Texas Instruments blickt zuversichtlich ins neue Jahr - hohe Nachfrage nach Smartphone-Chips sorgt für gute Geschäfte

Mittwoch, 8. Dezember 2010 13:28
Texas Instruments (TI)

(IT-Times) - Der amerikanische Mobile-Chiphersteller Texas Instruments (NYSE: TXN, WKN: 852654) bekräftigte am Vortag nochmals weitgehend seinen Umsatzausblick für das laufende Quartal, wonach das Unternehmen nunmehr Erlöse zwischen 3,43 und 3,57 Mrd. Dollar sowie einen Nettogewinn von 61 bis 65 US-Cent je Aktie erwartet.

Konzentration auf analoge Halbleiter
Laut TI-Vizepräsident Ron Slaymaker habe sich das Geschäft mit dem Verkauf von Computer- und TV-Komponenten schwach präsentiert, dafür habe sich jedoch die Nachfrage nach Smartphone- und Videokonsolen-Chips verbessert. Gleichzeitig sei die Produktion in der neuen Fertigungsfabrik in Richardson (RFAB) gut angelaufen, wobei erste Produkte nunmehr an die Kunden ausgeliefert würden, so der TI-Manager. Die neue Halbleiterfabrik in Richardson soll einmal bis zu 1.000 Mitarbeiter beschäftigen, wobei Analysten wie Sterne Agee Experte Vijay Rakesh davon ausgehen, dass die Fabrik im nächsten Jahr ein bis zwei Mrd. Dollar zum Umsatz im Bereich analoger Halbleiter beisteuern könnte.

TI-Chef Rich Templeton versucht seit geraumer Zeit den texanischen Halbleitergiganten in eine neue Richtung zu führen. Strategisch will sich TI weg vom Markt mit Digital Signal Prozessoren und dafür hin zum Markt mit analogen Chipsätzen bewegen. Durch die Konzentration auf diesen Bereich hofft TI mehr Aufträge gewinnen und schneller wachsen zu können, so Templeton.

Marktforscher rechnen mit mehr Wettbewerb im Markt für Smartphone-Chips
Eine wichtige Rolle dürfte dabei dem Markt für Smartphone-Chips zukommen. Im ersten Halbjahr 2010 summierte sich der Markt für Smartphone Application Prozessoren auf 1,84 Mrd. US-Dollar, ein Zuwachs von 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr, so die Marktforscher aus dem Hause Strategy Analytics. Während Qualcomm den Markt in punkto Umsatzvolumen mit einem Marktanteil von 35 Prozent dominierte, war TI im Bezug auf die ausgelieferten Stückzahlen mit 42 Prozent Marktführer.

Marktforscher führen den Erfolg von Qualcomm insbesondere auf das starke Produktportfolio im Bereich integrierter Prozessoren zurück. Zudem genieße Qualcomm First Mover Vorteile im Bezug auf das Mobile-Betriebssystem Android.

Im Markt für stand-alone Application Prozessoren dominierte im ersten Halbjahr Samsung mit einem Marktanteil von 70 Prozent, während hier TI nur auf einen Marktanteil von 24 Prozent kam. Die Marktforscher bei Strategy Analytics gehen davon aus, dass Anbieter wie Anbieter Samsung und TI im kommenden Jahr mit high-performance Dual-Core Prozessoren zurückschlagen und Marktanteile gegen Qualcomm & Co gewinnen werden.

Dies ist auch notwendig. Zwar kontrollieren TI, Qualcomm, Samsung, Marvell, Renesas und ST-Ericsson etwa 98 Prozent des Smartphone Application Prozessor-Marktes, doch andere Halbleiterspezialisten wie Broadcom, nVidia, Intel und MediaTek wollen im Jahr 2011 ebenfalls einen Angriff auf die etablierten Player starten, glauben Marktforscher?

Kurzportrait

Seit mehr als sechs Jahrzehnten ist Texas Instruments (TI) nunmehr im Markt für Elektronikkomponenten engagiert. Zunächst für seine Taschenrechner bekannt, schaffte das Unternehmen in den 90er Jahren durch seine Mobilfunkchips den Durchbruch. Aus dem Geschäft mit Digital Signal Prozessoren (DSPs), in denen TI einst Marktführer war, will sich das Unternehmen zurückziehen, um sich auf sein Kerngeschäft mit analogen Chips zu konzentrieren. Heute operiert TI von vier Geschäftsbereichen heraus: Analog, Embedded Processing, Wireless und Other. TI verkauft seine Produkte dabei an Auftrags-, OEM- und ODM-Hersteller weltweit.

Das Geschäft mit Kabelmodems und DSL-Equipment gab IT dagegen in 2007 an den Münchner Chip-Konzern Infineon ab. Der Bereich analoge Halbleiter steuerte zuletzt etwa 40 Prozent der gesamten TI-Umsätze bei, während der Geschäftsbereich Wireless etwa 25 Prozent der Gesamtumsätze trug. Der Geschäftsbereich Others, in der unter anderem das Geschäft mit DLP-Produkten zusammengefasst ist, steuerte zuletzt etwa 20 Prozent der Erlöse bei.

Im Marktsegment der analogen Halbleiter liefert sich TI einen harten Konkurrenzkampf mit Europas führenden Halbleitergiganten STMicroelectronics. Gleichzeitig bietet TI auch Logic-Chips, Mikroprozessoren und Microcontroller an. So beliefert TI unter anderem große Mobilfunkunternehmen wie Nokia und Motorola, wobei die Finnen zu den größten Kunden der Amerikaner zählen.

Neben dem Kerngeschäft mit Mobilfunkchips, analogen Halbleitern und elektronischen Komponenten, widmet sich TI auch der Unterstützung von jungen Technologiefirmen, welche sowohl Hardware als auch Software rund um den Bereich DSP und verwandte Bereiche entwickeln. Hierfür rief TI gemeinsam mit Granite Ventures im Jahre 1996 das Joint Venture TI Ventures ins Leben.

Zuletzt verstärkte sich TI selbst im WiFi- und RFID-Bereich durch die Übernahme der kalifornischen Radia Communications sowie des Chiphersteller Integrated Circuit Designs Inc. Im Herbst 2007 kaufte TI den Power-Management-Spezialisten Powerprecise Solutions. In 2008 verstärkte sich TI durch die Übernahme von Commergy Technologies und Innovative Design Solutions. Im Frühjahr 2009 verstärkte sich TI im Microcontroller-Geschäft mit der Übernahme von Luminary Micro.

Das Unternehmen unterhält neben dem Stammhaus in Dallas/Texas noch weitere Fertigungs- und Vertriebsniederlassungen in mehr als 30 Ländern weltweit.

Zahlen

Für das vergangene Septemberquartal meldet Texas Instruments (TI) einen Umsatzanstieg um 30 Prozent auf 3,74 Mrd. US-Dollar, nach Einnahmen von 2,88 Mrd. Dollar im Jahr vorher. Der Gewinn kletterte dabei um 60 Prozent auf 859 Mio. US-Dollar oder 71 US-Cent je Aktie, nach einem Profit von 538 Mio. Dollar oder 42 US-Cent je Aktie im Vorjahreszeitraum.

Meldung gespeichert unter: Texas Instruments (TI)

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