Tunnel Cree - Intels blick in die Zukunft

Donnerstag, 15. April 2010 13:52
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(IT-Times) - Der weltweit führende Prozessorhersteller Intel (Nasdaq: INTC, WKN: 855681) kann das erste Quartal 2010 mit einem Rekordumsatz von 10,3 Mrd. Dollar abschließen. Im Gegensatz zum Konkurrenten AMD ist Intel hochprofitabel und konnte allein im ersten Quartal einen positiven Cashflow von rund vier Mrd. Dollar generieren, nachdem der Gewinn gegenüber dem Vorjahr um 433 Prozent zulegte.

Intel CEO Paul Otellini führt den Aufschwung insbesondere darauf zurück, dass immer mehr Firmen neue PCs kaufen, um ältere Geräte zu ersetzen. Dies sei einfach kostengünstiger, als ältere Maschinen zu warten, glaubt der Intel-Manager. Allerdings greifen viele Kunden zu Computern mit älteren Intel-Chips, da diese Hardware kostengünstiger ist.

Marktbeobachter und Analysten gehen davon aus, dass sich die Dynamik im zweiten Halbjahr 2010 noch beschleunigen wird, wenn Firmen im großen Stil auf das neue Windows 7 Betriebssystem von Microsoft umsteigen und damit gleich auch ihre Hardware ersetzen.

Wachstumsmotor dürfte im jüngsten Quartal nicht zuletzt das Geschäft in China gewesen sein. Im Reich der Mitte wurden nach Angaben der Marktforscher aus dem Hause IDC im ersten Quartal deutlich mehr PCs verkauft, wobei der Absatz um über 45 Prozent zulegte. Um die Geschäftsmöglichkeiten im Reich der Mitte zu nutzen, will sich Intel auf neue Anwendungen im chinesischen Markt konzentrieren, so Intel-Manager Doug Davis, der als General-Manager für Intels Embedded und Communications Group verantwortlich zeichnet.

Intel nimmt mit „Tunnel Creek“ Fahrzeug-Markt ins Visier
So arbeitet Intel heute schon mit lokalen chinesischen Anbietern zusammen, um neue Computing-Lösungen für Fahrzeuge zu entwickeln. Im Mittelpunkt soll dabei die neue Atom-basierte System-on-Chip Lösung mit dem Codenamen „Tunnel Creek“ stehen. Tunnel Creek ist nicht nur für IP-basierte Telefone und Drucker, sondern auch für Fahrzeug-Infotainment-Systeme zugeschnitten. Tunnel Creek integriert einen Atom-Prozessorkern, mit einem Speicher-Controller, einer Grafik- und einer Video-Engine auf einem Chipsatz.

Der Vorstoß von Intel kommt nicht von ungefähr. In China ist der Automarkt auf der Überholspur und überholte im Jahr 2009 die USA als weltweit größter Automarkt. Die Analysten bei DBS Vickers gehen davon aus, dass die Auto-Nachfrage in China bis 2015 um jährlich bis zu 15 Prozent steigen wird, womit sich Intel neben dem PC- und Mobile-Markt einen weiteren lukrativen Marktbereich erschließen könnte…

Kurzportrait

Der Halbleitergigant Intel, ansässig in der kalifornischen Technologieschmiede Santa Clara, stieg in den 80er und 90er durch sein Bündnis mit dem Softwarehersteller Microsoft zum weltweit führenden Prozessorhersteller auf. Das Unternehmen rüstet dabei mehr Personalcomputer mit Prozessoren aus, als jeder andere Hersteller auf der Welt. Insgesamt wird Intel ein Marktanteil von rund 80 Prozent im Bereich PC-Chips zugeschrieben.

Neben Prozessoren entwickelt das Unternehmen aber auch Flashspeicher, in welchem Intel ebenfalls als marktführend gilt. Ferner bietet der Halbleiterhersteller auch weitere Mikrochips an, welche im Zusammenhang mit Netzwerken und industriellen Anwendungen eingesetzt werden. Insgesamt operiert Intel heute aus zwei wesentlichen Geschäftssegmenten heraus: Digital Enterprise Group (DEG) und Mobility Group. Der Geschäftsbereich Other Products umfasst unter anderem das Geschäft mit NAND Flashspeicherprodukten. Diese werden von der IM Flash Technologies, LLC produziert.

Der US-Computerhersteller Dell gehört mit zu den größten Kunden des Halbleitergiganten und steuerte in der Vergangenheit mehr als zehn Prozent zum Gesamtumsatz bei. Neben dem Kerngeschäft hält das Unternehmen auch zahlreiche Beteiligungen an anderen Technologieunternehmen. Im Jahr 2001 übernahm Intel den Modemspezialisten Xircom. Das Unternehmen ist inzwischen ein Teil von Intels Netzwerkaktivitäten und entwickelt neben Modemkarten für PCs auch Schnittstellen für drahtlose Übertragungstechniken.

Im Oktober 2000 kaufte Intel den US-Spezialisten Ziatech auf. Ziatech gilt als Spezialist im Bereich Telekomausrüstung und soll Intels neuen Vorstoß in Richtung Telekommunikationsindustrie unterstützen. Im Jahr 2003 beteiligte sich Intel an Japans DRAM-Hersteller Elpida. Gleichzeitig übernahm Intel den Spezialisten für optische Netzwerke West Bay Semiconductor. Im Jahr 2006 verkaufte Intel sein Media- und Signaling-Geschäft an Eicon Networks, gleichzeitig trennte man sich vom Mobilfunk- und Anwendungsprozessorgeschäft und gab diesen Bereich an Marvel ab. Auch die RFID-Einheit verkaufte Intel zuletzt an den Spezialisten Impinj. Im Herbst 2008 verstärkte sich Intel durch die Übernahme des Ethernet-Spezialisten NetEffect sowie durch den Linux-Spezialisten OpenedHand. Gleichzeitig trennte sich Intel von seinem Geschäftsbereich Communication Rackmount Server. Im Mai 2009 stieg Intel mit fünf Prozent beim Halbleiterausrüster ASM International ein. Mitte 2009 schluckte Intel den Softwarespezialisten Wind River. Gleichzeitig erhöhte Intel seine Beteiligung an dem britischen Chip-Designer Imagination Technologies Group auf rund 14 Prozent.

Über seinen Kapitalarm Intel Capital investierte der Chiphersteller zuletzt in eine Reihe von Startup-Firmen wie Gteko, Synacor, Telligent Systems und Zinio Systems. Gemeinsam mit STMicrelectronics gründete Intel das Flashspeicher-Venture Numonyx, welches inzwischen an Micron verkauft wurde.

Zahlen

Für das vergangene Märzquartal meldet Intel einen Umsatzanstieg um 44 Prozent auf 10,3 Mrd. US-Dollar. Der Gewinn kletterte dabei auf 2,4 Mrd. Dollar oder 43 US-Cent je Aktie, nach einem Profit von 629 Mio. Dollar oder elf US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Mit den vorgelegten Zahlen konnte Intel gleichzeitig auch die Markterwartungen der Analysten übertreffen, die im Vorfeld nur mit Einnahmen von 9,8 Mrd. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 38 US-Cent je Aktie gerechnet hatten.

Während die Erlöse in der PC Client Group stagnierten, konnte Intel im Bereich Mobile-Prozessoren einen Rekordumsatz vermelden. Die Umsätze rund um den Atom-Prozessor schrumpften allerdings um 19 Prozent auf 355 Mio. Dollar. Die durchschnittlichen Verkaufspreise für Mikroprozessoren zogen leicht an.

Meldung gespeichert unter: Intel

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