Aixtron - bringt ein Großauftrag die langersehnte Wende?

LED-Ausrüsterbranche vor neuem Aufschwung?

Mittwoch, 15. Oktober 2014 13:47
Aixtron Logo

(IT-Times) - Aixtron schreibt seit 2012 tiefrote Zahlen. Der jüngste Großauftrag aus China könnte die lang ersehnte Wende für den leidgeprüften Spezialanlagenbauer aus Herzogenrath bringen - wenn eine weltweite Wirtschaftsrezession nicht dazwischen kommt.

Schon lange prognostizieren Marktexperten das Ende des Abwärtstrends in der LED-Ausrüsterbranche und einen neuen Investitionszyklus, schließlich erfreuen sich LED-Flachbildfernseher immer größerer Beliebtheit. Doch ausgerechnet jetzt könnte die Weltwirtschaft durch geopolitische Krisen und Ebola vor einer neuen Rezession stehen und den zarten Aufschwung in der LED-Ausrüsterindustrie jäh stoppen.

LED-Anlagenbauer freuen sich über Großaufträge
Dabei hatten die jüngsten Auftragseingangsdaten von Aixtron SE (WKN: A0WMPJ) und Veeco Instruments noch hoffen lassen. Die chinesische San`an Optoelectronics hat gleich 50 MOCVD-Anlagen bei Aixtron bestellt, das Auftragsvolumen sehen Marktexperten bei knapp 100 Mio. Euro. Bei Aixtron wollte man die Auftragssumme zwar nicht bestätigen, jedoch sprechen die Aachener von dem größten Auftrag in der Firmengeschichte des Unternehmens.

China’s Suzhou Nanojoin Photonics hat jüngst mehrere MOCVD-Anlagen beim Aixtron-Konkurrenten Veeco Instruments bestellt. Auch die Amerikaner hoffen auf ein Ende des Abschwungs in der Branche, nachdem die Kapazitätsauslastungen in der Branche wieder steigen.

LED-Branche soll um mehr als 30 Prozent wachsen
Die Top-3-Hersteller im Markt, Aixtron, Veeco und Tayo Nippon Sanso konnten ihre Spitzenposition im Markt in den letzten Jahren verteidigen, obwohl chinesische Newcomer versucht haben, im LED-Ausrüstergeschäft Fuß zu fassen. Dennoch dominierten auch im vergangenen Jahr die Top-3-Hersteller den Markt und zeichneten für 97 Prozent der Umsätze in der Branche verantwortlich, so die Marktanalytiker aus dem Hause Yole Dévelopement.

Auch bei Yole erwartet man an eine Erholung der Branche und sieht einen weiteren Investitionszyklus von 2014 bis 2016. Allein der LED-Front-End-Ausrüstermarkt dürfte im Jahr 2015 ein Volumen von 580 Mio. Dollar erreichen, heißt es bei Yole. Die Analysten aus dem Hause Morgan Stanley erwarten für die LED-Branche in den nächsten Jahren bis 2016 ein jährliches Wachstum von rund 34 Prozent.

Aixtron investiert in neue Innovationen
Um sich für den kommenden Aufschwung zu rüsten, investiert Aixtron weiter in Innovationen. Mit einem zweistelligen Millionenbetrag haben die Aachener einen neuen Demonstrationscluster auf einer Fläche von 500 Quadratmetern geschaffen, auf dem das Unternehmen die Produktion von OLEDs in einer Größe eines Doppelbettes (2,25x2,5 Meter) Anfang 2015 demonstrieren will, wie die Aachner Zeitung berichtet.

Dies würde den Einsatz von OLEDs auch auf größeren Werbeflächen ermöglichen und damit das Anwendungsgebiet für OLEDs erweitern.

Kurzportrait
Die Aixtron SE ist ein weltweit führender Anbieter von Depositionsanlagen für die Halbleiterindustrie. Das Unternehmen wurde ursprünglich 1983 als Spin-Off der Aachener Universität gegründet. 1989 erhielt das Unternehmen eine exklusive Lizenz für die Multi-Wafer MOCVD Planetary Reactor®-Technologie von Philips. Im Jahr 1997 folgte der Börsengang in Frankfurt.

Heute ist Aixtron ein weltweit führender Anbieter von Anlagen zur Herstellung von Verbindungshalbleitermaterialien. Nach eigenen Angaben konzentriert man sich dabei auf drei Märkte: Verbindungs-, Silizium und organische Halbleitermaterialien. Verbindungshalbleiter kommen in Leuchtdioden oder in Lasern zum Einsatz. Silizium-Halbleiter werden zum Beispiel in Speicher-Bausteinen integriert oder sind Bestandteil von DRAM-Speicherchips. Organische Halbleiter wiederum finden sich in Flachbildschirmen und in flexiblen Displays wider. Zudem können sie in Anwendungen wie RFID-Chips eingesetzt werden.

Im Jahre 1999 wurde die Thomas Swan Scientific Equipment Division, das gesamte MOCVD-Anlagen- und Servicegeschäft der englischen Thomas Swan & Co übernommen und wird bis heute als eigenständige Tochtergesellschaft Aixtron Ltd. im Konzern weitergeführt. Im gleichen Jahr erwarb man die schwedische Epigress AB, heute Aixtron AB, mit Sitz in Lund (Schweden). Die Tochtergesellschaft stellt CVD-Anlagen zur Herstellung von Verbindungshalbleitern wie Siliziumcarbid (SiC) mit breiter Bandlücke her.

Durch die Übernahme der Genus in Kalifornien im März 2005 hat Aixtron eine weitere produktionsqualifizierte Abscheidungstechnologie für die Silizium-Halbleiter- und die Datenspeicherindustrie erworben. Mit der Übernahme der britischen Nanoinstruments in 2007 erweiterte Aixtron das Produktportfolio im Bereich Nanotechnologie. Aixtron-Nanoinstruments bietet seither CVD - (Gasphasenabscheidung) und plasmagestützte CVD-Anlagen zur Abscheidung von Carbon Nanotubes, Nanowires und Nanotubes an. Bis zuletzt wurde der Großteil des Aixtron-Umsatzes in Asien erwirtschaftet.

Meldung gespeichert unter: Aixtron

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