der Vergangenheit bekamen die Unsicherheit der Urlaubsreisenden nach solchen Geschehnissen meist die Veranstalter und Fluggesellschaften zu spüren, die sich mit weniger Buchungen zufrieden geben mussten. Die Unsicherheit könnte sich noch verstärken, sollten sich die Befürchtungen bestätigen, dass die Maschine der Air France einfach in der Luft auseinanderbrach und den heftigen Gewitterturbulenzen nicht gewachsen war.

Online-Reisedienstleister streichen Buchungsgebühren
Die angeschlagene Online-Reisebranche, die seit geraumer Zeit mit einem intensiven Wettbewerb zu kämpfen hat, versucht unterdessen die Kunden mit günstigen Preisen und niedrigen Gebühren zu locken. Nachdem vor zwei Jahren der Online-Reiseanbieter Priceline.com seine Buchungsgebühren für Flugreisen bereits gestrichen hatte, folgt nunmehr Expedia ebenfalls dem Beispiel. Ende Mai gab das Unternehmen bekannt, dass künftig alle Buchungsgebühren auf Flüge über Expedia.com entfallen - womit Expedia eine Sonderaktion von Anfang März übernahm. Auch will Expedia künftig keine Gebühren mehr für Reservierungsänderungen und Stornierungen von Hotelübernachtungen, Mietautos und Kreuzfahrten in Rechnung stellen.

Mitbewerber wie Travelocity und Orbitz ließen sich nicht lange bitten und zogen inzwischen nach. Damit dürfte der Preiskampf in der Online-Reisebranche in die nächste Runde gehen, wovon vor allem die Verbraucher profitieren dürften. Ob die Rechnung für Aktionäre ebenfalls aufgeht, bleibt dagegen abzuwarten…

Kurzportrait

Die ehemalige Microsoft-Tochter Expedia, ursprünglich im Jahre 1996 aus der Taufe gehoben, wurde im Jahre 2002 von IAC/InterActiveCorp übernommen, neu strukturiert und im Jahr 2005 wieder an die Börse geführt. Expedia, ansässig in Bellevue/Washington, bietet als Online-Reiseagentur einen Rund-um-Service für Touristen, wobei Nutzer über das Internet Hotelreservierungen vornehmen, Flug-Tickets ordern, Mietautos reservieren, sowie Kreuzfahrten buchen können. Aber auch Konzertkarten und andere Pauschal-Reiseangebote bietet das Unternehmen über seine Online-Plattform an.

Durch die Übernahme von Travelscape.com im Jahre 2000 und der Fusion mit Hotels.com, kann Expedia heute auf ein umfangreiches Hotelnetz zurückgreifen. So arbeitet Expedia heute mit mehr als 70.000 Hotels, darunter mit großen Namen wie Hilton International, Mariott, Embassy, Clarion und Howard Johnson's zusammen. Travelscape.com gilt darüber hinaus als Spezialist für Las Vegas-Reisen. Hierfür betreibt die Gesellschaft ein eigens dafür eingerichtetes Buchungs- und Reservierungssystem. Um den Bereich Buchungstools zu verstärken, kaufte Expedia den Softwarespezialisten Newtrade Technologies. Gleichzeitig arbeitet das Unternehmen mit der IAC-Tochter Ticketmaster zusammen, um Kunden auch ergänzend zu Reisen auch Veranstaltungskarten (Konzerte etc.) anbieten zu können.

Neben den USA betreibt Expedia auch landesspezifische Online-Seiten in Kanada, Deutschland, Italien, den Niederlanden und in Großbritannien. Seit 2005 ist Expedia auch in Australien mit einer eigenen Webplattform am Start. Seit Ende 2006 ist man mit einer eigenen Webplattform im wichtigen japanischen Reisemarkt präsent. Durch die mehrheitliche Beteiligung (52 Prozent) an eLong ist Expedia auch im wichtigen chinesischen Markt aktiv. Nach eigenen Angaben erreicht das Unternehmen mit seinem Angebot aktuell weit mehr als zehn Mio. Touristen weltweit.

Unter dem Dach von Expedia hat der Mutterkonzern IAC nicht nur Hotels.com, sondern auch den Touristikdienst Hotwire und TripAdvisor zusammengeführt. Im Frühjahr 2007 übernahm die Expedia-Tochter TripAdvisor den Reiseforum-Spezialisten The Independent Traveler. Anfang 2008 übernahm TripAdvisor dann die englische Reiseplattform Holdiday Watchdog. Daneben wurden mit CarRentals.com und Airfarewatchdog.com zwei weitere Online-Buchungsspezialisten übernommen. Mit Synergi Global Travel Management und mit der italienischen Venere Net folgten in 2008 zwei weitere Zukäufe.

Zahlen

Für das vergangene erste Quartal 2009 meldete Expedia einen Umsatzrückgang um acht Prozent auf 635,7 Mio. US-Dollar, nach Einnahmen von 687,8 Mio. Dollar im Jahr vorher.

Dabei schrumpfte der Gewinn um 23 Prozent auf 39,4 Mio. Dollar oder 14 US-Cent je Aktie, nachdem im Jahr vorher noch ein Profit von 51,3 Mio. Dollar oder 17 US-Cent je Aktie zu Buche stand. Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen konnte Expedia im jüngsten Quartal einen Nettogewinn von 21 US-Cent je Aktie realisieren und damit die Markterwartungen der Analysten deutlich übertreffen. Diese hatten im Vorfeld ur mit einem Nettogewinn von 15 US-Cent je Aktie gerechnet.

Meldung gespeichert unter: Online-Reisen

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