VMware geht gestärkt aus der Krise

Mittwoch, 27. Januar 2010 13:07
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(IT-Times) - Die Aktien des US-Virtualisierungsspezialisten VMware (NYSE: VMW, WKN: A0MYC8) gehörten mit einem Kursplus von 12,6 Prozent am gestrigen Handelstag mit zu den Hauptgewinnern an der New Yorker Börse.

Der Marktführer für Virtualisierungslösungen hatte einmal mehr mit sehr guten Quartalszahlen überzeugen können. Die jüngsten Zahlen belegen, dass sich VMware gut im Wettbewerb gegen Microsoft & Co behaupten kann, nachdem zuletzt immer wieder über die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens spekuliert wurde.

Um seine führende Marktstellung zu untermauern, hat VMware zuletzt seine Kooperation mit Cisco Systems und dem Speicherspezialisten NetApp weiter ausgebaut. Im Rahmen der Kooperation stehen die Sicherheit und die Hebung von Effizienzen in Datenzentren im Vordergrund.

Die Kooperation ergänzt das Joint Venture, welches Cisco, EMC und VMware im November 2009 ins Leben gerufen haben. Ziel ist es, integrierte Produkte und Services für Kunden anzubieten, die Cloud Computing Infrastrukturen errichten wollen. Durch die Kooperation wollen die drei Unternehmen einen Markt angehen, den Experten aus dem Hause McKinsey and Company auf mehr als 350 Mrd. Dollar taxieren.

Zimbra-Zukauf stärkt Cloud-Portfolio
Um eine Verstärkung im Bereich Cloud Computing dürfte es auch bei der jüngsten Übernahme gehen. VMware hatte dem Internet-Portal Yahoo den Email-Spezialisten Zimbra abgekauft, den Yahoo im Jahr 2007 für 350 Mio. Dollar übernommen hatte. Inzwischen verzeichnet Zimbra mehr als 55 Mio. bezahlte Email-Konten.

VMware will durch die Übernahme ein Tandem bestehend aus dem VMware-Betriebssystem vSphere und Zimbra formen, wodurch eine Plattform entstehen soll, über die VMware zusätzliche bzw. ergänzende Anwendungen insbesondere an kleine und mittelständische Firmen verkaufen kann (Cross-Selling).

In diese Strategie passt auch die jüngste Vorstellung von VMware Go. Dabei handelt es sich um einen Web-basierten Service für kleine und mittelständische Firmenkunden, die sich erstmals mit Virtualisierungslösungen vertraut machen wollen. VMware Go automatisiert Installations- und Konfigurationsprozesse und soll damit die bisher bestehenden Barrieren gegenüber Virtualisierung beim Mittelstand überwinden. Zwar bietet VMware das Tool ebenso wie den VMware ESXi Hypervisor umsonst an, gleichzeitig öffnet sich VMware damit aber die Tür für zukünftige Geschäfte mit dem Mittelstand, der gerade erst begonnen hat, das Thema Virtualisierung für sich zu entdecken…

Kurzportrait

Die im Jahre 1998 gegründete und im kalifornischen Palo Alto ansässige VMware sieht als marktführender Spezialist in Sachen Virtualisierungstechnologien. Das Unternehmen bietet ein vollständiges Produktfolio an, mit dem Unternehmen mehrere Betriebssysteme auf einem Rechner bzw. Server betreiben können. Ferner bietet VMware Backup- und Sicherungssysteme (VMware Consolidated Backup, VMware HA) an, um Unternehmen bei Defekten bei Rechnern und Servern vor Datenverlusten zu schützen. Zudem werden Automatisierungsprodukte angeboten, die Firmen dabei helfen sollen, ihre IT-Umgebung weiter zu optmieren.

Mit dem VMware Player bietet das Unternehmen eine kostenlose Virtualisierungsplattform an, auf dem ein Anwender mehrere virtuelle Maschinen auf einem Desktopsystem betreiben kann. Die Kreation einer virtuellen Maschine ist jedoch mit dem kostenlosen Tool nicht möglich. Mit VMware Workstation bietet das Unternehmen ein Desktop-Virtualisierungsprodukt für Software- und IT-Professionals an, die mehrere Betriebssysteme auf einem Desktop-Rechner betreiben wollen. Nutzer können somit simultan Betriebssysteme wie Windows, Linux, NetWare oder Solaris auf einem Rechner betreiben. Eine Partitionierung der Festplatten ist nach VMware-Angaben nicht notwendig.

Mit VMware Server bietet das Unternehmen eine kostenlose Virtualisierungsplattform für Firmenkunden an, die mehrere virtuelle Maschinen auf einem Server betreiben wollen. Das Produkt ist vornehmlich für Administratoren in Unternehmen gedacht, wobei VMware hier Einnahmen über Produkt-Support und Subscription-Gebühren erzielt. Mit VMware ESX Server bietet die Gesellschaft eine Virtualisierungsplattform an, die direkt auf der Hardware lauffähig ist und ohne Betriebssystem auskommt.

Mit VMware Motion bietet die Gesellschaft ein Tool an, dass den Wechsel von virtuellen Maschinen auf einen anderen Rechner ermöglicht, ohne dass es zu einem Datenverlust oder einer Serviceunterbrechung kommt. Insgesamt setzen weltweit mehr als 150.000 Firmenkunden, darunter Merrill Lynch, Qualcomm, Fuji Film, Denso, Johnson Controls, Siemens, Subaru, Tellabs und T-Systems Global auf VMware-Lösungen.

In 2007 verstärkte sich VMware durch die Übernahme von Dunes Technologies und Psion. Anfang 2008 folgten mit der Übernahme von Thinstall und dem Desktop-Virtualisierungsgeschäft von Foedus und B-hive drei weitere Zukäufe. Mitte 2009 stieg VMware beim IT-Spezialisten Terremark Worldwide ein und erwarb fünf Prozent der Anteile. In 2009 verstärkte sich VMware mit der Übernahme von Springsource. Anfang 2010 kaufte VMware den Email-Spezialisten Zimbra von Yahoo. Der Mutterkonzern und Speicherspezialist EMC kontrollierte zuletzt noch 84 Prozent der VMware-Anteile.

Zahlen

Für das vergangene vierte Quartal 2009 meldet VMware einen Umsatzanstieg um 18 Prozent auf 608,2 Mio. US-Dollar. Im Servicegeschäft setzte VMware 304 Mio. Dollar um, ein Zuwachs von 52 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Gewinn ging dabei allerdings um 49 Prozent auf 56,4 Mio. Dollar oder 14 US-Cent je Aktie zurück, nach einem Profit von 111,5 Mio. Dollar oder 29 US-Cent je Aktie in der Vorjahresperiode.

Meldung gespeichert unter: VMware

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