Citrix nimmt mit neuer Cloud-Strategie VMware und Amazon ins Visier

Software- und Cloud-Services

Freitag, 27. September 2013 14:31
Citrix

(IT-Times) - Der US-Softwarehersteller Citrix Systems nimmt mit seiner neuen Cloud-Strategie die Platzhirschen Amazon.com (AWS) und VMware (vCloud) ins Visier. Durch die neuen Lösungen sollen mehr Flexibilität, Kontrolloptionen und Automatismen Einzug halten.

Citrix vereinfacht Cloud-Management
Durch die CloudPlatform 4.2 und den neuen CloudPortal Business Manager 2.1 sollen Firmen On-Premise Installationen und Public Clouds nebeneinander betreiben und verwalten können. Citrix Systems (Nasdaq: CTXS, WKN: 898407) wählt damit einen Anwendungs-orientierten Ansatz bei der Cloud-Architektur.

Durch die Anwendungs-zentrale Orientierung erhofft sich Citrix Marketing-Manager Wettbewerbsvorteile gegenüber den beiden großen Konkurrenten Amazon.com und VMware. Die Cloud-Plattform von Citrix basiert auf dem Apache CloudStack Projekt und ist näher an AWS angelehnt. So lassen sich in Citrix neuer CloudPlatform Regionen und Zonen einrichten, ähnlich wie dies bei AWS der Fall ist.

Marktbeobachter sehen Citrix im Vorteil
Kunden können damit die jeweiligen Bedingungen für jede Anwendung in jeder einzelnen Zone kontrollieren. Für Forrester Analyst James Staten ist dieser Anwendungs-zentrale Ansatz einzigartig in der Industrie und damit klar ein Angebot, mit dem sich Citrix von den anderen Anbietern differenzieren kann, so der Forrester Analyst gegenüber TechWorld. Staten verweist darauf, dass die übrigen IaaS-Angebote meist nur für eine Umgebung optimiert sind.

Wachstumsmotor Networking- und Cloud-Geschäft
Damit könnte Citrix den Grundstein für weiteres Wachstum in seinem Networking- und Cloud-Geschäft gelegt haben. Dieses wuchs im vergangenen zweiten Quartal 2013 bereits um 46 Prozent auf 165 Mio. US-Dollar, wobei die Produktlizenzumsätze um 54 Prozent zulegten. NetScaler-Produkte waren nach Citrix-Angaben weiter die treibende Kraft hinter dem Wachstum, wobei das Networking- und Cloud-Geschäft bereits 23 Prozent zum Gesamtumsatz beisteuerte.

Die Analysten aus dem Hause Cowen sehen Citrix-Aktien daher auch weiter als Top-Pick für das zweite Halbjahr 2013 und verweisen dabei auf das NetScaler-Geschäft von Citrix. Das Cloud-Geschäft dürfte noch viel mehr Potential für Citrix bieten. Die Marktforscher aus dem Hause Gartner gehen davon aus, dass der Public Cloud Servicemarkt allein in 2013 um 18,5 Prozent auf 131 Mrd. US-Dollar wachsen wird.

Kurzportrait

Die im Jahre 1989 gegründete und in Fort Lauderdale/Florida ansässige Citrix Systems wird seit 1995 an der Technologiebörse Nasdaq notiert. Die vom US-Softwarekonzern vertriebenen Citrix MetaFrame Application Server erlauben es, innerhalb von Unix- oder Windows-basierten Systemen, Anwendungen anderer Betriebssysteme von einem zentralen Server aus zu starten. Dieses System soll dem jeweiligen Anwender einerseits eine größtmögliche Flexibilität einräumen und andererseits Kosten für Firmen in Form von geringerem Speicherbedarf senken.

Durch die Übernahme von XenSource in 2007 stieg Citrix in das Geschäft mit Virtualisierungslösungen ein. Das Produktportfolio des Unternehmens umfasst heute Lösungen wie XenDesktop, XenApp sowie diverse Online-Services. Daneben bietet Citrix Virtualisierungslösungen wie CitrixXenServer und Citrix Essentials für XenServer und Hyper-V an.

Citrix Systems betreut heute mehr als 250.000 Firmenkunden und über 100 Millionen Nutzer in mehr als 100 Ländern weltweit. Das Unternehmen gilt als Pionier und Marktführer im Zusammenhang mit dem virtuellen Arbeitsplatz außerhalb des Büros. Zu den Kunden des Softwarehauses zählen neben AT&T, auch Ericsson oder IKEA und die deutschen Sparkassen. Darüber hinaus kooperiert Citrix neben seinem Vertriebsnetz bestehend aus mehr als 7.000 Händlern.

Mitte 2005 übernahm Citrix den Sicherheitsspezialisten NetScaler. Im Frühjahr 2006 kaufte Citrix den Client-Server-Softwarespezialisten Reflectent Software. Mitte 2006 folgte die Übernahme des WAN-Spezialisten Orbital Data, wobei gegen Jahresende der Spezialist Ardence zugekauft wurde. Im Frühjahr 2007 schluckte Citrix den Test-Softwareanbieter ThinGenius. Im Herbst 2007 wurde die Übernahme des Virtualisierungsspezialisten XenSource abgeschlossen. Anfang 2010 verstärkte sich Citrix durch die Übernahme des Suchspezialisten Plago. Ende 2010 kaufte Citrix den Software-as-a-Service Spezialisten NetViewer AG. Mitte 2011 übernahm Citrix den Cloud-Spezialisten Cloud.com. Mitte 2012 wurde der Mobile- und Videospezialist Bytemobile aufgekauft. Anfang 2013 schluckte Citrix den Mobile-Sicherheitsspezialisten Zenprise.

Zahlen

Für das vergangene Juniquartal meldete Citrix Systems einen Umsatzanstieg um 19 Prozent auf 730,4 Mio. US-Dollar, nach Einnahmen von 615,2 Mio. US-Dollar im Jahr vorher. Das Produkt- und Lizenzgeschäft zog um 21 Prozent an, während die Software-as-a-Service (SaaS) Umsätze um 15 Prozent zulegten. Das Geschäft mit Lizenz-Updates und Wartung zog um 18 Prozent an.

Der Nettogewinn schrumpfte dabei auf 64,5 Mio. US-Dollar oder 34 US-Cent je Aktie, nach einem Profit von 92 Mio. Dollar oder 49 US-Cent je Aktie im Jahr vorher. Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen konnte Citrix einen Nettogewinn von 66 US-Cent je Aktie erwirtschaften und damit die Markterwartungen der Analysten übertreffen. An der Wall Street hatte man mit einem Nettogewinn von 63 US-Cent je Aktie und mit Einnahmen von 710 Mio. Dollar gerechnet.

Meldung gespeichert unter: Cloud Computing

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