Apple wehrt sich gegen Android - Multi-Carrier-Strategie und iPad 2 sollen für Befreiungsschlag sorgen

Mittwoch, 12. Januar 2011 13:12
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(IT-Times) - Während Elektronikhersteller im Rahmen der CES eine Flut neuer Tablet PCs vorstellten, glänzte der iPad-Hersteller Apple (Nasdaq: AAPL, WKN: 865985) mit Abwesenheit. Apple arbeitet derweil an einer Strategie, um sich gegen die Übermacht von neuen Android-Geräten zur Wehr zu setzen.

Weitere Mobilfunk-Carrier für CDMA iPhone im Gespräch
Den ersten Schritt hat Apple bereits getan und sich mit Verizon Wireless einen weiteren wichtigen Vertriebspartner mit ins Boot geholt. Damit verabschiedet sich Apple auch im Heimatmarkt USA von der Ein-Carrier-Strategie, nachdem der iPhone-Hersteller schon in anderen Ländern diese Strategie aufgegeben hatte.

Dem am Vortag vollzogenen Schritt dürften weitere Folgen. Marktanalytiker aus dem Hause iSuppli glauben, dass auch China Telecom und die japanische KDDI künftig ein CDMA-basiertes iPhone vermarkten werden. Mit diesem Schachzug könnte Apple in 2011 zusätzlich 12,1 Millionen Smartphones absetzen. Im Jahr 2012 könnten dann bereits 16,5 Millionen CDMA iPhones über die Ladentheke gehen, wobei diese Zahl im Jahr 2013 dann auf 20,3 Millionen Einheiten steigen dürfte, schätzen die iSuppli-Experten.

Doch nicht nur an der Smartphone-Front weht der Wind Apple derzeit heftig ins Gesicht. Auch im Boom-Markt Tablet PCs, der im Jahr 2012 Analystenschätzungen zufolge ein Marktvolumen von 34 Mrd. Dollar erreichen dürfte, sieht sich Apple den Attacken weiterer Hersteller gegenüber. Nachdem Apple mit seinem iPad zuletzt rund 90 Prozent des Marktes kontrollierte, wird der Apple-Marktanteil in den nächsten Jahren deutlich sinken, prophezeien Marktforscher.

iPad 2 soll die Konkurrenz weiter auf Abstand halten
Ursächlich hierfür ist die drängende Konkurrenz in Form von Samsung, Motorola und Research In Motion (RIM), wobei vor allem Motorola zuletzt gute Noten von den Produkttestern für seinen neuen Tablet PC Xoom bekam. Auch der kanadische BlackBerry-Hersteller will sich die Marktchancen nicht entgehen lassen und mit dem BlackBerry PlayBook in den nächsten Monaten einen würdigen iPad-Konkurrenten ins Rennen schicken.

Apple tut gut daran, mit dem iPad 2 schleunigst nachzulegen, denn die Konkurrenten warten nur auf einen Ausrutscher des Tablet PC Pioniers. Der iPad 2 wird die bisherigen Tablet PCs in Sachen Technik und Funktionen übertreffen müssen, um bei den Kunden weiterhin den Kult-Status zu behalten, den das Gerät derzeit inne hat.

Laut US-Medienberichten zufolge, könnte der iPad 2 schon in den nächsten drei bis vier Wochen auf den Markt kommen. Über Spezifikationen des Geräts ist nur wenig bekannt. Der iPad 2 soll Insider-Angaben zufolge über ein 9,7-Zoll großes Retina-Display mit LED-Hintergrundbeleuchtung verfügen, dass eine Auflösung von 1.024 x 768 Pixeln erlaubt. Außerdem soll der iPad 2 über eine Front- und eine Rückseitenkamera verfügen. Bessere Lautsprecher, sowie ein Gesichtserkennungssystem, ein 3-Achskompass sowie ein 1GHz A4 Prozessor sollen für mehr Leistung im iPad 2 sorgen.

Analysten der Deutschen Bank sind überzeugt, dass Apple mit dem iPad 2 erneut ein großer Wurf gelingt. DB-Analyst Chris Whitmore erhöhte schon mal vorsorglich seine Abschätzung für iPads in diesem Jahr, wobei der Analyst nunmehr davon ausgeht, dass Apple 28 Millionen iPads in 2011 absetzen wird...

Kurzportrait

Apple leitete zu Beginn der 80er Jahre die Revolution bei Personalcomputern ein. Bereits in den 70er Jahren stellte das Unternehmen mit dem Apple II einen Vorläufer zum heutigen Personalcomputer vor. Ein Jahrzehnt später folgte mit dem Macintosh einer der ersten Desktop-Systeme auf den Markt, welcher sich auch für die breite Masse der Anwender eignete.

Nach einem Auf und Ab in der Unternehmensgeschichte und der Rückkehr von Steve Jobs, gelang Apple erneut die Wende. Heute präsentiert sich das kalifornische Unternehmen als Anbieter von innovativen Desktop-Geräten und Unterhaltungselektronik, welche vor allem durch ihr ausgefallenes Design nicht nur Aufmerksamkeit erregen, sondern auch in Sachen Technik überzeugen. Über die 100%ige Apple-Tochter FileMaker bietet der Computerhersteller aber auch Datenbanksoftware an.

Apple bietet nicht nur Computer und Laptops an, sondern mit dem iPod auch einen tragbaren Musik-Player, mit dem der PC-Hersteller innerhalb kurzer Zeit zum Marktführer wurde. Der inzwischen weltweit verfügbare Musik-Download-Service iTunes gilt als der bisher erfolgreichste legale Online-Musikdienst. So wurden seit Beginn des Dienstes bereits über acht Mrd. Musik-Songs aus dem Netz geladen.

Neben verschiedenen Softwareanwendungen für den Mac, setzt das Unternehmen aber auch auf eine leistungsstarke Hardware und auf ein eigenes Betriebssystem (Mac OS X). Mit der Ankündigung, künftig auch Intel-Chips in seinen Systemen verbauen zu wollen, sorgte Apple im Jahr 2006 für Aufsehen in der Branche. Anfang 2007 stieg Apple mit dem iPhone auch in den Mobilfunkmarkt ein. Mitte 2008 folgte mit dem iPhone 3G ein Nachfolger mit GPS- und UMTS-Unterstützung. Mitte 2009 stellte Apple dann das schnellere iPhone 3GS vor, Mitte 2010 folgte mit dem iPhone 4 der noch schnellere Nachfolger, der vor allem mit einem hochauflösenden Display (Retina) glänzt.

Gleichzeitig präsentierte man mit Apple TV eine neue set-top Box für das Wohnzimmer. Mit dem iPod Touch präsentierte Apple zudem einen neuen portablen Media-Player mit einem Touchscreen-Display. Anfang 2008 stellte Apple mit dem MacBook Air den damals weltweit dünnsten Notebook-PC vor. Im Dezember 2009 kaufte Apple den digitalen Musikservice Lala auf. Anfang 2010 stellte Apple mit dem iPad einen neuartigen Tablet PC vor, der seit Anfang April auf den Markt ist.

Zahlen

Für das vergangene vierte Fiskalquartal 2010 meldete Apple einen Rekordumsatz von 20,34 Mrd. US-Dollar, nach Einnahmen von 12,21 Mrd. US-Dollar in der Vorjahresperiode. Der Nettogewinn kletterte dabei um 70 Prozent auf 4,31 Mrd. US-Dollar oder 4,64 Dollar je Aktie, womit Apple die Markterwartungen der Analysten deutlich übertreffen konnte.

An der Wall Street hatte man im Vorfeld mit Einnahmen von 18,9 Mrd. US-Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 4,08 Dollar je Aktie gerechnet.

Apple konnte im vergangenen Quartal 14,1 Millionen iPhones verkaufen, dies ist ein Plus von 91 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode. Vom neuen iPad Tablet PC verkaufte Apple 4,19 Millionen Einheiten, nachdem im Vorquartal bereits 3,3 Millionen Geräte verkaufen konnte. Daneben gingen 3,9 Millionen Macinstosh-Rechner über die Ladentheke, ein Plus von 27 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode. Ferner verkaufte Apple 9,05 Millionen iPods, was einem Rückgang von elf Prozent gegenüber der Vorjahresperiode entspricht. Von seinem neuen TV-Box Apple TV konnte das Unternehmen im jüngsten Quartal mehr als 250.000 Einheiten absetzen.

Meldung gespeichert unter: Apple

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