Amazon.com investiert in die Zukunft - Kindle-Produkte sollen nach China kommen

Freitag, 28. Oktober 2011 13:41
Amazon Unternehmenslogo

(IT-Times) - Amazon.com schockte die Wall Street und Anleger vor wenigen Tagen mit einem deutlichen Gewinnrückgang und der Ankündigung, dass man womöglich im laufenden vierten Quartal erstmals seit 2001 in die Verlustzone abrutschen werde. Amazon-Aktien tauchten daraufhin kurzzeitig unter 200 US-Dollar ab.

Der weltgrößte Online-Händler (Nasdaq: AMZN, WKN: 906866) rechnet im laufenden Quartal mit einem operativen Verlust von bis zu 200 Mio. Dollar. Letztmals rutschte Amazon.com im dritten Quartal 2001 in die rotzen Zahlen, nachdem die Wirtschaft in eine weltweite Krise stürzte. Seither hat Amazon.com sein Online-Geschäft sukzessive ausgebaut und ist in andere Bereiche wie in den Cloud Computing Bereich expandiert.

Amazon.com verkauft Kindle Fire mit Verlust
Nunmehr wagt Amazon.com den nächsten Schritt und geht auf direkten Konfrontationskurs mit Apple, nachdem das Unternehmen jüngst mit dem Kindle Fire seinen eigenen Tablet PC vorgestellt hat. Das 7-Zoll große und Android-basierte Gerät wird für 199 US-Dollar verkauft, womit Amazon.com sogar einen Verlust von rund zehn US-Dollar pro verkauften Gerät in Kauf nimmt, schätzen die Industriemarktforscher aus dem Hause IHS iSuppli.

Den Verlust nimmt Amazon.com CEO Jeff Bezos offenbar gerne in Kauf, geht es zunächst darum Marktanteile zu gewinnen, schließlich bildet die Hardware die Grundlage für weitere Geschäfte wie etwa den Verkauf von eBooks und Apps. Hat Amazon.com erstmals eine breite Kundenbasis aufgebaut, lassen sich weitere Services und Produkte an den Mann bzw. Frau bringen.

Wie viele Vorbestellungen für den Kindle Fire bei Amazon.com bereits eingegangen sind, lässt sich nur erahnen. Die Vorbestellungen für den Kindle Fire seien so hoch, dass Amazon.com Millionen mehr Geräte zur Produktion in Auftrag geben muss, als zunächst geplant, so Bezos.

Amazon.com will Kindle-Produkte nach China bringen
Der Billig-Tablet kommt allerdings vorerst nicht nach Deutschland, dafür kämpft Amazon.com aber um die Markteinführung des Geräts in China. Derzeit führt das Unternehmen Gespräche mit den chinesischen Regulierungsbehörden, um nicht nur seinen Kindle Fire, sondern auch seine populäre eReader-Familie in China auf den Markt zu bringen, bestätigt Amazon Senior Vice Präsident Marc Onetto gegenüber Sohu IT.

Derzeit gebe es aber noch keinen Zeitrahmen, wann der Kindle Fire bzw. die Kindle eBook-Reader im Reich der Mitte verkauft werden können. Die Gespräche mit den chinesischen Behörden dauern noch an, wobei man bei Amazon.com natürlich hofft, die Geräte so bald wie möglich auf den lukrativen chinesischen Markt bringen zu können, zumal der iPad in China schon verkauft wird.

Kurzportrait

Die in Seattle ansässige Amazon.com öffnete seine virtuellen Einkaufstüren im Jahre 1995. Als Online-Buchhändler an den Start gegangen, entwickelte sich das Unternehmen in den letzten Jahren zu einem universellen Online-Kaufhaus, das nicht nur Bücher, sondern auch Musik-CDs, Videos, DVDs, Spielzeug, Computerspiele, Elektrogeräte, Küchenzubehör, Lebensmittel (Amazon Fresh) und vieles mehr anbietet. Insgesamt ist das Internet-Unternehmen in mehr als 220 Ländern weltweit aktiv und betreut über 90 Millionen Kunden weltweit. Insgesamt operiert Amazon.com heute aus zwei Kerngeschäftsbereichen heraus: Nordamerika und International.

Neben dem eigentlichen Online-Produktangebot, bietet Amazon.com aber auch Auktionen und E-Commerce Plattformen (zShops) für Geschäftskunden an. Inzwischen können auch gebrauchte Produkte über die Internet-Plattform von Amazon.com verkauft werden.

Über die Einheit Amazon.com Anywhere will das Unternehmen den Markt für mobiles E-Commerce erschließen. Zuletzt konnte das Unternehmen mit Preisnachlässen und seinem Flate-Rate-Lieferservice (Amazon Prime) bei den Kunden punkten. Mit seinem Online-Buchshop Yoyo.com ist Amazon.com auch in China präsent.

Neben den USA ist das Unternehmen vor allem aber auch in Europa verstärkt aktiv. Niederlassungen in Asien und in Lateinamerika ergänzen den globalen Auftritt von Amazon.com. Nachdem Amazon.com Ende der 1990er Jahre mit Exchange.com, Accept.com und Alexa Internet einen dreistelligen Millionenbetrag für Zukäufe ausgab, stieg das Unternehmen in 2004 mit seiner Suchmaschine A9.com in den Markt für bezahlte Links ein. Gleichzeitig übernahm man die chinesische E-Commerce Seite Joyo.com (heute Amazon China). Mitte 2005 übernahm Amazon.com den DVD-Spezialisten CustomFlix Labs. Zugleich wurde der On-Demand-Spezialist BookSurge aufgekauft. In 2006 übernahm Amazon.com den US-Händler Shopbob. Im Frühjahr 2007 schluckte Amazon.com die englische Fotoseite dpreview.com. Ende 2007 brachte Amazon seinen eBook-Reader Amazon Kindle auf den Markt und startete gleichzeitig die Frage- und Antwortseite Askville.com. Mit Audible, Shelfari, AbeBooks.com, Withoutabox, Fabric.com und dem Spielespezialisten Reflexive wurden in 2008 weitere Zukäufe getätigt. Nach der Übernahme von SnapTell, übernahm Amazon.com in 2009 den Online-Schuhhändler Zappos.com. Zudem kündigte Amazon.com mit AmazonBasics eine eigene Produktlinie an. Anfang 2010 schluckte Amazon.com mit Touchco zudem einen TouchScreen-Display-Spezialisten. Im Herbst 2010 verstärkte sich Amazon.com durch die Übernahme von BuyVip.com. Anfang 2011 übernahm Amazon.com den europäischen DVD-Verleiher Lovefilm vollständig. Im Herbst 2011 stellte Amazon mit dem Kindle Fire seinen ersten Tablet PC vor.

Der visionäre Unternehmensgründer Jeff Bezos, welcher gleichzeitig als CEO der Gesellschaft fungiert, hält zusammen mit seiner Familie etwa ein Drittel der Anteile am Unternehmen.

Zahlen

Amazon.com konnte seinen Gewinn im vergangenen dritten Quartal um 44 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 10,9 Mrd. US-Dollar steigern, der Nettogewinn brach dabei allerdings um 73 Prozent auf 63 Mio. US-Dollar oder 14 US-Cent je Aktie ein, nach einem Profit von 231 Mio. Dollar oder 51 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Mit den vorgelegten Zahlen verfehlte Amazon.com auch die Markterwartungen der Analysten, die im Vorfeld mit Einnahmen von knapp elf Mrd. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 24 US-Cent je Anteil gerechnet hatten.

Meldung gespeichert unter: Amazon Kindle Fire

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