Suntech hofft auf Konjunkturprogramm und Pluto

Montag, 25. Mai 2009 13:03
Suntech Power Holdings

(IT-Times) - Der weltgrößte Solarmodulehersteller Suntech Power Holdings Co (NYSE: STP, WKN: A0HL4L) blieb im vergangenen ersten Quartal in den schwarzen Zahlen, obwohl sich der Preisverfall bei Solarmodulen zuletzt beschleunigte. Das Unternehmen profitierte dabei von Anpassungen in seiner Kostenstruktur, wodurch die Gewinnmargen im Vergleich zum Vorquartal sogar wieder leicht anzogen.

Noch aber ist Suntech von seinem Geschäft in Europa abhängig. Allein Deutschland und Italien steuerten im jüngsten Quartal 75 Prozent zum Umsatz bei. Anschließend folgen Märkte wie die USA und Japan, die jeweils fünf Prozent des Umsatzes trugen. Dies soll sich in den nächsten Jahren ändern.

China und USA sollen künftig größere Rolle spielen
Suntech hofft dabei insbesondere auf Konjunkturprogramme aus China und den USA. Allein China hat seine Ziele im Bezug auf die Installation von Solaranlagen deutlich nach oben korrigiert. Ursprünglich sah der Plan der National Development and Reform Commission (NDRC) vor, dass bis 2020 rund 1.800 Megawatt an Solarkapazitäten im Reich der Mitte installiert sind. Nunmehr heißt es aus dem Forschungsinstitut des NDRC, dass man bis 2020 bereits 10.000 Megawatt oder mehr erreichen könne. Ende 2008 wurden über Solaranlagen gerade einmal rund 100 Megawatt ins chinesische Stromnetz eingespeist.

Bislang vertraute China vor allem auf den Energieträger Kohle und entsprechende Kraftwerke, über die zuletzt rund 80 Prozent des Energiebedarfs in China generierten. Dies soll sich in Zukunft ändern. Windenergie, Biomasse, Kern- und Solarkraftwerke sollen künftig eine größere Rolle im Energiemix spielen.

Sollte China internationale Zielsetzungen erreichen und bis 2020 rund ein Prozent des Energiebedarfs aus Solarenergie gewinnen, würde dies installierte Kapazitäten von 40.000 Megawatt bedeuten. Ein gewaltiges Potential, insbesondere für einheimische Anbieter, die bei öffentlichen Aufträgen wohl den Vorzug gegenüber ausländischen Anbietern erhalten dürften.

Fraunhofer bestätigt hohen Wirkungsgrad
Noch aber ist es nicht soweit. Suntech muss im Zuge der Wirtschaftskrise weiter auf Kostenkontrolle achten und nebenbei durch Innovationen den Wirkungsgrad seiner Module verbessern, um so die Netzparität zu erreichen. Die neue Pluto-Technik scheint dabei ein viel versprechender Ansatz. Das Fraunhofer Institute hat jüngst Wirkungsgrade von mono-kristallinen Pluto-Zellen von 18,8 Prozent bestätigt.

Nachdem Suntech bereits erste Pluto-Produktionslinien aufgebaut hat, sollen in 2009 weitere 200 Megawatt an Pluto-Kapazitäten hinzukommen, womit Suntech das Jahr 2009 mit 300-Megawatt der neuen Solarzellen-Generation beendeten würde…

Kurzportrait

Suntech Power Holdings Ltd wurde im Jahre 2001 von Dr. Zhengrong Shi gegründet. Der Gründer fungiert heute als CEO und Chairman der Gesellschaft. Die im chinesischen Wuxi ansässige Suntech Power Holdings Ltd ist der weltweit größte Hersteller von Solar-Modulen. Das Geschäft mit dem Verkauf von Solarmodulen steuerte zuletzt rund 78 Prozent zu den Umsatzerlösen bei, während das Geschäft mit Solarzellen etwa 20 Prozent beisteuert.

Das Unternehmen unterhält vier Fertigungsanlagen (Wuxi, Luoyang, Qinghai und Shanghai) mit zehn Fertigungslinien für Solarzellen mit einer Fertigungskapazität von über 300 Megawatt. Die Produkte des Unternehmens kommen nicht nur auf Hausdächern, sondern auch in Industrieanwendungen, Lampen und Relay-Stationen zum Einsatz. Suntech exportiert den Großteil seiner Produkte in Länder wie Deutschland und Spanien. Verkauft werden die Solarzellen über Distributoren und Modulehersteller weltweit. Zu den Kunden des Unternehmens zählen namhafte Solarfirmen wie die SolarWorld AG, Conergy AG, Altersa, IBC Solar AG, Ibesolar Engeria S.A..

Die monokristallinen Zellen von Suntech erreichten zuletzt einen Wirkungsgrad von knapp 17 Prozent, während das Unternehmen bei multikristallinen Zellen inzwischen einen Wirkungsgrad von knapp 16 Prozent vorweisen kann. Das Unternehmen hat sich über langfristige Lieferverträge Siliziummaterial für seine Produktion in den nächsten Jahren gesichert. In Sachen Polysilizium-Versorgung arbeitet Suntech mit der südkoreanischen DC Chemical zusammenarbeiten (Kontrakt bis 2016). Weitere Lieferanten im Bereich Solar-Wafer sind Glory Silicon, Wacker Schott, sowie PV Crystalox Solar und ReneSola.

Daneben hält Suntech zahlreiche Beteiligungen an Tochterfirmen. Bereits in 2006 beteiligte sich Suntech mit 66,88 Prozent der Anteile an dem Solarspezialisten MSK Corporation. In 2007 gründete das Unternehmen mit der Shenzhen Suntech Co Ltd eine neue Tochter, an der das Unternehmen 80 Prozent der Anteile hält. Weitere Tochterfirmen sind die Shenzhen New Photovoltaic Technology Development Co und die Shenzhen Yutong Investment Co. An der in 2007 gegründeten Tochter Jiangsu Suntech hält Suntech 90 Prozent der Anteile. Anfang 2008 beteiligte sich Suntech mit 100 Mio. US-Dollar an den Polysilizium-Hersteller Nitol Solar, um sich weitere Polysilizium-Lieferungen zu sichern. Gleichzeitig beteiligte sich Suntech mit einer Minderheitsbeteiligung an dem chinesischen Silizium-Spezialisten Shunda Holdings Co Ltd sowie ein dem chinesischen Polysilizium-Spezialisten Asia Silicon.

Zahlen

Für das vergangene erste Quartal 2009 meldete Suntech einen Umsatzeinbruch um 27 Prozent auf 315,7 Mio. Dollar, nach Einnahmen von 434,5 Mio. Dollar im Jahr vorher. Der Nettogewinn brach dabei um 95 Prozent auf 1,8 Mio. Dollar oder einen US-Cent je ADS-Aktie ein, nachdem im Jahr vorher noch ein Gewinn von 46,7 Mio. Dollar oder 27 US-Cent je Aktie zu Buche stand.

Mit den vorgelegten Zahlen konnte Suntech zumindest die Ertragserwartungen übertreffen. Analysten hatten im Vorfeld mit einem Umsatz von 350 Mio. Dollar sowie mit einem Nettoverlust von sechs US-Cent je Aktie gerechnet.

Meldung gespeichert unter: Suntech Power Holdings

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