aleo solar setzt auf Premium-Strategie gegen die Krise

Freitag, 3. April 2009 13:54
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(IT-TIMES) Der Solarmodulehersteller aleo Solar (WKN: A0JM63) konnte im Jahr 2008 noch ein Wachstum von 50 Prozent verbuchen. Damit dürfte es im laufenden Jahr vorerst vorbei sein. Im Hinblick auf 2009 rechnet aleo nur noch mit einem Wachstumsplus von fünf Prozent.

Negativ fiel auch die Entwicklung des Cash-Flows auf. Das Minus vergrößerte sich in 2008 auf 21,3 Mio. Euro, nach einem Minus von 1,8 Mio. Euro in 2007. Daneben steuerte das Spanien-Geschäft im Vorjahr noch teilweise 50 Prozent zu den Gesamterlösen bei. Nachdem die spanische Regierung die Einspeisevergüttung für Solarstrom im Herbst um 30 Prozent gesenkt (34 Cent/kWh bei Dachanlagen und 32 Cent/kWh bei Bodenanlagen) und gedeckelt hat, ist der Solarboom in Spanien vorerst vorbei.

Diesen Wegfall in den nächsten Jahren auszugleichen, dürfte eines der Hauptherausforderungen für das Unternehmen sein, zumal durch Überkapazitäten in der Branche die Preise für Solarmodule weiter sinken dürften. Hoffnungen macht sich aleo deshalb vor allem in den Ländern Osteuropas und Italien. Auch die USA bieten durch das neue Förderprogramm für neue Energien im Volumen von 150 Mrd. Dollar große Chancen für Solarunternehmen.

Hohe Wirkungsgrade schützen vor Wettbewerb nicht
Doch die Konkurrenz in diesem Bereich ist groß und dürfte sich auch in den nächsten Jahren weiter intensivieren, schließlich geht es um Aufträge in Millionenhöhe. Zwar hat aleo solar mit seinem Standardmodul S_16 einen Testsieger (Stifung Warentest) in seinem Produktportfolio, doch die technische Entwicklung schreitet immer schneller voran und Konkurrenten wie Kyocera Solar drängen ebenfalls mit leistungsstarken Modulen in den Premium-Markt.

Die Wirtschafts- und Finanzkrise zwingt die Solarindustrie Produkte hervorzubringen, die ohne Subventionen auskommen. Bislang sind die Wirkungsgrunde vergleichsweise bescheiden und noch rentiert es sich kaum, Solarmodule für den Eigenverbrauch zu verbauen.

Liegt die Zukunft in der Konzentrator-Technik?
Das soll sich in den kommenden Jahren ändern, glauben zumindest die Experten der spanischen Universität in Jaén und der englischen CPV Today. In einer gemeinsamen Studie räumen die Experten vor allem der Konzentrator-Technik eine große Zukunft ein. Durch sogenannte Mehrfachsolarzellen aus III-V-Halbleitern Gallium-Indium-Phosphid/Gallium-Indium-Arsenid/Germanium (GaInP/GaInAs/Ge) seien bis zum Jahr 2015 theoretische Wirkungsgrade von 50 Prozent möglich, heißt es. In Praxis sollen dann kommerzielle Zellen Wirkungsgrade von 45 Prozent und Module von 35 Prozent erreichen können.

Zwar arbeiten verschiedene deutsche Solarspezialisten an der Konzentrator-Technik, doch bislang ist es noch kaum einem Unternehmen gelungen, diese Technik auch zur Serienreife zu entwickeln und im Rahmen der Massenfertigung einzusetzen. Da auch aleo solar den Anspruch „Premium-Module“ für seine Produkte erhebt, wird das Unternehmen nicht drum herum kommen, weiter große Summen in Forschung und Entwicklung zu investieren, denn nur ein Alleinstellungsmerkmal wird es dem Unternehmen ermöglichen, sich langfristig am Markt gegenüber der Vielzahl von Billig-Anbietern zu behaupten...

Kurzportrait
Die in Prenzlau ansässige aleo solar AG wurde ursprünglich im Jahre 2001 unter dem Namen S.M.D. Solar-Manufaktor Deutschland GmbH & Co KG gegründet. Bereits im August 2002 begann das Unternehmen mit der Produktion von Solarmodulen.

Heute bietet das Unternehmen sowohl monokristalline als polykristalline Solarzellen der Marke aleo sowie komplette PV-Anlagen inklusive Wechselrichter und Montagesysteme an. Auch CIGSSe-Dünnschichtmodule gehören inzwischen zum Produktangebot der Gesellschaft. Laut Firmenangaben sind die hergestellten Module und Produkte VDE-geprüft und erfüllen die Schutzklasse II und sind gleichzeitig nach internationalen Anforderungen IEC-61215-zertifiziert.

Die Produktion erfolgt laut Firmenangaben in einem sechsstufigen Prozess, in dem sämtliche Zellformate und Zelltypen verarbeitet werden können. Dementsprechend flexibel kann das Unternehmen auf entsprechende Nachfrage- und Kundenwünsche reagieren. Durch die technische und fachliche Kompetenz sieht sich das Unternehmen in der Lage, auch für OEM-Kunden Fertigungsservices anzubieten.

Produziert wird neben den Standort in Prenzlau, auch in Spanien sowie über ein Joint-Venture in China. Hierfür betreibt das Unternehmen seit Anfang 2008 gemeinsam mit der Sunvim Group das chinesische Joint Venture avim solar production Co, an welchem aleo 50 Prozent der Anteile hält. Daneben hält aleo 100 Prozent der Anteile an der deutschen aleo Deutschland GmbH, der aleo Italia S.r.l und der aleo solar Espana SL und der aleo solar distribucion Espana SL. Weitere 19 Prozent der Anteile werden an der Johanna Solar Technology GmbH gehalten, womit sich aleo den Zugang zur Dünnschicht-Technik gesichert hat.

Meldung gespeichert unter: aleo solar

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