3D Systems kann mit 3D-Druckern (noch) nicht überzeugen - Blase geplatzt?

3D-Printing-Systeme

Mittwoch, 30. April 2014 12:57
3D Systems Unternehmenslogo

(IT-Times) - Aktien von 3D-Druckerherstellern wie 3D Systems und Stratasys waren im vergangenen Jahr regelrecht explodiert. Hintergrund waren die hohen Erwartungen im Zusammenhang mit der 3D-Druckertechnik, die gesamte Herstellungsprozesse revolutionieren soll. Anleger fragen sich nunmehr, ob in diesem Bereich eine weitere Blase zu platzen droht.

Tatsächlich hat der Markt für 3D-Drucker, 3D-Druckermaterialien und zugehörige Services im vergangenen Jahr ein Volumen von 2,5 Mrd. US-Dollar erreicht, so die Marktforscher aus dem Hause Canalys. Dieses Marktvolumen dürfte in diesem Jahr auf 3,8 Mrd. Dollar und in 2018 auf 16,2 Mrd. US-Dollar klettern, schätzen die Marktforscher.

3D Systems glänzt mit Wachstum - Margen und Gewinne enttäuschen
Aus diesem Grunde sind Analysten nach wie vor optimistisch, wenn es um 3D-Drucker-Aktien wie 3D Systems Corp (NYSE: DDD, WKN: 888346) geht. Allerdings fielen die Quartalszahlen von 3D Systems für das erste Quartal 2014  eher ernüchternd aus. 3D Systems konnte zwar seinen Umsatz um 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigern, der Nettogewinn ging allerdings um 17 Prozent zurück. Mit einem Profit von 15 US-Cent je Aktie konnte 3D Systems gerade einmal die Erwartungen erfüllen.

Steigende R&D-Kosten drücken den Gewinn
Was Investoren noch mehr beunruhigte, waren die schrumpfenden Gewinnmargen. Die operative Gewinnmarge brach auf 6,4 Prozent nach 17,2 Prozent im Vorjahr ein. Hintergrund waren signifikant steigende Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen (R&D), wobei auch die Vertriebs- und Verwaltungskosten deutlich zulegten.

Die R&D-Ausgaben machten im jüngsten Quartal bereits 12 Prozent der Umsätze aus, nach 6,0 Prozent im Jahr vorher. 3D Systems hat allerdings keine Wahl und muss weiter in sein Geschäft investieren, laufen einige wichtige Patente in der nahen Zukunft aus.

Zudem hat mit Hewlett-Packard (HP) ein großer Hersteller den Markteintritt in diesem Bereich zur Jahresmitte angekündigt - damit dürfte sich die Wettbewerbssituation noch weiter verschärfen. Dennoch gibt sich das Management von 3D Systems rund um CEO Avi Reichental zuversichtlich, dass sich die massiven Investitionen bis Ende 2015 auszahlen werden.

Durch Zukäufe zur Umsatzmilliarde?
Für vielversprechend halten Analysten bei Canaccord Genuity die im vergangenen Jahr übernommene Phenix Systems. Der französische 3D-Druckerspezialist bietet 3D-Drucker an, mit denen sich Metall- und Keramikteile drucken lassen. Diese Maschinen waren zuletzt sehr gefragt. Bei Canaccord Genuity schätzt man, das 3D Systems allein in diesem Jahr durch Phenix-Maschinen 40 Mio. Dollar umsetzen wird. Mithilfe der jüngsten Zukäufe (Medical Modeling, Robtec) könnte 3D Systems im Jahr 2015 bereits die Umsatzmarke von 1,0 Mrd. Dollar ins Visier nehmen, schätzen Analysten.

Zwar hat 3D Systems mit dem jüngsten Zahlenwerk enttäuscht, doch der Einzug der 3D-Druckertechnik in Unternehmen und Privathaushalte ist nicht mehr aufzuhalten - davon dürften Unternehmen wie 3D Systems profitieren, dies sich bereits heute eine führende Position sichern.

Kurzportrait

Die in Rock Hill/USA ansässige 3D Systems Corp wurde ursprünglich im Jahre 1993 gegründet. Das Unternehmen bietet sowohl komplette 3D-Druckersysteme, als auch 3D-Druckermaterialien für Konsumenten und Profi-Nutzer an. Der Produktverkauf wird durch das Servicegeschäft ergänzt.

Das Produktportfolio von 3D Systems besteht aus Sterolithographie-Drucker (SLA), Selective Laser Sintering (SLS) Drucker, Multi-Jet-Modeling (MJM) Druckersysteme, Film Transfer Imaging (FTI) Drucker, sowie Selective Laser Melting (SLM) Drucker und Plastic Jet Printers (PJP). Die von 3D Systems vertriebenen Drucker nutzten 3D- und CAD-Softwareprogramme und Dateien, um entsprechende Plastik- oder Metallteile herzustellen.

Die SLA-Druckerfamilie umfasst unter anderem die Drucker iPro 8000 und iPro 9000, die ProJet-Modellreihe umfasst die Produkte Projet 3000 Plus, Projet 500 und Projet 6000 für den professionellen Bereich. Für den Consumer-Markt bietet das Unternehmen die kleine ProJet-Reihe ProJet 100, ProJet 1500, 3D Touch und RapMan an. Druckermaterialien vertreibt 3D Systems unter den Marken Accura, RenShape, sowie DuraForm, CastForm und LaserForm.

Darüber hinaus ist 3D Systems am Project Ara beteiligt. Dabei handelt es sich um ein modulares Smartphone-Projekt von Google, wodurch Kunden einzelne Komponenten austauschen und selbst drucken können.

In den vergangenen Jahren verstärkte sich 3D Systems durch zahlreiche Zukäufe. In 2013 wurde mit Figulo Corporation ein Spezialist für 3D-Kamerikdrucke übernommen, gleichzeitig übernahm 3D Systems auch die französische Phenix Systems. Im Frühjahr 2014 kaufte 3D Systems den 3D-Gesundheitsspezialisten Medical Modeling. Zudem übernahm 3D Systems 70 Prozent der Anteile am brasilianischen 3D-Druckervermarkter Robtec.

Zahlen

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