VeriSign kauft ein und profitiert von Google

Dienstag, 21. März 2006 00:00
VeriSign

(IT-Times) - Nachdem sich VeriSign (Nasdaq: VRSN, WKN: 911090) im vergangenen Herbst von seinem Zahlungszugangsgeschäft trennte und diesen Geschäftsbereich an die eBay-Tochter PayPal veräußerte, konzentriert sich das Unternehmen seit einem halben Jahr verstärkt auf das Mobilfunkservicegeschäft.

VeriSign auf Einkaufstour

In einem regelrechten Kaufrausch wurden in den vergangenen Monaten nicht weniger als fünf Firmen übernommen. Nachdem man den Online-Nachrichtenspezialisten Moreover Technologies für 30 Mio. Dollar übernahm, folgte im Januar der Zukauf von CallVision. Die Übernahme des Anbieters von Web-basierter Abrechnungssoftware lies sich VeriSign 30 Mio. Dollar kosten. Die österreichische 3united Mobile Solutions AG, ein Anbieter von Content-Services, wurde dann im Februar für rund 65,5 Mio. US-Dollar zugekauft. Im März verstärkte sich VeriSign mit dem Akamai-Rivalen Kontiki für rund 62 Mio. Dollar. 250 Mio. Dollar kostete VeriSign zuletzt die Übernahme des Mobile-Managers m-Qube.

VeriSign kann sich die Einkaufstour leisten, schließlich sitzt das Unternehmen per Ende 2005 auf einem beruhigenden Finanzpolster von 855 Mio. Dollar. Die jüngste Übernahmewelle konnte den Aktienkurs des Unternehmens allerdings nicht beflügeln. Der VeriSign-Kurs dümpelt seit gut einem halben Jahr weiterhin in einer engen Spanne zwischen 20 und 25 US-Dollar.

Pay-per-Klick beflügelt Domain-Geschäft

Umso mehr richtet sich der Blick auf das Kerngeschäft des Unternehmens: Die Registrierung von Domainnamen. Credit Suisse First Boston (CSFB) Analyst Philip Winslow macht aufgrund der Google-Mania in Verbindung mit bezahlten Werbelinks eine zunehmende Aktivität bei der Registrierung von Domainnamen aus. Nachdem sich mit Webseiten wieder Geld verdienen lässt, dürften Per Ende Februar rund 54,2 Mio. Domainnamen der Endungen .com und .net bei VeriSign registriert sein - ein Zuwachs von 1,3 Mio. Namen gegenüber dem Vormonat, so die Rechnung des Analysten. Doch gerade .com bzw. .net Registrierungen werfen bei VeriSign die höchsten Gewinnmargen ab, so der CSFB-Experte. Insgesamt hat sich der Ausblick für VeriSigns Kerngeschäft deutlich aufgehellt, wobei langfristig auch der Mobile-Content-Markt attraktiv sei, so das Resumé des Investmentbankers.

Kurzportrait

Der US-Softwarespezialist VeriSign mit Hauptsitz im kalifornischen Mountain View, nahm im Jahre 1995 seine Tätigkeit als Spezialist für Authentifizierungssoftware auf. Als Garagenfirma gestartet, schaffte das Unternehmen innerhalb kurzer Zeit den Aufstieg zu einem führenden Technologieanbieter. Ursprünglich entwickelte VeriSign digitale Zertifikate, welche die Identität des Internet-Nutzers und der übertragenen Daten sicher ausweisen sollten. Mit dem Softwarehersteller Microsoft, Visa und American Express entwickelte das Unternehmen weiterführende Standards für das Bezahlen via Kreditkarte im weltweiten Datennetz Internet. Heute kommen VeriSign-Produkte nicht nur bei Kreditkarten-Abrechnungen im Internet zum Einsatz, sondern auch im Bereich Homebanking. Insgesamt werden zunehmend sensible Firmen- oder Kundendaten, welche über das Computernetz Internet gesendet werden mit Verschlüsselungssystemen aus dem Hause VeriSign versehen.

Im Jahre 2000 erschloss sich dass Unternehmen mit der Übernahme von Network Solutions (NSI) eine weitere Umsatz- und Einnahmequelle. Der führende Anbieter von Domain Registration-Services galt in der Vergangenheit als Monopolist in Sachen Domain Registrierung. Doch das Domain-Registrierungsgeschäft entwickelte sich in den vergangenen Jahren immer mehr zum Bremsklotz innerhalb des Unternehmens. So verkaufte VeriSign die NSI-Einheit im Oktober 2003 an die Investmentgesellschaft Pivotal Equity Partners, wobei VeriSign mit 15 Prozent weiterhin eine Minderheitsbeteiligung an NSI halten wird.

Durch die Übernahme des Netzwerk Service Providers Illuminet Holdings für 1,3 Mrd. Dollar im Jahr 2001 hat sich VeriSign eine weitere Einnahmequelle im Telekomsektor erschlossen. Illuminet Holdings betreibt unter anderem eines der größten so genannten Signaling System Netze, welches Mobilunkkunden beispielsweise Roaming ermöglicht. Die ESP Division, welche das Telekomservicegeschäft beinhaltet, trug zuletzt etwa 38 Prozent zum gesamten Umsatz bei. Nach der Übernahme des Sicherheitsspezialisten Guardent für rund 135 Mio. Dollar, kaufte VeriSign im Frühjahr 2004 den deutschen Klingelton-Spezialisten Jamba! für 273 Mio. Dollar. Anfang 2005 übernahm VeriSign dann den Multimedia-Messaging-Spezialisten Lightsurf für rund 270 Mio. Dollar. Im Sommer verstärkte sich VeriSign im Sicherheitsbereich durch die Übernahme des Spezialisten iDefense. Ende 2005 trennte scih VeriSign von seinem Zahlungszugangsgeschäft und veräußerte dieses für 370 Mio. Dollar in bar und in Aktien an die eBay-Tochter Paypal. Später folgte noch die Übernahme von Moreover Technologie und CallVision. Anfang 2006 übernahm VeriSign die österreichische 3united Mobile Solutions AG, Kontiki und m-Qube.

Zahlen

Für das vergangene vierte Quartal 2005 meldet VeriSign einen Umsatzanstieg auf 392,1 Mio. Dollar, ein Zuwachs von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Internet-Servicegruppe erwirtschaftete dabei einen Umsatz von 182 Mio. Dollar, während die Kommunikationsdivision 219 Mio. Dollar zu den Gesamteinnahmen beisteuerte.

Der Gewinn verdoppelte sich im jüngsten Quartal auf 271,4 Mio. Dollar oder 1,06 Dollar je Aktie, nach einem Plus von 114,8 Mio. Dollar oder 43 US-Cent je Aktie im Jahr vorher. Ausgenommen einmaliger Sondererträge von 252 Mio. Dollar ergibt sich für das jüngste Quartal ein operativer Gewinn von 26 US-Cent je Aktie, womit VeriSign die Erwartungen der Analysten punktgenau erfüllen konnte. An der Wall Street hatte man im Vorfeld mit einem Plus von 26 US-Cent je Aktie kalkuliert.

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