Yingli Green will von Förderprogramm profitieren

Dienstag, 7. April 2009 13:22
Yingli Green Energy Holding Co.

(IT-Times) Chinas boomende Solarindustrie geriet zuletzt kräftig unter die Räder, nachdem sich die Nachfrage nach Solarmodulen und Zellen infolge der weltweiten Wirtschaftskrise abgekühlt hat. Viele chinesische Solarspezialisten sind inzwischen in die Verlustzone gerutscht, nachdem sich die Branche einem signifikanten Preisverfall gegenüber sieht. Nur noch die größten Anbieter wie zum Beispiel Yingli Green Energy Holdings Co (NYSE: YGE, WKN: A0MR90) halten sich noch in der Gewinnzone.

Allerdings drohte zuletzt auch die Luft für Yingli Green dünner zu werden, nachdem sich das Unternehmen im Vorjahr mit seiner Strategie vergriffen hat. Mit der Übernahme der Cyber Power Group und deren Tochter Fine Silicon Co kaufte sich Yingli Green für rund 78 Mio. Dollar in den Polysilizium-Markt ein.

Preise für Polysilizium-Solarzellen sinken weiter
Doch insbesondere die Spot-Preise für Polysilizium-basierte Solarzellen brachen seit 2008 kräftig ein. Auch im April sind die Preise weiter gefallen, wobei inzwischen nur noch 1,7 bis 2,0 US-Dollar pro Watt für diese Solarzellen bezahlt werden. Im ersten Quartal wurden diese Zellen noch zwischen 2,1 bis 2,2 Dollar pro Watt gehandelt. Laut Branchenangaben verkaufen insbesondere chinesische Hersteller Polysilizium-basierte Zellen inzwischen für 1,6 bis 1,9 Dollar pro Watt, um ihre Lager zu räumen.

Zu niedrig war einfach in den letzten Monaten die Nachfrage. Dennoch will Yingli Green seine Produktion in 2009 deutlich ausweiten. Die Kapazitäten sollen nach 400 Megawatt in 2008 auf 600 Megawatt bis Ende 2009 steigen werden, so Yingli Green Chairman Miao Liansheng gegenüber der Hebei Daily. Um diese Ziele zu erreichen, will Yingli Green 1.700 neue Mitarbeiter einstellen.

Peking will einheimische Solarindustrie stützen
Hilfe kann sich Yingli Green auch von Seiten der chinesischen Regierung erhoffen. Peking hat ein Förderprogramm aufgelegt, um der einheimischen Solarindustrie wieder auf die Beine zu helfen. Bislang sind nur wenige Details bekannt, allerdings sollen insbesondere größere Solarprojekte mit 50 KW oder mehr mit 20 Renminbi (RMB) bzw. 2,90 US-Dollar pro Watt gefördert werden.

Bislang hat das chinesische Finanzministerium (noch) keine Deckelung bekannt gegeben. Analysten und Branchenbeobachter gehen jedoch davon aus, dass dies noch geschehen wird. Industriebeobachter rechnen mit einer Deckelung auf etwa 180 Megawatt. Klar scheint indes, dass insbesondere einheimische Hersteller wie Yingli Green von der Förderung profitieren werden...

Kurzportrait

Die in Baoding/China ansässige Yingli Green Energy Holdings Company Limited wurde erst im August 2006 gegründet und ist bereits heute einer der größten vertikal integrierten Solarkonzerne in China. Das Unternehmen bietet die gesamte Produktpalette in der Solarindustrie, von der Entwicklung von Solarmodule, über die Fertigung bis hin zum Vertrieb an.

Die Produktpalette umfasst auch die Hersteller von Polysilizium-Ingots die dann für die Weiterverarbeitung zu Polysilizium-Wafer verwendet werden. Anschließend stellt das Unternehmen hieraus Solarzellen her, die Sonnenlicht in elektrischer Energie umwandeln. Yingli verwendet diese Zellen bei der Herstellung seiner eigenen Solarmodule, bei denen ausschließlich eigene Solarzellen zum Einsatz kommen. Die Mehrheit der von Yingli produzierten Solarmodule hat eine Ausgangsleistung von 110 bis 220 Watt. Ende 2008 verstärkte sich Yingli Green durch die Übernahme der Cyber Power Group Limited, dem Mutterkonzern des in Baoding ansässigen Polysilizium-Herstellers Fine Silicon Co Ltd.

Das chinesische Unternehmen vermarktet seine Solarmodule und Systeme unter seinem eigenen Namen Yingli. Das Unternehmen bietet dabei Solarmodule und Systeme in verschiedenen Größen an. Beim Vertrieb arbeitet das Unternehmen mit Systemintegratoren und Distributoren auf der ganzen Welt, insbesondere in Deutschland, Spanien, Italien und China zusammen.

Zum Einsatz kommen Yingli Solarsysteme aber nicht nur auf privaten Hausdächern, sondern auch in der Industrie zum Betrieb von Leuchtanlagen und Mobilfunkbasisstationen. Kontroller- und Invertersysteme stellt Yingli zwar nicht mehr länger selbst her, bezieht diese aber von Drittanbietern und übernimmt die Installation dieser bei den Kunden. Ende 2008 summierte sich die Produktionskapazität des Unternehmens auf rund 400 Megawatt, womit Yingli mit zu den weltweit führenden Herstellern in diesem Bereich zählt.

Zahlen

Für das vergangene vierte Quartal 2008 meldete Yingli Green einen Umsatzanstieg um 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 258,1 Mio. US-Dollar. Der Gewinn jedoch schrumpfte um 27 Prozent auf 100,6 Mio. Renminbi (RMB) bzw. 14,7 Mio. US-Dollar oder 12 US-Cent je ADS-Aktie, nachdem der Solarspezialist im Vorjahr noch ein Plus von 19 Mio. Dollar oder 15 US-Cent je Aktie ausweisen konnte.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen konnte das Unternehmen einen Nettogewinn von 126,8 Mio. RMB bzw. 18,6 Mio. Dollar oder 15 US-Cent je Aktie erwirtschaften und damit die Markterwartungen übertreffen. Analysten hatten im Vorfeld nur mit einem Plus von vier US-Cent je Aktie gerechnet.

Insgesamt konnte Yingli auf Jahressicht Solarmodule mit einer Leistung von 281,5 Megawatt zur Auslieferung bringen und damit mehr PV-Produkte ausliefern, als im Vorfeld geplant. Auf Jahressicht setzte das Unternehmen mit 1,11 Mrd. US-Dollar um 86 Prozent mehr um als noch in 2007. Der Gewinn kletterte auf Jahressicht auf 682,1 Mio. RMB bzw. 99,9 Mio. Dollar oder 77 US-Cent je Aktie, nach einem Plus von 292,1 Mio. RMB im Jahr vorher. Der Nettogewinn summierte sich dabei auf 782,8 Mio. RMB bzw. 114,7 Mio. Dollar oder 89 US-Cent je ADS-Aktie.

Meldung gespeichert unter: Yingli Green Energy Holding Co.

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