Suntech kehrt auf den Wachstumspfad zurück

Freitag, 20. November 2009 12:54
Suntech Power Holdings

(IT-Times) - Chinas führender Solarkonzern Suntech Power Holdings Co (NYSE: STP, WKN: A0HL4L) konnte mit den jüngsten Quartalsergebnissen erneut die Märkte positiv überraschen. Der massive Preisverfall bei Solarmodulen und Zellen hat zwar die Gewinnmargen der Hersteller stark schrumpfen lassen, allerdings haben die niedrigeren Preise zuletzt auch die Nachfrage wieder befeuert, so das die Umsätze gegenüber dem Vorquartal kräftig anzogen.

Stabilisierung an der Preisfront erwartet
Bedingt durch die wieder anziehende Nachfrage hat sich der Preisverfall bei Solarmodulen und Zellen verlangsamt. Nachdem die durchschnittlichen Verkaufspreise im dritten Quartal um rund 15 Prozent gefallen sind, dürften die Preise im laufenden vierten Quartal nur um zehn Prozent sinken, glaubt man bei Suntech. Anfang 2010 erwarten die Chinesen sogar eine Stabilisierung der Preissituation, wobei die Preise sogar im späteren Jahresverlauf anziehen könnten.

Marktforscher aus dem Hause iSuppli halten stabile Preise ebenfalls für möglich, unter der Voraussetzung, dass die Hersteller ihre Produktion im vierten Quartal zurückfahren, da in den Wintermonaten in der Solarbranche traditionell mit einer niedrigeren Nachfrage zu rechnen ist.

Danach sieht es allerdings im Moment nicht aus. Vielmehr wollen große Hersteller wie Suntech ihre Produktion weiter ausbauen. So plant Suntech beispielsweise seine Produktionskapazität von derzeit 600 Megawatt bis Ende 2009 auf 850 bis 950 Megawatt bis Ende 2010 zu erhöhen. Hintergrund sind die verschiedenen Förderprogramme der US-Regierung sowie der Regierung in Peking. Insbesondere China will seine Solarbranche kräftig stützen, um einheimischen Herstellern einen Platz an der Sonne zu ermöglichen.

Suntech baut Alibi-Fabrik - Großteil der Produktion bleibt in China
Diese Subventionen nehmen Anbieter wie Suntech gerne an. Suntech geht davon aus, 20 Prozent der Aufträge im Gesamtvolumen von 91 Megawatt aus dem chinesischen Förderprogramm für Solar-Dachanlagen zu erhalten. Um auch in den USA an lukrative Aufträge zu gelangen, hat sich Suntech jüngst entschieden, eine eigene Solarfabrik in Arizona zu errichten. Die neue Fertigungsfabrik soll zunächst Solarprodukte mit einer Kapazität von 30 Megawatt im Jahr produzieren, wobei die Produktion im dritten Quartal 2010 anlaufen soll.

Den Großteil seiner Produkte wird Suntech jedoch weiterhin in China produzieren, womit das Unternehmen weiterhin einen Kostenvorteil gegenüber konkurrierenden Herstellern genießt. Da die Preise für den Rohstoff Silizium weiter sinken, rücken andere Aufwendungen wie Arbeits- und Produktionskosten immer stärker in den Vordergrund. Dies verschafft insbesondere chinesischen Branchenriesen wie Suntech einen großen Wettbewerbsvorteil…

Kurzportrait

Suntech Power Holdings Ltd wurde im Jahre 2001 von Dr. Zhengrong Shi gegründet. Der Gründer fungiert heute als CEO und Chairman der Gesellschaft. Die im chinesischen Wuxi ansässige Suntech Power Holdings Ltd ist der weltweit größte Hersteller von Solar-Modulen. Das Geschäft mit dem Verkauf von Solarmodulen steuerte zuletzt rund 78 Prozent zu den Umsatzerlösen bei, während das Geschäft mit Solarzellen etwa 20 Prozent beisteuert.

Das Unternehmen unterhält vier Fertigungsanlagen (Wuxi, Luoyang, Qinghai und Shanghai) mit zehn Fertigungslinien für Solarzellen mit einer Fertigungskapazität von über 300 Megawatt. Die Produkte des Unternehmens kommen nicht nur auf Hausdächern, sondern auch in Industrieanwendungen, Lampen und Relay-Stationen zum Einsatz. Suntech exportiert den Großteil seiner Produkte in Länder wie Deutschland und Spanien. Verkauft werden die Solarzellen über Distributoren und Modulehersteller weltweit. Zu den Kunden des Unternehmens zählen namhafte Solarfirmen wie die SolarWorld AG, Conergy AG, Altersa, IBC Solar AG, Ibesolar Engeria S.A..

Die monokristallinen Zellen von Suntech erreichten zuletzt einen Wirkungsgrad von knapp 17 Prozent, während das Unternehmen bei multikristallinen Zellen inzwischen einen Wirkungsgrad von knapp 16 Prozent vorweisen kann. Das Unternehmen hat sich über langfristige Lieferverträge Siliziummaterial für seine Produktion in den nächsten Jahren gesichert. In Sachen Polysilizium-Versorgung arbeitet Suntech mit der südkoreanischen DC Chemical zusammenarbeiten (Kontrakt bis 2016). Weitere Lieferanten im Bereich Solar-Wafer sind Glory Silicon, Wacker Schott, sowie PV Crystalox Solar und ReneSola.

Daneben hält Suntech zahlreiche Beteiligungen an Tochterfirmen. Bereits in 2006 beteiligte sich Suntech mit 66,88 Prozent der Anteile an dem Solarspezialisten MSK Corporation. In 2007 gründete das Unternehmen mit der Shenzhen Suntech Co Ltd eine neue Tochter, an der das Unternehmen 80 Prozent der Anteile hält. Weitere Tochterfirmen sind die Shenzhen New Photovoltaic Technology Development Co und die Shenzhen Yutong Investment Co. An der in 2007 gegründeten Tochter Jiangsu Suntech hält Suntech 90 Prozent der Anteile. Anfang 2008 beteiligte sich Suntech mit 100 Mio. US-Dollar an den Polysilizium-Hersteller Nitol Solar, um sich weitere Polysilizium-Lieferungen zu sichern. Gleichzeitig beteiligte sich Suntech mit einer Minderheitsbeteiligung an dem chinesischen Silizium-Spezialisten Shunda Holdings Co Ltd sowie an dem chinesischen Polysilizium-Spezialisten Asia Silicon.

Zahlen

Für das vergangene dritte Quartal 2009 meldet Suntech einen Umsatzsprung auf 473,1 Mio. US-Dollar, ein Zuwachs von 47,4 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal 2009. Dabei verbuchte Suntech einen Nettogewinn von 29,8 Mio. US-Dollar oder 16 US-Cent je ADS-Aktie, nach einem Profit von 10,0 Mio. Dollar oder sechs US-Cent je Aktie im zweiten Quartal 2009. Im Vorjahr stand allerdings an dieser Stelle noch ein Gewinn von 42,6 Mio. Dollar oder 25 US-Cent je Aktie zu Buche.

Mit den vorgelegten Zahlen konnte Suntech die Markterwartungen der Analysten übertreffen. Diese hatten im Vorfeld mit Einnahmen von 426,5 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von acht US-Cent je Aktie gerechnet.

Die Bruttomargen im Kerngeschäft erholten sich zuletzt wieder auf 20,0 Prozent, nach 19,1 Prozent im zweiten Quartal 2009. Die operativen Kosten stiegen im jüngsten Quartal nur leicht auf 39,3 Mio. Dollar, nach 38,6 Mio. Dollar im Vorquartal. Die verfügbaren Barreserven summierten sich zum Quartalsende auf 855,7 Mio. Dollar, nach 760,5 Mio. Dollar im Vorquartal.

Fortschritte erzielte Suntech auch auf der Technologieseite. So erreichten die von Suntech entwickelten multi-kristallinen Solarmodule einen Rekordwirkungsgrad von 16,53 Prozent.

Meldung gespeichert unter: Suntech Power Holdings

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