Citrix Systems tut sich noch schwer

Montag, 28. April 2008 12:59
Citrix

(IT-Times) Nach einem eher enttäuschenden Ausblick sahen sich die Aktien des US-Softwareherstellers Citrix Systems (Nasdaq: CTXS, WKN: 898407) zuletzt unter Druck. Vor allem bei der Eroberung neuer Märkte tut sich Citrix offenbar schwerer als zunächst angenommen.

Durch die Übernahme von XenSource stieg Citrix im Jahr 2007 in den Virtualisierungsmarkt ein. Jedoch konnte man trotz Vertriebskooperationen mit Dell, Hewlett-Packard und dem Ausbau der Allianz mit Microsoft bislang nicht entscheidend Marktanteile auf dem Branchenprimus VMware gut machen. Während Citrix seinen Umsatz in der Virtualisierungsdivision um 19 Prozent auf 268 Mio. Dollar steigern konnte, wuchs der große Rivale VMware im ersten Quartal um 55 Prozent.

XenApp Platinum soll für Wachstumsschub sorgen
Laut Citrix war im ersten Quartal XenApp Platinum der Wachstumsmotor der Virtualisierungsgruppe im ersten Quartal - das Produkt steuerte bereits 28 Prozent zu den Lizenzerlösen bei. Das Virtualisierungsgeschäft bei Citrix steht aber erst am Anfang, was die Zahlen im Bereich Server- und Desktop-Virtualisierung belegen. Hier konnte Citrix im ersten Quartal gerade einmal drei Mio. Dollar umsetzen. Zudem haben die OEM-Partner HP und Dell gerade erst damit begonnen, Embedded Server Angebote mit Citrix-Lösungen auszuliefern. Mit nennenswerten Umsatzbeiträgen hieraus rechnet Citrix aber erst im dritten Quartal.

Vorausblickend auf das verbleibende Jahr gibt sich Citrix dennoch optimistisch, dass XenApp Platinum im Jahresverlauf bereits ein Drittel zu den Virtualisierungslizenzen beitragen könnte. Anleger und Investoren müssen sich also noch in Geduld üben, bis sich der Citrix-Vorstoß in der Bilanz und dem Aktienkurs niederschlagen wird.

Gerüchte: IBM und Cisco an Übernahme interessiert
Weniger Geduld haben offenbar die beiden Technologiegrößen IBM und Cisco Systems. Die Gerüchteküche brodelt wieder einmal, nachdem die beiden Technologiegiganten Interesse an einer Übernahme von Citrix Systems zu haben scheinen.

Citrix habe ein Virtualisierungs-Management-Angebot auf die Beine gestellt, welches durchaus konkurrenzfähig zu den Angeboten von VMware ist, meint etwa Avian Securities Analyst Jeff Gaggin. Eine Übernahme von IBM und Cisco würde nach Meinung von Gaggin zwar Sinn machen, wie viel Substanz sich hinter den jüngsten Gerüchten allerdings verbirgt, vermag auch der Avian-Experte derzeit nicht einzuschätzen...

Kurzportrait

Die im Jahre 1989 gegründete und in Fort Lauderdale/Florida ansässige Citrix Systems wird seit 1995 an der Technologiebörse Nasdaq notiert. Das Unternehmen schaffte in der Vergangenheit vor allem durch seine MetaFrame-Software (vormals WinFrame) den Aufstieg in die erste Liga der Softwareanbieter. Citrix´ MetaFrame Application Server erlaubt es innerhalb von Unix- oder Windows-basierten Systemen, Anwendungen anderer Betriebssysteme von einem zentralen Server aus zu starten. Dieses System soll dem jeweiligen Anwender einerseits eine größtmögliche Flexibilität einräumen und andererseits Kosten für Firmen in Form von geringerem Speicherbedarf senken. Nachdem das Citrix-System im Wesentlichen für Software aus dem Hause Microsoft optimiert war, arbeitet MetaFrame seit Jahren auch auf Unix-Systeme, sowie auf Suns Solaris-Plattform.

Neben der MetaFrame-Produktfamilie bietet Citrix auch so genannte Access Portal Software an. Damit sollen Mitarbeiter schnell und einfach auf Inhalte und Softwarelösungen der Zentrale zugreifen können, ohne lange Installationsroutinen und Vertragskonditionen abarbeiten zu müssen. Citrix liefert de facto damit auch die technologische Plattform für das ASP-Geschäft. Durch die Übernahme von XenSource in 2007 stieg Citrix in das Geschäft mit Virtualisierungslösungen ein.

Insgesamt setzen heute mehr als 120.000 Firmenkunden weltweit auf Softwarelösungen aus dem Hause Citrix. Zu Das Unternehmen gilt inzwischen als Pionier und Marktführer im Zusammenhang mit dem virtuellen Arbeitsplatz außerhalb des Büros, denn Citrix-Software ist neben dem Extranet auch im Intranet, als auch im Internet und drahtlosen Kommunikationsnetzen einsetzbar. Zu den Kunden des Softwarehauses zählen neben AT&T, auch Ericsson, IKEA und Emerson sowie die deutschen Sparkassen. Darüber hinaus kooperiert Citrix neben seinem Vertriebsnetz bestehend aus mehr als 7.000 Händlern, mit weiteren Technologieunternehmen wie mit IBM und Oracle.

Neben dem Softwaregeschäft, welches inzwischen auch Lösungen für Handheld-Computer umfasst, bietet Citrix auch Beratung und Support an. Auch diverse Softwareprodukte rund um den Bereich Load-Balancing zählen zum Produktportfolio des Softwareanbieters. Ende 2003 verstärkte sich Citrix mit der Übernahme des Softwarespezialisten Expertcity (GoToMyPC, GoToAssist) für 225 Mio. Dollar. Ende 2004 kaufte Citrix den Sicherheitsspezialisten Net6. Mitte 2005 übernahm Citrix den Sicherheitsspezialisten NetScaler. Im Frühjahr 2006 kaufte Citrix den Client-Server-Softwarespezialisten Reflectent Software. Mitte 2006 folgte die Übernahme des WAN-Spezialisten Orbital Data, wobei gegen Jahresende der Spezialist Ardence zugekauft wurde. Im Frühjahr 2007 schluckte Citrix den Test-Softwareanbieter ThinGenius. Im Herbst 2007 wurde die Übernahme des Virtualisierungsspezialisten XenSource abgeschlossen. Gleichzeitig schluckte Citrix den Softwarespezialisten QuickTree.

Zahlen

Für das vergangene erste Quartal 2008 meldet Citrix einen Umsatzsprung auf 377 Mio. Dollar, nach Einnahmen von 308,1 Mio. Dollar im Jahr vorher. Der Gewinn schrumpfte allerdings zunächst auf 34,4 Mio. Dollar oder 18 US-Cent je Aktie, nach einem Plus von 37,6 Mio. Dollar oder 20 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen konnte Citrix im jüngsten Quartal einen Nettogewinn von 66 Mio. Dollar oder 35 US-Cent je Aktie realisieren, nach einem Plus von 57 Mio. Dollar oder 31 US-Cent je Aktie im Jahr vorher. Mit den vorgelegten Zahlen konnte Citrix die Markterwartungen leicht übertreffen. Analysten hatten im Vorfeld mit Einnahmen von 372 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 34 US-Cent je Aktie kalkuliert.

Während das Application Virtualisierungsgeschäft um 19 Prozent auf 268 Mio. Dollar anzog, kletterte das Online-Servicegeschäft um 31 Prozent. Das Application Networking-Geschäft zog um 17 Prozent an.

Meldung gespeichert unter: Citrix

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