Suntech rüstet sich mit Umstrukturierung für neues Wachstum - Ausstieg aus dem Dünnschicht-Geschäft

Dienstag, 10. August 2010 12:54
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(IT-Times) - Chinas größter Solarkonzern Suntech Power Holdings Co (NYSE: STP, WKN: A0HL4L) sorgte zuletzt für Enttäuschung unter den Investoren, nachdem das Unternehmen vor Verlusten für das vergangene zweite Quartal warnte. Auch die Entwicklung der Bruttomargen sorgte zuletzt für Ernüchterung.

Ursächlich für die Verluste sind einmalige Sonderbelastungen im Bezug auf die Umrüstung einer Fertigungsfabrik in Shanghai sowie Abschreibungen im Zusammenhang mit der Beteiligung an dem Silizium-Spezialisten Shunda Holdings. Das Kerngeschäft entwickle sich aber weiterhin sehr gut, so Suntech-Chef Zhengrong Shi.

Suntech steigt aus dem Dünnschicht-Geschäft aus
Die entsprechende Suntech-Fabrik in Shanghai soll sich künftig auf die Produktion kristallinen Solarzellen konzentrieren. Damit ist auch gleichzeitig der Ausstieg aus dem Geschäft mit Dünnschichtsolarzellen und Modulen verbunden. Suntech schlägt damit den gleichen Weg ein, den zuvor schon die taiwanische Kenmos Photovoltaic, der Solarmodulehersteller Chi Mei Energy und die beiden Equipment-Hersteller Contrel Semiconductor und Applied Materials eingeschlagen haben - alle vier Hersteller hatten zuletzt das Geschäft mit Dünnschichtprodukten aufgegeben, um sich auf Silizium-basierte Produkte zu konzentrieren.

Bei Suntech erklärt man den Rückzug aus dem Dünnschichtgeschäft dann auch mit den schnell sinkenden Kosten von Silizium-basierten Produkten und den steigenden Wirkungsgrad, wodurch derartige Solarzellen zuletzt an Wettbewerbsfähigkeit gewannen.

Nachfrage übersteigt Angebot - steigende Preise erwartet
Zudem scheint der Preisverfall bei kristallinen Solarzellen zum Stillstand gekommen. Wie es aus Industriekreisen aus Taiwan heißt, könnten die Spot-Preise im August um drei Prozent anziehen. Grund ist stetig steigende Nachfrage, die inzwischen die Kapazitäten der Hersteller überschritten hat, wie der Branchendienst DigiTimes berichtet.

Zudem spielt der Solarbranche noch eine weitere Entwicklung in die Karten. Der Ölpreis nimmt inzwischen wieder Anlauf auf die Marke von 90 US-Dollar pro Barrel, wodurch alternative und erneuerbarer Energien an Wettbewerbsfähigkeit gewinnen. Daneben will der chinesische Umweltminister Pan Yue den Schadstoffausstoß in der Industrie stärker besteuern, während das chinesische Energieministerium einen 10-Jahresplan auf den Weg bringen will, der zum Ziel hat, dass im Jahr 2020 15 Prozent des generierten Stroms in China aus erneuerbaren Energieträgern kommt - ideale Voraussetzung also für Suntech, wieder auf die Erfolgsspur zurückzukehren…

Kurzportrait

Suntech Power Holdings Ltd wurde im Jahre 2001 von Dr. Zhengrong Shi gegründet. Der Gründer fungiert heute als CEO und Chairman der Gesellschaft. Die im chinesischen Wuxi ansässige Suntech Power Holdings Ltd ist der weltweit größte Hersteller von Solar-Modulen. Das Geschäft mit dem Verkauf von Solarmodulen steuerte zuletzt die Mehrheit zu den Umsatzerlösen bei, während das Geschäft mit Solarzellen den übrigen Umsatz trug.

Das Unternehmen betreibt unter anderem vier große Fertigungsfabriken in China (Wuxi, Luoyang, Qinghai und Shanghai). Die Produkte des Unternehmens kommen nicht nur auf Hausdächern, sondern auch in Industrieanwendungen, Lampen und Relay-Stationen zum Einsatz. Suntech exportiert den Großteil seiner Produkte in Ländern wie Deutschland und Spanien. Verkauft werden die Solarzellen über Distributoren und Modulhersteller weltweit. Zu den Kunden des Unternehmens zählen namhafte Solarfirmen wie die SolarWorld AG, Conergy AG, Altersa, IBC Solar AG, Ibesolar Engeria S.A..

Die monokristallinen Zellen von Suntech erreichten zuletzt einen Wirkungsgrad von knapp 17 Prozent, während das Unternehmen bei multikristallinen Zellen inzwischen einen Wirkungsgrad von mehr als 16 Prozent vorweisen kann. Das Unternehmen hat sich über langfristige Lieferverträge Siliziummaterial für seine Produktion in den nächsten Jahren gesichert. In Sachen Polysilizium-Versorgung arbeitet Suntech mit der südkoreanischen DC Chemical zusammenarbeiten (Kontrakt bis 2016). Weitere Lieferanten im Bereich Solar-Wafer sind Glory Silicon, Wacker Schott, sowie PV Crystalox Solar und ReneSola.

Daneben hält Suntech zahlreiche Beteiligungen an Tochterfirmen. Bereits in 2006 beteiligte sich Suntech mit 66,88 Prozent der Anteile an dem Solarspezialisten MSK Corporation. In 2007 gründete das Unternehmen mit der Shenzhen Suntech Co Ltd eine neue Tochter, an der das Unternehmen 80 Prozent der Anteile hält. Weitere Tochterfirmen sind die Shenzhen New Photovoltaic Technology Development Co und die Shenzhen Yutong Investment Co. An der in 2007 gegründeten Tochter Jiangsu Suntech hält Suntech 90 Prozent der Anteile. Anfang 2008 beteiligte sich Suntech mit 100 Mio. US-Dollar an den Polysilizium-Hersteller Nitol Solar, um sich weitere Polysilizium-Lieferungen zu sichern. Im April 2008 übernahm Suntech zudem den deutschen Automatisierungsspezialisten KSL-Kuttler. Gleichzeitig beteiligte sich Suntech mit einer Minderheitsbeteiligung an dem chinesischen Silizium-Spezialisten Shunda Holdings Co Ltd sowie an dem chinesischen Polysilizium-Spezialisten Asia Silicon. Mitte 2010 stieg Suntech aus dem Geschäft mit Dünnschichtsolarmodulen aus.

Zahlen

Beim Umsatz erwartet Suntech für das vergangene zweite Quartal 2010 einen Wert zwischen 620 und 630 Mio. US-Dollar. Dabei rechnet der chinesische Solarspezialist mit einem Nettoverlust zwischen 147 und 179 Mio. Dollar oder 0,82 bis 1,00 US-Dollar je Aktie.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen signalisiert Suntech einen Nettogewinn zwischen 0,01 und 0,05 Dollar je Aktie. Die Bruttogewinnmarge soll sich zwischen 17,5 und 18,5 Prozent vom Umsatz bewegen.

Analysten hatten im Vorfeld bislang mit Einnahmen von 592 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von zehn US-Cent je Aktie gerechnet. Bei den Bruttomargen wurde ein Wert von 18,6 Prozent erwartet. Detaillierte Zahlen zum vergangenen zweiten Quartal will Suntech am 18. August vorlegen.

Meldung gespeichert unter: Suntech Power Holdings

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