Sony übt den Befreiungsschlag

Donnerstag, 11. Dezember 2008 12:58
Sony

(IT-Times) Angesichts der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise hat der japanische Elektronikkonzern Sony Corp (NYSE: SNE, WKN: 853687) zu drastischen Maßnahmen gegriffen. Nicht weniger als 16.000 Stellen sollen beim einstigen japanischen Vorzeigeunternehmen weltweit wegfallen. Ziel sei es, bis zu 100 Mrd. Yen oder rund 1,08 Mrd. US-Dollar bis März 2010 einzusparen. Daneben sollen Investitionen gekürzt und die Produktion ins kostengünstige Ausland verlagert werden.

Die radikalen Sparmaßnahmen sind notwendig, nachdem es insbesondere in der Elektroniksparte nicht mehr rund läuft. Insbesondere die von Sony vertriebenen Flachbildfernseher der Marke Bravia verkauften sich zuletzt weniger gut, als erwartet. Das strauchelnde LCD-Geschäft schrieb weiter rote Zahlen und ein Ende der Misere ist nicht in Sicht. Hersteller von LCD-Spezialglas wie Corning, rechnen im kommenden Jahr mit einem weiteren Preisdruck bei LCD-Flachbildfernsehern, was die Sony-Sparte noch tiefer ins Minus treiben könnte.

Analysten, wie Deutsche Bank Securities Experte Yasuo Nakane glauben daher, dass die beschlossenen Maßnahmen von Sony zu kurz greifen. Nakane geht davon aus, dass weitere Restrukturierungsschritte notwendig sind, um den Elektroniktanker Sony in profitableres Gewässer zu führen.

Sony in der Zwickmühle: Mehr Marktanteile gegen weniger Gewinn?
Auch in der Spielesparte hat sich der positive Trend in den letzten Monaten und Wochen wieder umgekehrt. Nachdem der Softwarekonzern Microsoft den Preis für seine Xbox 360 Konsole deutlich gesenkt hat, verkaufte sich die Microsoft-Konsole zumindest in den USA deutlich besser, als die PlayStation 3 (PS3) von Sony, dessen Absatzzahlen allein im Oktober um 18,2 Prozent auf 190.000 Einheiten einbrachen. Bislang stemmt sich Sony noch gegen eine Preissenkung, allerdings könnte sich dies schon bald ändern, wenn die Verkaufszahlen weiter zurückgehen. Sonys PS3 ist mit Abstand derzeit die teuerste Konsole im Markt - in Zeiten der Rezession ein großer Wettbewerbsnachteil.

Statt einer Preissenkung will Sony mit seiner virtuellen Community „PlayStation Home“ bei den Spielern punkten. Anwender können ihren eigenen 3D-Avatar einrichten und sich innerhalb der virtuellen Welt mit anderen Spielern unterhalten. Sony ahmt damit das Konzept von Second Life nach, dass bereits hunderttausende von Spielern in seinen Bann gezogen hat. Nutzer können die virtuelle Welt kostenlos auf ihre PS3 laden, während Firmen, die Shops und Veranstaltungen innerhalb der virtuellen Welt einrichten wollen, zur Kasse gebeten werden sollen.

Das Konzept von Sony geht allerdings nur auf, wenn sich genügend Spieler an der Community beteiligen. Hierfür ist allerdings ein hoher Verbreitungsgrad der PS3 Voraussetzung, wonach es nach den jüngsten Verkaufszahlen eher nicht aussieht. Damit wird eine Preissenkung bei der PS3 wahrscheinlicher, was jedoch die Gewinne von Sony weiter belasten würde…

Kurzportrait
Sony wurde 1946 ursprünglich als Tokyo Tsushin Kogyo K.K. (Tokyo Telecommunications Engineering Corporation) gegründet. Drei Jahre später entwickelte man das erste Magnettonband. Erst 1955 folgte die Umbenennung in Sony. In den Folgejahren wurden Fernseher, Videorekorder und Halbleiter produziert, aber auch der Einstieg in das Unterhaltungsgeschäft gelang durch ein Joint Venture mit der US-amerikanischen CBS. Parallel hierzu erfolgte die internationale Expansion. 1979 präsentierte Sony mit dem Walkman einen Bestseller, drei Jahre später wurde die CD entwickelt. Kurze Zeit später folgte die erste Videokamera. Mit seiner PlayStation legte das Unternehmen zudem den Grundstein für den späteren Erfolg im Bereich Spielekonsolen.

Heute ist Sony einer der größten Elektronikkonzerne der Welt. Das Unternehmen ist in fünf Sparten unterteilt: Financial (Versicherungen, Kreditfinanzierung, Leasing), Pictures (Filmproduktionen, u.a. MGM), Games (Konsolen und dazugehörige Software/Spiele) und Others (Dienstleistungen, Werbeagenturen etc.). Sony Pictures Entertainment hält unter anderem eine 7,5%ige Beteiligung an den Revolution Studios.

Das mit Abstand größte Segment ist Electronics. Hier werden unter anderem Audio- und Videoausrüstung (Fotoapparate, Kameras, DVD-/CD-/MP3-Player etc.), Batterien, Fernseher und Datenträger entwickelt, hergestellt sowie abgesetzt. Zu der Sparte gehört auch SonyEricsson, ein Joint Venture mit dem schwedischen Ericsson-Konzern, das Mobiltelefone herstellt. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Tokio und beschäftigt rund 150.000 Mitarbeiter. Ende 2007 verkaufte Sony sein Computerchip-Geschäft an die japanische Toshiba. Gleichzeitig brachte Sony auch seine Finanzeinheit Sony Financial Holdings an die Tokioter Börse, womit sich Sonys Beteiligung an der Tochter von 100 auf 60 Prozent reduzierte.

Zahlen
Im vergangenen zweiten Fiskalquartal 2008/2009 meldete Sony einen leichten Umsatz von 2,07 Billionen Yen. Nach einem Umsatz von 2,08 Billionen Yen im Vorjahresquartal ein geringer Rückgang um 0,5 Prozent.

Meldung gespeichert unter: Sony

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