Amazons Kindle-Strategie geht auf - weiter steigende Gewinnmargen erwartet

eBook- und Kindle-Geschäft boomt

Freitag, 1. Februar 2013 14:05
Amazon Unternehmenslogo

(IT-Times) - Die Aktien Online-Händlers Amazon.com markierten nach den jüngsten Zahlen ein neues Rekordhoch bei über 280 US-Dollar, obwohl das Unternehmen eigentlich die Umsatzerwartungen der Wall Street verfehlt hatte.

Doch dafür konnte Amazon.com (Nasdaq: AMZN, WKN: 906866) auf einem anderen Gebiet überzeugen. Die Umstellung des Geschäftsmodells Richtung elektronische Bücher (eBooks) scheint sich langsam auszuzahlen. Dieses Geschäft wuchs im vergangenen Jahr um 70 Prozent, während das traditionelle Online-Buchhandelgeschäft im Dezember mit fünf Prozent das niedrigste Wachstum seit 17 Jahren auswies.

Operative Gewinnmargen steigen
Zudem gelang es Amazon.com auch seine operative Gewinnmarge weiter zu heben. Bedingt durch hohe Investitionen in neue Geschäftsfelder wie dem Kindle Fire war die operative Gewinnmarge im vierten Quartal 2011 mit 1,5 Prozent negativ. Schon im dritten Quartal 2012 zeichnete sich mit einer operativen Gewinnmarge von -0,2 Prozent ein Aufwärtstrend ab, der im vierten Quartal 2012 mit +1,9 Prozent seinen vorläufigen Höhepunkt erreichte.

Marktbeobachter rechnen damit, dass sich die Plattform-Strategie rund um den Kindle Fire in den nächsten Jahren bis 2015 auszahlen und zu weiter steigenden Gewinnmargen führen wird. Amazon.com verweist darauf, dass der Kindle Fire HD der Bestseller im letztjährigen Weihnachtsgeschäft war. Der Tablet hat sich millionenfach verkauft, nachdem Amazon.com den Kindle Fire HD vor etwa 15 Wochen auf den Markt gebracht hatte.

Kindle Fire Tablet Geschäft boomt
Detaillierte Verkaufszahlen zu seinem Kindle Fire Tablet wollte Amazon.com zwar nicht veröffentlichen, die Marktforscher aus dem Hause IDC schätzen jedoch, dass Amazon.com allein in Q4 2012 rund sechs Millionen Tablets absetzen konnte, was einen Marktanteil von 11,5 Prozent im weltweiten Tablet PC Markt bedeutete.

Der Kindle Fire gilt als der sich am besten verkaufende Android-Tablet, daran gebe es keinen Zweifel, so ABI Research Analyst Aapo Markkanen. Insgesamt dürften inzwischen 11,0 bis 12,5 Millionen Kindle Fire Tablets im Umlauf sein, schätzt man bei ABI Research, wodurch sich die Umsatzerlöse aus diesem Geschäft auf etwa 400 Mio. US-Dollar summieren dürften, schätzen die Industrieanalysten.

Amazon.com verkauft seine Hardware zu großen Teilen unter den Kosten, wodurch die Gewinnmargen bei Amazon.com eher gering sind. Gewinne will das Unternehmen durch den Verkauf von eBooks und Apps erzielen - eine Strategie die langsam aufzugehen scheint.

Wenn Amazon.com im Monat und pro Kindle Fire Nutzer nur 3,0 US-Dollar pro App oder Inhaltsverkauf (eBooks etc.) umsetzt, erziele das Unternehmen bereits eine 20%ige Gewinnmarge, rechnen die Analysten bei ABI Research vor.

Kurzportrait

Die in Seattle ansässige Amazon.com öffnete seine virtuellen Einkaufstüren im Jahre 1995. Als Online-Buchhändler an den Start gegangen, entwickelte sich das Unternehmen im vergangenen Jahrzehnt zu einem universellen Online-Kaufhaus, das nicht nur Bücher, sondern auch Musik-CDs, Videos, DVDs, Spielzeug, Computerspiele, Elektrogeräte, Küchenzubehör, Lebensmittel (Amazon Fresh) und vieles mehr anbietet. Insgesamt ist das Internet-Unternehmen in mehr als 220 Ländern weltweit aktiv und betreut über 100 Millionen Kunden weltweit. Dabei operiert Amazon.com heute aus zwei Kerngeschäftsbereichen heraus: Nordamerika und International.

Neben dem eigentlichen Online-Produktangebot, bietet Amazon.com aber auch Auktionen und E-Commerce Plattformen (zShops) für Geschäftskunden an. Inzwischen können auch gebrauchte Produkte über die Internet-Plattform von Amazon.com verkauft werden.

Über die Einheit Amazon.com Anywhere will das Unternehmen den Markt für mobiles E-Commerce erschließen. Zuletzt konnte das Unternehmen mit Preisnachlässen und seinem Flate-Rate-Lieferservice (Amazon Prime) bei den Kunden punkten. Mit seinem Online-Buchshop Yoyo.com ist Amazon.com auch in China präsent.

Niederlassungen in Asien und in Lateinamerika ergänzen den globalen Auftritt von Amazon.com. Nachdem Amazon.com Ende der 1990er Jahre mit Exchange.com, Accept.com und Alexa Internet einen dreistelligen Millionenbetrag für Zukäufe ausgab, stieg das Unternehmen in 2004 mit seiner Suchmaschine A9.com in den Markt für bezahlte Links ein. Gleichzeitig übernahm man die chinesische E-Commerce Seite Joyo.com (heute Amazon China). Mitte 2005 übernahm Amazon.com den DVD-Spezialisten CustomFlix Labs. Zugleich wurde der On-Demand-Spezialist BookSurge aufgekauft. Ende 2007 brachte Amazon seinen eBook-Reader Amazon Kindle auf den Markt und startete gleichzeitig die Frage- und Antwortseite Askville.com. Mit Audible, Shelfari, AbeBooks.com, Withoutabox, Fabric.com und dem Spielespezialisten Reflexive wurden in 2008 weitere Zukäufe getätigt. Nach der Übernahme von SnapTell, übernahm Amazon.com in 2009 den Online-Schuhhändler Zappos.com. Zudem kündigte Amazon.com mit AmazonBasics eine eigene Produktlinie an. Im Herbst 2010 verstärkte sich Amazon.com durch die Übernahme von BuyVip.com. Anfang 2011 übernahm Amazon.com den europäischen DVD-Verleiher Lovefilm vollständig. Im Herbst 2011 stellte Amazon mit dem Kindle Fire seinen ersten Tablet PC vor. Mitte 2012 gründete Amazon mit den Amazon Game Studios sein eigenes Entwicklerstudio.

Der visionäre Unternehmensgründer Jeff Bezos, welcher gleichzeitig als CEO der Gesellschaft fungiert, hält zusammen mit seiner Familie etwa ein Drittel der Anteile am Unternehmen.

Zahlen

Amazon.com verzeichnete im jüngsten Quartal einen Umsatzsprung auf 21,27 Mrd. US-Dollar, ein Zuwachs von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Gewinn brach dabei zunächst auf 45 Prozent auf 97 Mio. US-Dollar oder 21 US-Cent je Aktie ein, nach einem Profit von 177 Mio. US-Dollar oder 38 US-Cent je Aktie im Jahr vorher. Der operative Gewinn legte dagegen um 56 Prozent auf 405 Mio. US-Dollar zu, nach einem operativen Plus von 260 Mio. Dollar in 2011. Amazon.com hatte an dieser Stelle zunächst einen operativen Verlust von 490 Mio. Dollar bzw. einen operativen Gewinn von 310 Mio. Dollar prognostiziert.

Meldung gespeichert unter: Amazon Kindle

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