Yingli Green lässt die Krise in der Solarindustrie kalt - Hoffnung auf neues Wachstum in 2012

Dienstag, 30. August 2011 13:41
Yingli Green Energy Holding Co.

(IT-Times) - Chinas zweitgrößter Solarkonzern Yingli Green Energy Holdings sieht sich wieder obenauf. Obwohl die weltweite Nachfrage im Solarmarkt im ersten Halbjahr 2011 aufgrund von Förderkürzungen in Deutschland und Italien zurückgegangen ist, ist die Krise in der Solarindustrie fast spurlos an dem chinesischen Großkonzern vorbeigegangen.

Trotz des Preisverfalls bei Solarmodulen zog der Nettogewinn im zweiten Quartal um 72 Prozent gegenüber dem Vorjahr an. Yingli Green erklärt das gute Ergebnis mit der weiterhin hohen Nachfrage nach Yingli-Modulen. Im vergangenen zweiten Quartal konnte Yingli (NYSE: YGE, WKN: A0MR90) sein Ausliefervolumen trotz der schwierigen Marktlage nochmals um rund 37 Prozent gegenüber dem Vorquartal steigern. Um die hohe Nachfrage zu erfüllen, will Yingli-Chef Liansheng Miao die Produktionskapazitäten in China um weitere 700 Megawatt ausbauen.

Vorerst kein Produktionsausbau in Europa
Spekulationen, wonach Yingli seine Produktionskapazitäten in Europa ebenfalls erweitern wird, erteilte das Unternehmen hingegen eine Absage. Yingli Europa Chef Stuart Brannigan verwies in einem Interview mit Reuters auf das langsamere Wachstum in der Region, nachdem Deutschland und Italien ihre Subventionen für Solarstrom zurückgefahren haben.

Auch Übernahmen von europäischen Solarfirmen stünden derzeit nicht auf der Agenda, deutete Brannigan im Hinblick auf die aktuelle Marktlage an. Laut Brannigan könnte die aktuelle Konsolidierungsphase in der Solarindustrie zur Insolvenz von Solaranbietern aus der zweiten und dritten Reihe führen.

Ein erstes prominentes Opfer gibt es schon. Die amerikanische Evergreen Solar hat bereits aufgeben und vor wenigen Wochen Gläubigerschutz nach US-Konkursgesetz Chapter 11 stellen müssen. Weitere Hersteller könnten folgen. Sogar chinesische Solarkonzerne wie JA Solar rutschten im vergangenen Quartal in die Verlustzone.

Yingli Green geht gestärkt aus der Krise hervor - Diversifikation zahlt sich aus
Anders sieht die Situation bei Yingli Green aus. Zwar dürfte der anhaltende Preisverfall bei Solarmodulen die Bruttomargen im dritten Quartal auf 18 Prozent drücken, ein Verlustausweis ist aber vorerst nicht zu befürchten. Yingli Green-Chef Liansheng Miao hofft, dass der Solarboom in den USA und China den Nachfrageausfall aus Deutschland und Italien kompensieren wird.

Allein in China dürfte die Solar-Nachfrage in diesem Jahr auf 1.500 Megawatt klettern, im nachfolgenden Jahr 2012 dann auf 2.000 Megawatt, so der Yingli CEO. Piper Jaffray Analyst Ahmar Zaman geht ebenfalls davon aus, dass sich die Solarmärkte in den USA und in China in 2012 auf vier Gigawatt (USA) und zwei Gigawatt (China) verdoppeln werden. Zaman sieht dabei Yingli aufgrund der Diversifikation bestens für weiteres Wachstum gerüstet, zumal das Unternehmen auch als Kosten-Führer in der Solarindustrie gilt...

Kurzportrait

Die in Baoding/China ansässige Yingli Green Energy Holdings Company Limited wurde erst im August 2006 gegründet und ist bereits heute einer der größten vertikal integrierten Solarkonzerne in China. Das Unternehmen bietet die gesamte Produktpalette in der Solarindustrie, von der Entwicklung von Solarmodule, über die Fertigung bis hin zum Vertrieb an.

Die Produktpalette umfasst auch die Hersteller von Polysilizium-Ingots die dann für die Weiterverarbeitung zu Polysilizium-Wafer verwendet werden. Anschließend stellt das Unternehmen hieraus Solarzellen her, die Sonnenlicht in elektrischer Energie umwandeln. Yingli verwendet diese Zellen bei der Herstellung seiner eigenen Solarmodule, bei denen ausschließlich eigene Solarzellen zum Einsatz kommen. Die Mehrheit der von Yingli produzierten Solarmodule hat eine Ausgangsleistung von 110 bis 220 Watt. Ende 2008 verstärkte sich Yingli Green durch die Übernahme der Cyber Power Group Limited, dem Mutterkonzern des in Baoding ansässigen Polysilizium-Herstellers Fine Silicon Co Ltd. Mitte 2009 gründete Yingli Green ein Joint Venture mit der Hainan Development und Hainan Provincial Waters Conservancy Power Group zur Entwicklung von Solarprojekten in der Provinz Hainan.

Das chinesische Unternehmen vermarktet seine Solarmodule und Systeme unter seinem eigenen Namen Yingli. Das Unternehmen bietet dabei Solarmodule und Systeme in verschiedenen Größen an. Beim Vertrieb arbeitet das Unternehmen mit Systemintegratoren und Distributoren auf der ganzen Welt, insbesondere in Deutschland, Spanien, Italien und China zusammen.

Zum Einsatz kommen Yingli Solarsysteme aber nicht nur auf privaten Hausdächern, sondern auch in der Industrie zum Betrieb von Leuchtanlagen und Mobilfunkbasisstationen. Kontroller- und Invertersysteme stellt Yingli zwar nicht mehr länger selbst her, bezieht diese aber von Drittanbietern und übernimmt die Installation dieser bei den Kunden. Bis Ende 2010 sollen Produktionskapazitäten auf ein Gigawatt ausgebaut werden.

Zahlen

Für das vergangene zweite Quartal 2011 meldet Yingli Green einen Umsatzsprung auf 4,4 Md. Yuan bzw. 680,6 Mio. US-Dollar, was einem Zuwachs von 63 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dabei konnte das Unternehmen seinen Nettogewinn um 72 Prozent auf 375,6 Mio. Yuan bzw. 58,1 Mio. US-Dollar oder 36 US-Cent je ADS-Aktie steigern, nach einem Profit von 32,1 Mio. Dollar oder 21 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Yingli Green konnte im jüngsten Quartal um 36,6 Prozent mehr Solarmodule ausliefern als im ersten Quartal 2011, womit die Auslieferzahlen ein neues Rekordniveau erreichten. Im ersten Halbjahr 2011 konnte das Unternehmen insgesamt 46 neue Firmenkunden gewinnen.

Meldung gespeichert unter: Yingli Green Energy Holding Co.

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