Texas Instruments räumt auf: 1.000 Stellen sollen wegfallen - Smart Grid Markt im Visier

Donnerstag, 26. Januar 2012 13:52
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(IT-Times) - Der US-Mobile-Chiphersteller Texas Instruments (TI) musste im vergangenen vierten Quartal einen Gewinneinbruch um 68 Prozent gegenüber dem Vorjahr hinnehmen. Vor allem Kosten im Zusammenhang mit dem milliardenschweren Zukauf von National Semiconductor haben die Ergebnisse belastet. TI hatte die Übernahme im Frühjahr 2011 bekannt gegeben und im September 2011 abschließen können.

TI will zwei Fabriken schließen - 1.000 Stellen fallen weg
In diesem Zusammenhang will TI (NYSE: TXN, WKN: 852654) zwei ältere Fertigungsfabriken in Hiji/Japan und in Houston/Texas schließen und mehr als 1.000 Mitarbeiter in den nächsten 18 Monaten entlassen.

Durch die Schließung der beiden Fertigungsfabriken, die in 2011 für vier Prozent des TI-Umsatzes verantwortlich zeichneten, erhofft sich das Unternehmen jährliche Einsparungen in Höhe von 100 Mio. US-Dollar.

Trotz des massiven Gewinnrückgangs zeigt sich TI CEO und Chairman Rich Templeton zufrieden mit den Ergebnissen. Dabei verweist der Manager unter anderem darauf, dass die Umsätze in allen größeren Produktlinien gestiegen seien, wodurch sich der Manager in seinem Glauben bestärkt sieht, dass der Abschwung wohl beendet ist.

Im Hinblick auf 2012 befindet man sich in der letzten Phase im Bezug auf den geplanten Rückzug aus dem Baseband-Markt, wodurch sich TI stärker auf analoge, embedded Prozessor- und Mobilfunkhalbleiter konzentrieren will.

TI startet Offensive im Smart Grid Markt
Daneben präsentierte TI auch gleich die industrieweit erste RF System-on-Chip-Lösung für den Smart Grid Markt. Der ARM Cortex-M3 Prozessor basierte CC2538 ZigBee SE2.0 System-on-Chip soll eine einfachere Entwicklung von SE2.0 kompatiblen Smart Grid-Lösungen (Smart-Meter) im Elektrizitäts-, Gas- und Wasserbereich ermöglichen.

Die Plattform wird das neue Powerline Kommunikationsprotokoll G3-PLC unterstützen, zudem werden schon die neue AES-128 Verschlüsselung und IPv6 Data für maximale Bandbreitennutzung unterstützt. Die Massenproduktion der neuen CC2538 Plattform soll dann im vierten Quartal 2012 starten, heißt es bei TI.

Kurzportrait

Seit mehr als sechs Jahrzehnten ist Texas Instruments (TI) nunmehr im Markt für Elektronikkomponenten engagiert. Zunächst für seine Taschenrechner bekannt, schaffte das Unternehmen in den 90er Jahren durch seine Mobilfunkchips den Durchbruch. Aus dem Geschäft mit Digital Signal Prozessoren (DSPs), in denen TI einst Marktführer war, will sich das Unternehmen zurückziehen, um sich auf sein Kerngeschäft mit analogen Chips zu konzentrieren. Heute operiert TI von vier Geschäftsbereichen heraus: Analog, Embedded Processing, Wireless und Other. TI verkauft seine Produkte dabei an Auftrags-, OEM- und ODM-Hersteller weltweit.

Das Geschäft mit Kabelmodems und DSL-Equipment gab IT dagegen in 2007 an den Münchner Chip-Konzern Infineon ab. Der Bereich analoge Halbleiter soll nach der Übernahe von National Semiconductor rund 50 Prozent des Umsatzvolumens beitragen.

Neben analogen Halbleitern bietet TI auch Logic-Chips, Mikroprozessoren und Microcontroller an. So beliefert TI unter anderem große Mobilfunkunternehmen wie Nokia und Motorola, wobei die Finnen zu den größten Kunden der Amerikaner zählen.

Neben dem Kerngeschäft mit Mobilfunkchips, analogen Halbleitern und elektronischen Komponenten, widmet sich TI auch der Unterstützung von jungen Technologiefirmen, welche sowohl Hardware als auch Software rund um den Bereich DSP und verwandte Bereiche entwickeln. Hierfür rief TI gemeinsam mit Granite Ventures im Jahre 1996 das Joint Venture TI Ventures ins Leben.

Zudem verstärkte sich TI im WiFi- und RFID-Bereich durch die Übernahme der kalifornischen Radia Communications sowie des Chiphersteller Integrated Circuit Designs. Im Herbst 2007 kaufte TI den Power-Management-Spezialisten Powerprecise Solutions. In 2008 verstärkte sich TI durch die Übernahme von Commergy Technologies und Innovative Design Solutions. Im Frühjahr 2009 stärkte TI sein Microcontroller-Geschäft mit der Übernahme von Luminary Micro. Im Frühjahr 2011 kaufte TI den Rivalen National Semiconductor für 6,5 Mrd. US-Dollar - die Übernahme wurde im September abgeschlossen.

Das Unternehmen unterhält neben dem Stammhaus in Dallas/Texas noch weitere Fertigungs- und Vertriebsniederlassungen in mehr als 30 Ländern weltweit.

Zahlen

Für das vergangene Dezemberquartal meldete Texas Instruments (TI) einen Umsatz von 3,42 Mrd. US-Dollar, ein Rückgang von 3,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Nettogewinn brach dabei allerdings um 68 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 298 Mio. Dollar oder 25 US-Cent je Aktie ein, nachdem der Chiphersteller im Vorjahr noch einen Profit von 942 Mio. Dollar oder 78 US-Cent je Aktie ausweisen musste.

Meldung gespeichert unter: Texas Instruments (TI)

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