Yandex: Währungskrise reißt Aktien in die Tiefe

Suchmaschinen

Dienstag, 9. Dezember 2014 14:14
Yandex

(IT-Times) - Yandex-Aktien befinden sich im freien Fall. Am Vortag stürzten die Papiere um mehr als elf Prozent auf unter 20 Dollar in New York ab, seit Jahresbeginn haben Yandex-Aktien damit mehr als 50 Prozent an Wert verloren.

Russlands führende Suchmaschine Yandex leidet unter der politischen und wirtschaftlichen Krise im Putin-Reich, obwohl das Unternehmen im dritten Quartal trotz Ukraine-Krise starke Zahlen ausweisen konnte.

Rubel-Verfall reißt Yandex in die Tiefe
Der Umsatz kletterte umgerechnet um 28 Prozent auf 13,1 Mrd. Rubel bzw. 331,1 Mio. Dollar, der Gewinn schnellte auf 111 Mio. Dollar nach oben. Doch das Problem: Der Rubel ist in den vergangenen Wochen regelrecht kollabiert und damit auch die Währung, in der Yandex (Nasdaq: YNDX, WKN: A1JGSL) den Großteil seiner Umsätze erwirtschaftet.

In der Vorwoche mussten erstmals mehr als 50 Rubel für einen US-Dollar bezahlt werden, inzwischen sind es mehr als 54 Rubel, die für einen US-Dollar gezahlt werden müssen. Damit hat die russische Währung seit Jahresbeginn im Vergleich zum US-Dollar mehr als 35 Prozent an Wert verloren.

Kein schnelles Ende der Russland-Krise in Sicht
Und ein Ende der Talfahrt ist nicht in Sicht. Der Grund: Der russische Haushalt ist stark vom Rohölexport abhängig. Fällt der Ölpreis, gerät der russische Haushalt aus den Fugen, die Wirtschaft des Landes steuert in eine Krise. Marktbeobachter fürchten nunmehr einen Kollaps der russischen Wirtschaft, zumal das Land auch unter den vom Westen verhängten Sanktionen leidet.

Ein schnelles Ende der politischen Krise in Russland scheint derweil nicht in Sicht. Russland provoziert den Westen mit Flug-Manövern über der Ostsee, der Westen hat keine Lust auf Russland zuzugehen. Zudem sehen Marktbeobachter noch kein Ende des Preisverfalls beim Rohöl.

Umsatz von 1,0 Mrd. Dollar erst in 2016?
Für Yandex bedeutet die Wirtschafts- und Währungskrise langsamere Wachstumsraten. Für das laufende vierte Quartal hatte Yandex seine Umsatzprognose bereits reduzieren müssen, stürzt Russland in eine Rezession, dürfte dies auch Yandex empfindlich treffen. Ob Yandex im kommenden Jahr die Umsatzmarke von 1,0 Mrd. US-Dollar übertreffen kann, ist daher fraglich.

Kurzportrait

Die im Jahre 2000 gegründete und in Moskau ansässige Yandex ging 1997 bereits mit der ersten kyrillischen Suchmaschine unter Yandex.ru an den Start. Heute ist Yandex ist dominierende Suchmaschine in Russland. Seit Mai 2011 ist Yandex unter Yandex.com auch in einer englischsprachigen Version verfügbar.

Neben dem russischen Suchmaschinenmarkt, ist Yandex aber auch in der Ukraine, Weißrussland und in Kasachstan aktiv. Daneben bietet Yandex aber auch eine Reihe von Location-basierten Services wie Yandex.News, Yandex.Market, Yandex.Store, Yandex.Mail und Yandex.Maps an.

Haupteinnahmequelle des Unternehmens sind Online-Werbung und sowie sponsored Links. Neben dem Hauptsitz in Moskau betreibt Yandex noch weitere Büros in St. Petersburg, Yekaterinburg, Novosibirsk, Kazan, Odessa, Simferopol, Kiew sowie im kalifornischen Palo Alto. Zudem unterhält Yandex auch den größten Server-Park in Russland.

Gemeinsam mit dem Apersjan-Labor konnte in den 90er Jahren das Problem der Hypothesen in der russischen Sprache erfolgreich gelöst werden. Diese Problemlösung gilt heute als Hauptvorteil von Yandex gegenüber Google, da Yandex mit russischen Verbformen besser zu recht kommt. Anfang 2012 schloss Yandex eine Kooperation mit Twitter, wodurch öffentliche Tweets künftig auch durch Yandex erfasst werden. Seit Frühjahr 2012 ist Yandex auch mit seinem Cloud-Speicherdienst Yandex.Disk am Start.

In 2011 kaufte Yandex das Analysis- und Technologieteam von WebVisor, als auch den Plugin-Entwickler Loginza und das Social-Newsstartup „The Tweeted Times“. Ende 2011 wurde zudem das Softwareunternehmen SPB Software übernommen. Mitte 2013 wurde ein Joint-Venture mit der Sberbank zur Bereitstellung eines E-Payment-Dienstes gegründet. Dabei wurden 75 Prozent des Online-Zahlungsdienstes Yandex.Money an Sberbank verkauft. Im Herbst 2013 schluckte Yandex die russische Film-Datenbank KinoPoisk. Im Frühjahr 2014 schluckte Yandex die israelische KitLocate, im Sommer 2014 die Online-Autoanzeigenseite Auto.ru sowie den Werbespezialisten AdFox.

Markt und Wettbewerb

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