Yingli Green: Importzölle der USA werden auf die Gewinne drücken

Mittwoch, 28. März 2012 14:11
Yingli Green Energy Holding Co.

(IT-Times) - Die Aktien des chinesischen Solarkonzerns Yingli Green Energy Holdings präsentierten sich zuletzt wieder etwas fester, nachdem bekannt wurde, dass die vorläufigen Strafzölle auf importierte Solarprodukte aus China geringer ausfallen als erwartet.

Strafzölle fallen niedriger aus als erwartet
Energie-Analysten hatten mit Strafzöllen von 20 bis 30 Prozent auf chinesische Solarprodukte gerechnet, stattdessen hat das US-Wirtschaftsministerium vorläufige Strafzölle von 2,9 bis 4,7 Prozent festgelegt. Chinas zweitgrößter Solarkonzern Yingli (NYSE: YGE, WKN: A0MR90) sieht sich künftig Importzöllen von 3,6 Prozent auf Importe in die USA gegenüber.

Die beschlossenen Importzölle sind vorläufig, eine weitere Entscheidung soll im Mai fallen. Hintergrund der Kampagne in den USA sind Dumping-Preisvorwürfe. US-Hersteller und Hersteller in Europa werfen chinesischen Anbietern vor, den Markt mit Billig-Produkten zu überschwemmen.

Chinas Hersteller setzen weiter auf niedrige Preise
So soll beispielsweise Yingli Green seine Solarmodule jüngst für 5,18 Yuan pro Watt (0,55 Euro pro Watt) im Rahmen einer Projekt-Auktion in China angeboten haben und damit deutlich unter dem Spot-Marktpreis, wie der DigiTimes Research berichtet.

Hintergrund ist der intensive Wettbewerb in der Branche und der Kampf um Marktanteile. Chinesische Hersteller versuchen durch besonders aggressive Preise ihre Marktanteile in Europa und in den USA auszubauen. Allein im vergangenen Jahr summierten sich die Importe von Solarzellen und Module aus China in den USA auf 2,8 Mrd. US-Dollar.

Europäischen und US-amerikanischen Herstellern sind die Billig-Produkte aus China naturgemäß ein Dorn im Auge. Chinesische Anbieter profitieren dabei nicht nur von billigen Arbeitskräften, sondern auch durch den Rückhalt der chinesischen Regierung bzw. Banken, die einheimische Hersteller nicht nur mit billigen Krediten, sondern auch mit Aufträgen versorgen.

Chinesischer Herstellerverband will sich gerichtlich wehren
Bei den chinesischen Herstellern stoßen die Importzölle naturgemäß auf Unverständnis. Der General-Anwalt von Yingli Green Energy äußerte sich gegenüber der China Daily dahingehend, dass die Strafzölle auf die Gewinne von Yingli drücken werden. Der chinesische Herstellerverband kündigte an, dass man seine legitimen Interessen auch gerichtlich verteidigen werde.

Kurzportrait

Die in Baoding/China ansässige Yingli Green Energy Holdings Company Limited wurde erst im August 2006 gegründet und ist bereits heute einer der größten vertikal integrierten Solarkonzerne in China. Das Unternehmen bietet die gesamte Produktpalette in der Solarindustrie, von der Entwicklung von Solarmodule, über die Fertigung bis hin zum Vertrieb an.

Die Produktpalette umfasst auch die Hersteller von Polysilizium-Ingots die dann für die Weiterverarbeitung zu Polysilizium-Wafer verwendet werden. Anschließend stellt das Unternehmen hieraus Solarzellen her, die Sonnenlicht in elektrischer Energie umwandeln. Yingli verwendet diese Zellen bei der Herstellung seiner eigenen Solarmodule, bei denen ausschließlich eigene Solarzellen zum Einsatz kommen. Die Mehrheit der von Yingli produzierten Solarmodule hat eine Ausgangsleistung von 110 bis 220 Watt. Ende 2008 verstärkte sich Yingli Green durch die Übernahme der Cyber Power Group Limited, dem Mutterkonzern des in Baoding ansässigen Polysilizium-Herstellers Fine Silicon Co Ltd. Mitte 2009 gründete Yingli Green ein Joint Venture mit der Hainan Development und Hainan Provincial Waters Conservancy Power Group zur Entwicklung von Solarprojekten in der Provinz Hainan.

Das chinesische Unternehmen vermarktet seine Solarmodule und Systeme unter seinem eigenen Namen Yingli. Das Unternehmen bietet dabei Solarmodule und Systeme in verschiedenen Größen an. Beim Vertrieb arbeitet das Unternehmen mit Systemintegratoren und Distributoren auf der ganzen Welt, insbesondere in Deutschland, Spanien, Italien und China zusammen.

Zum Einsatz kommen Yingli Solarsysteme aber nicht nur auf privaten Hausdächern, sondern auch in der Industrie zum Betrieb von Leuchtanlagen und Mobilfunkbasisstationen. Kontroller- und Invertersysteme stellt Yingli zwar nicht mehr länger selbst her, bezieht diese aber von Drittanbietern und übernimmt die Installation dieser bei den Kunden. Bis Ende 2010 sollen Produktionskapazitäten auf ein Gigawatt ausgebaut werden.

Zahlen

Für das vergangene Dezemberquartal meldet Yingli einen Umsatz von 408 Mio. US-Dollar, dabei ging die ausgelieferte Zahl von Solarmodulen um 29,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal zurück. Der Nettoverlust summierte sich im jüngsten Quartal zunächst auf 599,4 Mio. US-Dollar oder 3,87 Dollar je Aktie. Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen wie Abschreibungen und Wertberichtungen betrug das Minus 20,1 Mio. US-Dollar oder 13 US-Cent je Aktie.

Mit den vorgelegten Zahlen fiel der Nettoverlust zwar um elf US-Cent je Aktie niedriger aus als erwartet, allerdings blieb Yingli aber auch hinter den Umsatzschätzungen der Analysten (422,3 Mio. Dollar) zurück.

Insgesamt brachte Yingli Green im jüngsten Quartal Solarmodule mit einer Leistung von 1,6 Megawatt zur Auslieferung, zwar ein Plus von 51,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr, aber ein Minus von knapp 30 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Die Bruttomarge brach im jüngsten Quartal auf 3,0 Prozent ein, nach 10,8 Prozent im dritten Quartal 2011 und 32,9 Prozent im vierten Quartal 2010.

Meldung gespeichert unter: Yingli Green Energy Holding Co.

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