AMD erzielt Fortschritte - technologischer Rückstand bleibt

Montag, 25. Januar 2010 13:09
Advanced Micro Devices (AMD)

(IT-Times) - Der US-Prozessorhersteller Advanced Micro Devices (NYSE: AMD, WKN: 863186) konnte im vergangenen vierten Quartal zwar erstmals nach langer Zeit wieder schwarze Zahlen schreiben, dies war aber in erster Linie auf einen Einmalertrag aus der Beilegung eines Rechtsstreits mit Intel zurückzuführen.

Im Kerngeschäft schrieb AMD nach wie vor rote Zahlen. Dies könnte sich im laufenden ersten Quartal 2010 jedoch bereits zum Besseren wenden, dann wird AMD erstmals Zahlen als Chip-Hersteller ohne eigene Fabriken präsentieren. AMD hatte im vergangenen Jahr seine Fertigungsaktivitäten in das Joint Venture GlobalFoundries ausgegliedert, wovon sich AMD signifikante Kosteneinsparungen erhofft. Analysten, wie die Investmentexperten aus dem Hause Canaccord Adams gehen sogar davon aus, dass AMD im ersten Quartal 2010 einen moderaten Gewinn je Aktie erwirtschaften kann.

Neue GPU-Architektur im zweiten Halbjahr 2010
Neben Kostensenkungen will AMD vor allem mit neuen Innovationen punkten. Für das zweite Halbjahr 2010 kündigte AMD-Chef Dirk Meyer bereits eine neue Grafik-Prozessorarchitektur an. Nach der Vorstellung der ATI Radeon HD 5000 soll im zweiten Halbjahr die gesamte Produktlinie erneuert werden, so Meyer im Rahmen einer Analystenkonferenz.

Weiteres Wachstum erhofft sich AMD außerdem im Markt für Mobile- und Server-Chips. Nachdem AMD im jüngsten Quartal 21 Prozent mehr Server-Chips zur Auslieferung brachte als im Vorjahr, kletterte der Absatz im Bereich Notebook-Prozessoren um 19 Prozent. An dieser Entwicklung will AMD auch im neuen Jahr anknüpfen, nachdem der Notebook-Marktanteil von AMD derzeit nur halb so groß ist, als der Desktop-Marktanteil.

Dank der Umstellung auf die neue 45-Nanometer-Architektur konnte AMD seine Bruttomargen zuletzt auf 41 Prozent vom Umsatz heben. Allerdings schläft auch die Konkurrenz nicht. Intel will noch im laufenden ersten Quartal 2010 sein gesamtes Server-Chip-Portfolio mit neuen 32nm-Prozessoren auf Vordermann bringen. Während Intel große Teile seiner Chip-Produktion schon in diesem Jahr auf 32nm-Prozesstechnik umstellen will, werden 32nm-Prozessoren aus dem Hause AMD wohl erst in 2011 Einzug in Computersysteme halten.

Analysten trauen AMD nur wenig zu
Entsprechend gering schätzen Analysten wie Auriga-Experte Daniel Berenbaum die Chancen für AMD, kurzfristig Marktanteile gegenüber Intel gut zu machen. In Verbindung mit den Fehltritten in der Vergangenheit, hat Berenbaum nur wenig Vertrauen in die Umsetzung der Design- und Herstellungsstrategie von AMD. Diese Zukunftsängste spiegelten sich auch in den jüngsten deutlichen Kursrückgängen wieder…

Kurzportrait

Der in Sunnyvale/Kalifornien ansässige Prozessorhersteller Advanced Micro Devices (AMD) ist die weltweite Nummer zwei im Prozessormarkt hinter dem Halbleitergiganten Intel. In den vergangenen Jahren konnte AMD jedoch bedingt durch seine schnellen und kostengünstigen Prozessoren immer wieder Marktanteile gegenüber seinen großen Konkurrenten Intel gut machen, rutschte im Zuge der Wirtschaftskrise aber deutlich in die roten Zahlen.

AMD ist daneben auch im Flash-Speichergeschäft engagiert und nimmt dort ebenso den zweiten Rang hinter Intel ein. Durch die Übernahme der kanadischen ATI ist AMD nunmehr auch im Segment Grafikchips positioniert. Heute operiert AMD vor allem aus zwei Kerngeschäftsbereichen heraus: Der Geschäftsbereich Computing Solutions umfasst dabei das Geschäft für Chipsätzen und Grafikprozessoren, welches vom Foundry-Segment ergänzt wird.

Mit der neuen 64-Bit-Prozessorgeneration will sich das Unternehmen wieder Vorteile hinsichtlich Performance und Kosten erkämpfen und Intel weitere Marktanteile abnehmen. Darüber hinaus will das Unternehmen mit seinem Serverprozessor Opteron, welcher ebenfalls auf der 64-Bit-Technologie basiert, auch im Marktsegment Serverprozessoren Intel Paroli bieten. Das Geschäft mit Prozessoren, Netzwerkchips und Chipbausteinen trägt nach wie vor zwei Drittel der gesamten AMD-Umsätze. Vier Fünftel der Umsätze erwirtschaftet AMD außerhalb der USA. Neben Hewlett-Packard (HP), zählen heute auch Dell und Acer zu den Kunden von AMD.

Mitte 2006 gab AMD die Übernahme des kanadischen Grafik-Chipherstellers ATI Technologies für rund 5,4 Mrd. Dollar bekannt. Im Spätsommer 2008 trennte sich AMD von seinem TV-Chipgeschäft und verkaufte die Einheit an Broadcom. Im Herbst 2008 kündigte AMD an, sämtliche Fertigungsfabriken an ein Joint Venture mit dem Namen GlobalFoundries ausgliedern zu wollen. AMD wird 44,4 Prozent der Anteile an dem Joint Venture halten. Im März 2009 schloss AMD die Ausgliederung seiner Fertigungsoperationen ab, um sich gänzlich auf das Chip-Design-Geschäft konzentrieren zu können.

Zahlen

Für das vergangene vierte Quartal 2009 meldet AMD einen Umsatzanstieg um 42 Prozent auf 1,65 Mrd. Dollar. Dabei verdiente AMD zunächst 1,18 Mrd. Dollar oder 1,52 Dollar je Aktie, nachdem im Jahr vorher noch ein Verlust von 1,4 Mrd. Dollar oder 2,36 Dollar je Aktie entstand.

Ausgenommen einmaliger Sonderfaktoren verlor AMD im jüngsten Quartal 57 Mio. Dollar oder acht US-Cent je Aktie, womit AMD die Markterwartungen der Analysten übertreffen konnte, die mit einem höheren Verlust gerechnet hatten. An der Wall Street hatte man im Vorfeld mit Einnahmen von 1,5 Mrd. Dollar sowie mit einem Nettoverlust von 18 US-Cent je Aktie gerechnet.

Im Segment Computing Solutions generierte AMD Erlöse von 1,21 Mrd. US-Dollar, ein Zuwachs von 13,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Insgesamt lieferte AMD im jüngsten Quartal 19 Prozent mehr Notebook-Prozessoren aus, während mehr als 21 Prozent mehr Server-Chips ausgeliefert wurden. Im Geschäftssegment Foundry zogen die Erlöse um 17,9 Prozent auf 309 Mio. Dollar an.

Meldung gespeichert unter: Advanced Micro Devices (AMD)

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