Yingli Green fürchtet spanische Verhältnisse

Mittwoch, 9. Juli 2008 13:24
Yingli Green Energy Holding Co.

(IT-Times) Die Solarbranche war zuletzt begünstigt durch hohe Subventionen und steigende Energiepreise. Die stetig steigenden Energiepreise zwingen Privatverbraucher, Unternehmen aber auch Regierungen gleichermaßen zum Handeln. In Deutschland blieb eine kräftige Senkung der Einspeisevergütungen für Solarstrom zunächst aus und auf eine Deckelung der Subventionen wurde gar gänzlich verzichtet.

Als Hauptprofiteure dieser Entwicklung gelten längst nicht nur mehr einheimische Solarspezialisten, sondern vor allem chinesische Hersteller wie Yingli Green Energy Holdings Co (NYSE: YGE, WKN: A0MR90), die den Großteil ihrer Produktion nach Europa exportieren. Bislang stiegen Umsatz und Gewinne der Chinesen kräftig, allerdings rauschte der Yingli-Kurs zuletzt auf ein neues Jahrestief. Manch ein Anleger und Investor versteht die Welt nicht mehr.

Doch der Markt fürchtet nicht nur Überkapazitäten und einen Preisverfall angesichts der zügellosen Expansion der Produktion. Auch Yingli macht hier keine Ausnahme. Bis Mitte 2009 wollen die Chinesen ihre Produktionskapazitäten auf 600 Megawatt ausbauen.

Spanien will Subventionen drastisch kürzen
Daneben geht auch die Angst vor sinkenden Subventionen in Europa um. Nach wie vor gehört Europa und insbesondere Deutschland, Spanien und Italien zu den Hauptabsatzmärkten von Yingli. Doch gerade in Spanien zeichnet sich derzeit eine Wende ab. Anders als in Deutschland, will die spanische Regierung in Sachen Subventionen für die verwöhnte Solarindustrie offenbar stärker durchgreifen und die Subventionen nicht nur deckeln, sondern die Einspeisvergütungen auch deutlich senken.

Angedacht ist demnach eine Deckelung der Förderung und eine Reduzierung der Einspeisevergütung auf 33 Cent je Kilowattstunde Strom für Dachanlagen. Bodenanlagen sollen sogar nur noch mit 29 Cent je Kilowattstunde gefördert werden, so die Pläne. Derzeit subventionieren die Spanier Solarstrom noch mit 45 Cent je Kilowattstunde.

American Technology Research Analyst John Hardy sieht insbesondere die Deckelung der Kapazitäten auf 300 Megawatt als Bedrohung für die Solarkonzerne. Insbesondere auf Hersteller, die Solarmodule auf Basis von Polysilizium produzieren, könnten härtere Zeiten zukommen, meint der Analyst, der fallende Durchschnittspreise erwartet. Besonders betroffen von einer Subventionskürzung in Spanien wären demnach Yingli Green Energy, Solarfun und Suntech, glaubt Hardy.

Noch aber ist es noch nicht soweit. Auch in Spanien ist die Solarlobby stark und wird sich gegen eine zu radikale Senkung der Subventionen zur Wehr setzen...

Kurzportrait

Die in Baoding/China ansässige Yingli Green Energy Holdings Company Limited wurde erst im August 2006 gegründet und ist bereits heute einer der größten vertikal integrierten Solarkonzerne in China. Das Unternehmen bietet die gesamte Produktpalette in der Solarindustrie, von der Entwicklung von Solarmodule, über die Fertigung bis hin zum Vertrieb an.

Die Produktpalette umfasst auch die Hersteller von Polysilizium-Ingots die dann für die Weiterverarbeitung zu Polysilizium-Wafer verwendet werden. Anschließend stellt das Unternehmen hieraus Solarzellen her, die Sonnenlicht in elektrischer Energie umwandeln. Yingli verwendet diese Zellen bei der Herstellung seiner eigenen Solarmodule, bei denen ausschließlich eigene Solarzellen zum Einsatz kommen. Die Mehrheit der von Yingli produzierten Solarmodule hat eine Ausgangsleistung von 110 bis 220 Watt.

Das chinesische Unternehmen vermarktet seine Solarmodule und Systeme unter seinem eigenen Namen Yingli. Das Unternehmen bietet dabei Solarmodule und Systeme in verschiedenen Größen an. Beim Vertrieb arbeitet das Unternehmen mit Systemintegratoren und Distributoren auf der ganzen Welt, insbesondere in Deutschland, Spanien, Italien und China zusammen.

Zum Einsatz kommen Yingli Solarsysteme aber nicht nur auf privaten Hausdächern, sondern auch in der Industrie zum Betrieb von Leuchtanlagen und Mobilfunkbasisstationen. Kontroller- und Invertersysteme stellt Yingli zwar nicht mehr länger selbst her, bezieht diese aber von Drittanbietern und übernimmt die Installation dieser bei den Kunden. Ende 2007 summierte sich die Produktionskapazität des Unternehmens auf rund 200 Megawatt, womit Yingli mit zu den weltweit führenden Herstellern in diesem Bereich zählt.

Zahlen

Für das vergangene erste Quartal 2008 meldet Yingli Green einen Umsatzanstieg auf 227,5 Mio. US-Dollar, ein Zuwachs von 272,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt brachte Yingli Solarmodule im Volumen von 54,6 Megawatt zur Auslieferung, ein Zuwachs von 274,4 Prozent.

Der Nettogewinn schnellte im jüngsten Quartal auf 31,9 Mio. US-Dollar nach oben, ein Zuwachs von 2.580 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Pro ADS-Aktie konnte Yingli damit einen Nettogewinn von 25 US-Cent je Aktie einfahren und damit die Markterwartungen der Analysten übertreffen. Analysten hatten im Vorfeld mit Einnahmen von 210 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 19 US-Cent je Aktie kalkuliert.

Meldung gespeichert unter: Yingli Green Energy Holding Co.

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