Sony - kommt mit Olympus die Wende?

Unterhaltungselektronik

Freitag, 5. Oktober 2012 13:19
Sony

(IT-Times) - Japans führender Elektronikgigant Sony kämpft weiter gegen den drohenden Niedergang. Während andere Elektronikhersteller wie Samsung und Apple blendend dastehen, fielen Sony-Aktien im September auf ein neues 10-Jahrestief. Vor allem das defizitäre TV-Geschäft bereitet dem Unternehmen weiter Schwierigkeiten. Durch den Einstieg bei Olympus hofft Sony nunmehr auf frischen Wind.

Steigt Sony aus dem verlustreichen TV-Geschäft aus?
Analysten wie Morgan Stanley Experte Masahiro Ono glauben daher, dass sich Sony möglicherweise gänzlich aus dem defizitären Geschäft zurückziehen wird. Ono rechnet damit, dass das TV-Geschäft Sony bis 2015 einen Betrag von bis zu 628 Mio. US-Dollar jährlich kosten wird, wie Forbes berichtet. In den vergangenen vier Jahren hatte Sony in diesem Geschäftsbereich stets einen Verlust ausweisen müssen.

Hintergrund war die sinkende Nachfrage nach Sony-Fernseher sowie der rapide Preisverfall der Branche. Daran dürfte sich auch in den kommenden Jahren nichts ändern, zumal sich der Wettbewerb durch Samsung Electronics und Apple noch weiter verschärfen wird. Insbesondere dann, wenn Apple tatsächlich einen eigenen IPTV-Fernseher auf den Markt bringen wird.

Sony steigt in den Markt für medizinische Ausrüstung ein
Sony (NYSE: SNE, WKN: 853687) sucht daher nach neuen Umsatzquellen. Dabei hat Sony den Markt für medizinische Ausrüstung für sich entdeckt. Durch den Einstieg bei Olympus sichert sich Sony den Zugang zu diesem neuen Markt. Den Einstieg lässt sich Sony 50 Mrd. Yen bzw. 645 Mio. US-Dollar kosten, wodurch sich Sony eine 11,5%ige Beteiligung an Olympus sichert.

Zudem soll bis Ende des Jahres ein neues Joint Venture gegründet werden, an welchem Sony mit 51 Prozent die Mehrheit halten wird. Sony wird zudem einen Direktor in den Olympus-Verwaltungsrat entsenden. Mit dem Schachzug will Sony in den lukrativen Markt für medizinische Ausrüstung einsteigen.

Olympus kontrollierte zuletzt 70 Prozent des Marktes für medizinische Endoskope. Das neue Joint Venture soll jedoch nicht nur neue Endoskope entwickeln, sondern auch anderes medizinisches Gerät. Daneben dürften die beiden Unternehmen künftig auch bei Digitalkameras zusammenarbeiten.

Kurzportrait
Sony wurde 1946 ursprünglich als Tokyo Tsushin Kogyo K.K. (Tokyo Telecommunications Engineering Corporation) gegründet. Drei Jahre später entwickelte man das erste Magnettonband. Erst 1955 folgte die Umbenennung in Sony. In den Folgejahren wurden Fernseher, Videorekorder und Halbleiter produziert, aber auch der Einstieg in das Unterhaltungsgeschäft gelang durch ein Joint Venture mit der US-amerikanischen CBS. Parallel hierzu erfolgte die internationale Expansion. 1979 präsentierte Sony mit dem Walkman einen Bestseller, drei Jahre später wurde die CD entwickelt. Kurze Zeit später folgte die erste Videokamera. Mit seiner PlayStation legte das Unternehmen zudem den Grundstein für den späteren Erfolg im Bereich Spielekonsolen. Inzwischen hat das Unternehmen mit der PlayStation 3 (PS3) bereits die dritte Generation seiner erfolgreichen Spielekonsole auf den Markt gebracht.

Heute ist Sony einer der größten Elektronikkonzerne der Welt. Das Unternehmen ist in fünf Kernsparten unterteilt: Financial Services, Consumer Products Service (CPS), Professional Device Solution (PDS), Movies (Filmproduktionen, u.a. MGM), Sony Mobile und Others. Sony Pictures Entertainment hält unter anderem eine 7,5%ige Beteiligung an den Revolution Studios.

Das mit Abstand größte Segment ist die Sparte Consumer Products Service (CPS). Hier werden unter anderem Audio- und Videoausrüstung (Fotoapparate, Kameras, DVD-/CD-/MP3-Player etc.), LCD-Fernseher, Monitore und Spielekonsolen entwickelt. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Tokio und beschäftigt rund 150.000 Mitarbeiter weltweit. Ende 2007 verkaufte Sony sein Computerchip-Geschäft an die japanische Toshiba. Gleichzeitig brachte Sony auch seine Finanzeinheit Sony Financial Holdings an die Tokioter Börse, womit sich Sonys Beteiligung an der Tochter von 100 auf 60 Prozent reduzierte. In 2011 gab Sony bekannt, dass Mobilfunk-Venture Sony Ericsson künftig allein führen zu wollen und zahlt hierfür 1,05 Mrd. Euro an Ericsson. Im Herbst 2012 stieg Sony bei Olympus ein und sicherte sich für 50 Mrd. Yen 11,5 Prozent der Anteile.

Zahlen
Für das vergangene erste Fiskalquartal 2013 meldet Sony einen Umsatzanstieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 1,4 Prozent auf 1,515 Billionen Japanische Yen. Dieser leichte Anstieg verdankt sich vor allem der Integration des aufgelösten Mobiltelefon-Joint Ventures Sony Ericsson. Mit 6,3 Mrd. Yen blieb das operative Ergebnis weit hinter dem Vorjahreswert von 27,5 Mrd. Yen zurück.

Meldung gespeichert unter: Sony

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