VMware wächst weiter zweistellig - Investitionen im Vordergrund

Donnerstag, 21. Oktober 2010 14:13
VMware

(IT-Times) - Die Aktien des US-Virtualisierungsspezialisten VMware (NYSE: VMW, WKN: A0MYC8) zeigten sich nach den jüngsten Zahlen deutlich leichter, obwohl das Unternehmen seinen Umsatz um knapp die Hälfte steigern konnte. Hintergrund war unter anderem die Warnung von VMware-Finanzchef Mark Peek, der die hohen Erwartungen im kommenden Jahr dämpfte.

Demnach werde sich das Umsatzwachstum im Jahr 2011 gegenüber dem laufenden Jahr weiter verlangsamen, so der VMware-Manager. Auch der Margenausbau stehe nicht mehr so stark im Fokus, nachdem sich das Unternehmen mehr auf Investments refokussieren will. In welche Bereiche VMware verstärkt investieren will, blieb zunächst offen.

VMware vor Übernahme von Suse Linux
Möglich wäre eine größere Übernahme. Wie das Wall Street Journal zuletzt berichtete, soll sich VMware bereits in Verhandlungen mit Novell befinden. Dabei soll es um den Kauf der Suse Linux Sparte gehen.

Eine Übernahme macht nach Meinung von Marktbeobachtern durchaus Sinn, nachdem VMware und Novell jüngst ein OEM-Abkommen abschlossen. VMware deutete zudem an, das Suse Linux künftig Bestandteil des vSphere Hypervisors sein wird. Zudem will VMware Suse Linux auch von der Support-Seite her unterstützen und entsprechende Mitarbeiter ausbilden, um die Systeme zu warten.

Zusätzlich gab VMware bekannt, dass das Virtual Appliance Authoring-Werkzeug VMware Studio künftig Suse Linux als Standard VMware Appliance OS unterstützen wird. Dieser Schritt lässt aufhorchen, stellt der Schachzug eine Abkehr von VMwares eigenen Just Enough OS (JeOS) Betriebssystem dar. Damit würde VMware seine Position gegenüber den drei größten Konkurrenten, Microsoft, Oracle und Red Hat festigen können, die neben einem Hypervisor bereits ihr eigenes Betriebssystem anbieten.

VMware stellt neues Cloud-Produkt vor
Ganz unabhängig davon, ob eine Übernahme von Suse Linux zu Stande kommt oder nicht, hat VMware zuletzt seine eigene Cloud-Strategie durch die Einführung der neuen Cloud Computing Application Plattform vFabric konkretisiert. Dadurch will das Unternehmen die enormen Wachstumschancen nutzen, die sich in den nächsten Jahren auftun.

Die Investmentexperten und Marktforscher aus dem Hause TBR Research sehen den Cloud Computing Markt im Jahr 2015 bei 250 Mrd. US-Dollar. VMware schreiben die Analysten dabei ein Umsatz- bzw. Marktpotential von zehn Mrd. Dollar in diesem Bereich zu…

Kurzportrait

Die im Jahre 1998 gegründete und im kalifornischen Palo Alto ansässige VMware sieht als marktführender Spezialist in Sachen Virtualisierungstechnologien. Das Unternehmen bietet ein vollständiges Produktfolio an, mit dem Unternehmen mehrere Betriebssysteme auf einem Rechner bzw. Server betreiben können. Ferner bietet VMware Backup- und Sicherungssysteme (VMware Consolidated Backup, VMware HA) an, um Unternehmen bei Defekten bei Rechnern und Servern vor Datenverlusten zu schützen. Zudem werden Automatisierungsprodukte angeboten, die Firmen dabei helfen sollen, ihre IT-Umgebung weiter zu optmieren.

Mit dem VMware Player bietet das Unternehmen eine kostenlose Virtualisierungsplattform an, auf dem ein Anwender mehrere virtuelle Maschinen auf einem Desktopsystem betreiben kann. Die Kreation einer virtuellen Maschine ist jedoch mit dem kostenlosen Tool nicht möglich. Mit VMware Workstation bietet das Unternehmen ein Desktop-Virtualisierungsprodukt für Software- und IT-Professionals an, die mehrere Betriebssysteme auf einem Desktop-Rechner betreiben wollen. Nutzer können somit simultan Betriebssysteme wie Windows, Linux, NetWare oder Solaris auf einem Rechner betreiben. Eine Partitionierung der Festplatten ist nach VMware-Angaben nicht notwendig.

Mit VMware Server bietet das Unternehmen eine kostenlose Virtualisierungsplattform für Firmenkunden an, die mehrere virtuelle Maschinen auf einem Server betreiben wollen. Das Produkt ist vornehmlich für Administratoren in Unternehmen gedacht, wobei VMware hier Einnahmen über Produkt-Support und Subscription-Gebühren erzielt. Mit VMware ESX Server bietet die Gesellschaft eine Virtualisierungsplattform an, die direkt auf der Hardware lauffähig ist und ohne Betriebssystem auskommt.

Mit VMware Motion bietet die Gesellschaft ein Tool an, dass den Wechsel von virtuellen Maschinen auf einen anderen Rechner ermöglicht, ohne dass es zu einem Datenverlust oder einer Serviceunterbrechung kommt. Insgesamt setzen weltweit mehr als 150.000 Firmenkunden, darunter Merrill Lynch, Qualcomm, Fuji Film, Denso, Johnson Controls, Siemens, Subaru, Tellabs und T-Systems Global auf VMware-Lösungen.

In 2007 verstärkte sich VMware durch die Übernahme von Dunes Technologies und Psion. Anfang 2008 folgten mit der Übernahme von Thinstall und dem Desktop-Virtualisierungsgeschäft von Foedus und B-hive drei weitere Zukäufe. Mitte 2009 stieg VMware beim IT-Spezialisten Terremark Worldwide ein und erwarb fünf Prozent der Anteile. In 2009 verstärkte sich VMware mit der Übernahme von Springsource. Anfang 2010 kaufte VMware den Email-Spezialisten Zimbra von Yahoo. Mit Integrien und TriCipher kaufte VMware zuletzt weitere Firmen auf. Der Mutterkonzern und Speicherspezialist EMC kontrollierte zuletzt noch 84 Prozent der VMware-Anteile.

Zahlen

Für das vergangene dritte Quartal 2010 meldet VMware einen Umsatzanstieg um 46 Prozent auf 714 Mio. US-Dollar. Der US-Virtualisierungsspezialist verdiente dabei 84,6 Mio. US-Dollar oder 20 US-Cent je Aktie, nach einem Profit von 38,2 Mio. Dollar oder neun US-Cent je Aktie in der Vorjahresperiode.

Meldung gespeichert unter: VMware

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