BlackBerry will sich gesundschrumpfen - BBM im Vordergrund

Mobile Messaging

Dienstag, 1. April 2014 12:32
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(IT-Times) - Die Misere beim kanadischen Smartphone-Hersteller BlackBerry hält an. Zwar konnten die Kanadier ihre Verluste nach massiven Kostensenkungen deutlich reduzieren, jedoch fiel der Quartalsumsatz erstmals nach sieben Jahren unter die Marke von 1,0 Mrd. US-Dollar.

Analysten und Investoren bleiben weiter skeptisch. Der Grund: Der Verkauf von neuen BlackBerry 10 (BB10) Modellen trägt praktisch kaum zum Umsatz bei. 67 Prozent der Verkaufserlöse entfallen mehr oder weniger auf ältere BlackBerry 7 Modelle.

Zahl der BlackBerry-Abonnenten rückläufig
Zwar gab BlackBerry (Nasdaq: BBRY, WKN: 909607) keine Details zu der Zahl der BlackBerry Abonnenten bekannt, jedoch dürfte die Abonnentenbasis nach Analystenschätzungen (Cowen & Co) um vier Millionen auf 58 Millionen gesunken sein. Die Cowen-Experten gehen zudem davon aus, dass der Serviceumsatz um 14 Prozent gegenüber dem Vorquartal auf 546 Mio. Dollar eingebrochen ist.

Credit Suisse Analyst Kulbinder Garcha rechnet damit, dass die Serviceumsätze im laufenden Fiskaljahr weiter rückläufig sein werden. Der Analyst rechnet mit einem Einbruch von 60 Prozent auf 1,5 Mrd. US-Dollar im laufenden Fiskaljahr 2015.

BlackBerry Messenger steht weiter hoch im Kurs - Desktop-Version im Gespräch
Ein Lichtblick im jüngsten Quartal war der BlackBerry Messenger (BBM), der sich nach wie vor großer Beliebtheit erfreut. Nachdem der BBM inzwischen auch für iOS und Android verfügbar ist, kletterte die Zahl der monatlichen aktiven BBM-Nutzer um fünf Millionen auf 85 Millionen. Insgesamt verzeichnet der BBM bereits 113 Millionen registrierte Nutzer.

BlackBerry will den BBM nicht nur durch gesponserte Nachrichten und einen Shop monetarisieren, auch soll es zur Jahresmitte eine BBM-Version für Windows Phone geben, kündigt BlackBerry CEO John Chen an. Zudem spielt BlackBerry mit dem Gedanken, den BBM auch auf den Desktop zu bringen. Gegenüber Reuters erklärte der BlackBerry-Chef Chen, dass damit Mitarbeiter in großen Konzernen den BBM für Gruppen-Chats nutzen und auf das Mobiltelefon wechseln könnten, wenn sie das Büro verlassen.

BBM soll stärker monetarisiert werden
Der BBM war ursprünglich nur für BlackBerry Smartphones verfügbar, jedoch sehen die Kanadier großes Potential in diesem Geschäft, wenn es gelingt die breite Nutzerbasis zu monetarisieren und neue Nutzer zu gewinnen. Noch zeichnet dieses Geschäft (BBM, QNX und Mobile Device Management) nur für sieben Prozent des BlackBerry-Umsatzes verantwortlich - dies soll sich künftig ändern.

Kurzportrait

Die im Jahre 1984 in Waterloo/Kanada als Research In Motion (RIM) gegründete BlackBerry gilt als einer der führenden Anbieter von Smartphones. Zuvor firmierte das kanadische Unternehmen als Research In Motion (RIM). Anfang 2013 folgte die Umbenennung in BlackBerry.

Mit dem BlackBerry können Nutzer an einen beliebigen Ort Emails empfangen, bearbeiten und versenden. Weltweit verzeichnet das Unternehmen mehr als 50 Millionen Abonnenten in über 150 Ländern weltweit. Der BlackBerry Messenger (BBM) zählt mehr als 110 Millionen registrierte Nutzer.

Im Mittelpunkt der Expansionsbemühungen standen zuletzt nicht nur Europa, sondern auch Asien und der Mittlere Osten. Mitte 2010 schluckte BlackBerry von Harman International die Betriebssystem-Einheit QNX Software Systems. Später folgte die Übernahe des Documents To Go Entwicklers DataViz. Zudem wurde Ende 2010 die schwedische The Astonishing Tribe (TAT) übernommen. Mitte 2011 wurde Scoreloop aufgekauft. Anfang 2012 wurde der Spezialist Paratek Microwave übernommen. Anfang 2013 stellte BlackBerry seine neue BB10-Plattform samt neuer Smartphones vor. Zudem wurde der Spezialist Scroon SA übernommen. Ende 2013 schloss BlackBerry eine 5-jährige Partnerschaft mit dem taiwanischen Auftragshersteller Foxconn, um Smartphones für Schwellenmärkte zu entwickeln.

Entsprechende Softwarelösungen rund um die angebotene Hardware ergänzen das Produktportfolio der Kanadier. BlackBerry vertreibt seine Produkte sowohl direkt an Herstellerfirmen, als auch über ein Händlernetz und Mobile-Carrier wie Hutchison Telecommunications, Cingular und Motient. Zu den namhaften Vertriebspartnern zählen neben AT&T Wireless, auch T-Mobile, Vodafone und Sprint Nextel. Zu den Kunden der Kanadier zählen darüber hinaus Technologiefirmen wie AT&T, Dell, Intel, Panasonic und IBM.

Zahlen

Für das vergangene vierte Fiskalquartal 2014 meldet BlackBerry einen Umsatzeinbruch um 64 Prozent auf 976 Mio. US-Dollar, nach Einnahmen von 2,7 Mrd. US-Dollar im Jahr vorher. Dabei mussten die Kanadier zunächst einen GAAP-Verlust von 423 Mio. US-Dollar oder 80 US-Cent je Aktie ausweisen, nach einem Minus von 98 Mio. Dollar im Jahr vorher. Der bereinigte Nettoverlust (Non-GAAP) summierte sich auf 42 Mio. US-Dollar oder acht US-Cent je Aktie, Analysten hatten im Vorfeld mit einem GAAP-Verlust von 55 US-Cent je Aktie gerechnet.

Auch im jüngsten Quartal hatte BlackBerry (Nasdaq: BBRY, WKN: A1W2YK) mit einem schleppenden Absatz zu kämpfen. BlackBerry verkaufte im jüngsten Quartal 3,4 Millionen BlackBerry-Smartphones an die Endnutzer, darunter 1,3 Millionen BlackBerry 10-basierte Smartphones, nach 6,0 Millionen BlackBerry-Smartphones im Vorjahresquartal.

Meldung gespeichert unter: Smartphone

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