Electronic Arts bleibt weiter unter seinen Möglichkeiten

Donnerstag, 6. August 2009 13:38
Electronic Arts

(IT-Times) - Obwohl der PC- und Videospielentwickler Electronic Arts (Nasdaq: ERTS, WKN: 878372) seine Kostenbasis weiter optimieren konnte, blieb der Spielehersteller im jüngsten Quartal weiter in der Verlustzone. Weitere großartige Kostensynergien scheinen derzeit nicht in Sicht, zumal das Restrukturierungsprogramm fast abgeschlossen ist und die Zahl der Mitarbeiter auf nunmehr knapp 8.950 Angestellte reduziert wurde. Daneben beschäftigt EA inzwischen rund 20 Prozent seiner Mitarbeiter in Niedriglohnländer.

Sims 3 und EA Sports Active hübschen EA-Bilanz auf
Fortschritte erzielte das Unternehmen vor allem auf der Wii-Plattform. Nachdem EA lange Zeit den Erfolg der Nintendo-Konsole unterschätzt hat, konnte sich das Unternehmen mit dem Titel „EA Sports Active“ mit mehr als 1,8 Mio. Einheiten an die Spitze der Wii-Spieleverkaufscharts in Europa und Asien setzen. Auch der Sims-Nachfolger „The Sims 3“ verkaufte sich mit 3,7 Mio. Einheiten recht gut, unterstreicht aber auch, wie stark die Branche inzwischen von wenigen Blockbuster-Titeln abhängig ist.

Große Hoffnungen hegt EA dann auch auf seine Game-Pipeline für das diesjährige Weihnachtsgeschäft. Mit „Mass Effect 2“, „Dragon Age Origin“, „Left 4 Dead 2“ und „Brutal Legend“ will das Unternehmen die Spielecharts erobern. Dabei kommt EA das Straucheln der Konkurrenz entgegen. So musste beispielsweise Take-Two seinen möglichen Blockbuster „BioShock 2“ auf das nächste Jahr verschieben. Auch die Activision-Titel „StarCraft II“ und „Singularity“ werden erst im nächsten Jahr erscheinen.

Dennoch ist das Unternehmen nach wie vor abhängig von seinen Sport-Titeln. So soll am 14. August die x-te Version von “Madden NFL“ auf den Markt kommen. Zudem steht „FIFA 10“ bereits in den Startlöchern. Doch das Interesse an den Neuauflagen scheint langsam zu sinken. Bestes Beispiel ist das jüngste Debüt von „NCAA Football 10“. Mitte Juli auf den Markt gekommen, blieben die Verkaufszahlen bislang hinter den Erwartungen zurück.

EA sucht nach neuen Ideen
Die Kreativabteilung bei EA tut sich bislang noch schwer mit neuen Ideen. Die von EA im Vorjahr auf den Markt gebrachten Neutitel „Dead Space“ und „Mirror`s Edge“ konnten bislang nicht vollends überzeugen. Zudem hat EA den Trend-Markt MMORPG verschlafen. Das Online-Spiel „Warhammer Online“ ging im Windschatten von „World of Warcraft" regelrecht unter. Lediglich „FIFA Online 2“ konnte bislang überzeugen und mehr als zehn Mio. registrierte Spieler begeistern. Trotz der jüngsten Fortschritte wartet noch viel Arbeit auf den neuen EA-Chef John Riccitiello, der versucht den Spielegiganten seit Anfang 2007 wieder auf die Erfolgsspur zurück zu hieven…

Kurzportrait

Electronic Arts (EA), ansässig im kalifornischen Redmond, entwickelt seit 1982 Computerspiele. Dabei spezialisiert sich das Unternehmen nicht nur auf eine Plattform, sondern bietet sowohl für den PC, als auch für die Plattformen von Sony, Nintendo Microsoft entsprechende Spiele an. Vor allem durch legendäre Titel wie Madden NFL, SimCity, und Ultima Online machte sich das Unternehmen einen Namen. Das Haus publiziert seine populären Titel unter den Marken EA Sports, EA Games, sowie unter den übernommen Marken Origin, DreamWorks Interactiv, Black Box Games und Maxis. Später beteiligte sich das Unternehmen an dem schwedischen Entwicklerstudio Digital Illusions, welches Ende 2004 vollständig übernommen wurde. Gleichzeitig schloss EA im Oktober die Übernahme von Criterion Software ab. Anfang 2005 beteiligte sich EA mit 19,9 Prozent an dem französischen Spielentwickler Ubisoft. Ende 2005 übernahm man den führenden Entwickler von Mobilfunkspielen Jamdat Mobile. Jamdat wurde inzwischen in die Einheit EA Mobile integriert. Mitte 2006 kaufte EA den Online-Rollenspielspezialisten Mythic Entertainment, aus der die Einheit EA Mythic hervorging. Ende 2006 schluckte EA das auf die Wii-Konsole spezialisierte Entwicklerstudio Headgate Studios. Im Frühjahr 2007 beteiligte sich EA mit 15 Prozent an dem chinesischen Online-Spielespezialisten The9, nachdem man sich bereits 19 Prozent der Anteile an dem südkoreanischen Online-Spielespezialisten Neowiz sicherte. Mitte 2007 eröffnete EA ein eigenes Büro in Moskau, um den russischen Markt besser bedienen zu können. Ende 2007 übernahm EA mit BioWare und Pandemic zwei weitere Entwicklerstudios. Später kaufte EA mit Hands-On-Mobile und ThreeSF erneut zu. Ende 2008 übernahm EA das südkoreanische Entwicklerstudio J2M.

Ferner vertreibt das Unternehmen über 4.000 Spieletitel von Drittanbietern. Dieses Geschäft trug in der Vergangenheit etwa ein Fünftel des gesamten Umsatzvolumens von EA. Über das Internet-Portal EA.com bietet das Unternehmen nicht nur einen kostenlosen Online-Spieledienst an, sondern auch gebührenpflichtige Services.

Daneben betreibt das Unternehmen die Tochter und Spieleplattform pogo.com im Internet. Pogo.com versteht sich als eine Online-Spielgemeinschaft. Die Plattform verzeichnet inzwischen mehr als 1,7 Mio. registrierte Nutzer. Gleichzeitig betreibt EA aber auch den Game Channel im Rahmen des Online-Angebots von America Online.

Zahlen

Für das vergangene zweite Quartal 2009 meldet EA einen Umsatzrückgang um 20 Prozent auf 644 Mio. US-Dollar, nachdem der Spielehersteller im Jahr vorher noch 804 Mio. Dollar umsetzen konnte. Der angepasste Umsatz summierte sich dabei auf 816 Mio. Dollar, ein Zuwachs von 34 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Der Verlust belief sich zunächst auf 234 Mio. US-Dollar oder 72 US-Cent je Aktie, nach einem Minus von 95 Mio. Dollar oder 30 US-Cent je Aktie im Jahr vorher. Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen wie Restrukturierungskosten begrenzte sich der Nettoverlust auf zwei US-Cent je Aktie, womit EA die Markterwartungen der Analysten übertreffen konnte.

An der Wall Street hatte man im Vorfeld mit einem Minus von 13 US-Cent je Aktie sowie mit einem angepassten Umsatz von 729,5 Mio. Dollar gerechnet. Der angepasste Umsatz ergibt sich aus Einnahmen aus dem Verkauf von Online-Services. Erfolge konnte EA dann auch im digitalen Geschäft melden. So kletterten die digitalen Einnahmen um 38 Prozent auf 124 Mio. Dollar. Dazu zählt beispielsweise der Verkauf von virtuellen Gegenständen für das Spiel „The Sims 3“ sowie monatliche Abogebühren aus dem Betrieb von Online-Rollenspielen wie „Warhammer Online“. Insgesamt sanken jedoch die Barreserven im Vergleich zum Vorquartal um 300 Mio. Dollar auf nunmehr 1,8 Mrd. Dollar. Daneben verfügt EA über handelbare Wertpapiere in Höhe von 440 Mio. Dollar.

Markt und Wettbewerb

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